07. April 2012 · Kommentare deaktiviert für Mauretanien: Verhaftungswelle · Kategorien: Mauretanien · Tags: , ,

Mehr als 500 MigrantInnen und Flüchtlinge in Nouadhibou verhaftet

Ungefähr 550 Nicht-MauretanierInnen ohne Aufenthaltspapiere wurden in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in der wirtschaftlich wichtigsten Stadt Mauretaniens von der Immigrationspolizei verhaftet, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am 05.04.2012 meldet. Bei den Verhafteten handele es sich überwiegend um WestafrikanerInnen. Die Verhafteten wurden zur Vorbereitung ihrer Abschiebung inhaftiert.

Die Razzien liefen im Rahmen einer „Ausländer“-feindlichen Kampagne der Regierung. Auch die legalen Nicht-MauretanierInnen würden derzeit erfasst und überprüft. Die mauretanischen Behörden haben in letzter Zeit eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, die die Transitmigration nach Europa eindämmen sollen und von Spanien begrüßt werden. Spanien hat Mauretanien auch Überwachungstechnik des See- und Luftraums zum Aufspüren von Flüchtlingen und MigrantInnen zur Verfügung gestellt.

Die mauretanische Nachrichtenagentur Canalrim präzisiert am 05.04.2012: Die nationale Gendarmerie hat die Verhaftungen vorgenommen und die WestafrikanerInnen anhand ihrer Aufenthalts- und Arbeitspapiere verhört. Hunderte von ihnen wurden danach auf den Gendarmerie-Stützpunkt Cansado gebracht. Es handelt sich anscheinend um eine „Neuordnung des Arbeitsmarkts“, nun werden die eigenen StaatsbürgerInnen Priorität erhalten.
07.04.2012: Kommuniqué der mauretanischen Assoziation der Menschenrechte (AMDH) zu den Kollektivverhaftungen

Hunderte der Verhafteten sollen schon über die Landesgrenzen von Senegal und Mali abgeschoben worden sein.

Die mauretanische Assoziation der Menschenrechte hat erfahren, dass die Sicherheitskräfte von Nouadhibou, der Wirtschaftshauptstadt Mauretaniens, Häuser und Autos durchsucht hat, um alle Ausländer zu verhaften und abzuschieben, die keine reguläre Aufenthaltspapiere haben.

Demnach hat die Polizei am Donnerstag Morgen Checkpoints auf der Straße eingerichtet, die aus dem Stadtzentrum in das Viertel Cansado führt, und die Identität von Fischern durchgeführt, die Nouadhibou arbeiten. Die Verhafteten wurden in ein Abschiebegefängnis gebracht.

Inzwischen wurden Abschiebungen bereits nach Rosso, der Grenzstadt zum Senegal, durchgeführt. Unter den Abgeschobenen waren Frauen und Kinder verschiedener Nationalitäten.

Die mauretanischen Assoziation der Menschenrechte

  • verurteilt diesen Akt, der gegen den Geist der Gastfreundschaft des mauretanischen Volkes ist;
  • erinnert daran, dass der Staat die Verpflichtung hat, seine internationalen Verträge zu respektieren;
  • fordert den Staat auf, die internationalen Konventionen zu respektieren, die er unterzeichnet hat, namentlich die Konvention der Vereinten Nationen über den Schutz der Rechte migrantischer Arbeiter und deren Familien;
  • fordert den mauretanischen Staat auf, diese Abschiebungen zu stoppen, so dass sich diese Personen legalisieren lassen können.

www.afriscoop.net

www.canalrim.info

www.amdhrim.org

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* Migreurop@rezo.net

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