27. März 2012 · Kommentare deaktiviert für Verschwundene Boat-people: Aktion 30. März 2012 · Kategorien: Italien, Tunesien · Tags: , , ,

Rom, Freitag 30. März 2012: Sit-in vor der tunesischen Botschaft

Im März 2011 sind viele tunesische Boat-people in Italien angekommen, ihre Ankunft ist durch Fotos und Handy-Videos dokumentiert – und anschliessend sind sie verschwunden.

März 2011, März 2012. 365 Tage, 52 Wochen, 12 Monate, ein Jahr. In dem Zeitraum haben die italienischen und tunesischen Behörden den tunesischen Müttern und Familien keine einzige Notiz zukommen lassen, die Auskunft darüber fordern, wo ihre Söhne geblieben sind.

Es folgt hingegen ein Gipfeltreffen auf das nächste, zwischen Italien und Tunesien, damit ein neues Kooperationsabkommen gegen die Migration abgeschlossen werden kann: neue Grenzen, neue Abschiebungen, neue Abschiebehaft, um den Wunsch nach Freiheit und nach Bewegungsfreiheit einzufangen.

Von einer Meeresseite zur anderen geben die Behörden zu erkennen, dass für ihre Politik das Menschenleben nichts zählt.

Das Menschenleben jener Jungen, die sofort nach der Revolution aufgebrochen sind und damit die Bewegungsfreiheit, die gerade erkämpfte Freiheit durchdekliniert haben; das Menschenleben jener Mütter und Familien, die ihren Schmerz und die Radikalität dieser Frage nach Leben oder Tod auf die Plätze und Straßen Tunesiens getrieben haben; unser Leben, die wir auf dieser Seite des Mittelmeeres jene Radikalität nachvollzogen haben, überzeugt, dass uns das etwas überaus Wichtiges bedeutet: dass das Menschenleben, mit dem Wunsch nach Freiheit, mit seinem Schmerz, mit dem Wunsch nach Leben, trotz Behörden, trotz der Migrationspolitik und trotz der Praktiken des Verschwindenlassens zählt.

Um das zu betonen, als Frauen, die mit den Müttern und Familien in Tunesien die Kampagne gestartet haben: „Von einer Meeresseite zur anderen: Menschenleben, das zählt“ – glauben, wir dass jetzt eine Aktion unerlässlich ist, auf beiden Meeresseiten, die der Radikalität unseres Ansatzes entspricht.

Am 30. März werden wir um 12 Uhr in Rom vor der tunesischen Botschaft sein, während in Tunis die Mütter und Familien vor der italienischen Botschaft sein werden.

Frauenkollektiv „da una sponda all’altra: vite che contano” (von einer Meeeresseite zur anderen: Leben das zählt).
Le venticinqueundici

http://leventicinqueundici.noblogs.org/

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