17. Dezember 2012 · Kommentare deaktiviert für b4p Veranstaltung Hamburg, 20.12.2012 · Kategorien: Deutschland · Tags:

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Die Revolution hat mir die Freiheit gegeben, die Grenzen in Frage zu stellen

Revolution und Migration

Eine Veranstaltung von Boats4People und dem Flüchtlingsrat Hamburg zum zweiten Jahrestag der tunesischen Revolution

am 20.12.2012 in der W3, Nernstweg 32 um 19.30 Uhr

Mit Wael Garnaoui (Psychoclub, Tunis), Sinda Garziz und Syrine Boukadida (Netzwerk für den Kampf für Bewegungsfreiheit, Tunesien)

Am 17.12.2010 gab Mohammed Bouazizi mit seiner Selbstverbrennung den letzten Anstoss zur Revolution in Tunesien. Der damalige Regierungschef Ben Ali musste kurz darauf aus dem Land fliehen. Seitdem fanden zwar Wahlen zur Verfassungsgebenden Versammlung statt, doch sind die revolutionären Prozesse und Kämpfe um Einfluss, Anerkennung und Veränderung längst nicht abgeschlossen.

Neben vielen anderen Umwälzungen eröffnete die Revolution für viele, vor allem junge Menschen in Tunesien die Möglichkeit, über das Mittelmeer nach Europa zu reisen – allerdings nicht auf „legalem“ Weg. 2011 starben deswegen fast 2000 Menschen beim Versuch, mit Booten Europa zu erreichen, unter den Augen von Frontex und der NATO, die vor Lybien stationiert war. Seitdem wird über Migration in Tunesien teilweise sehr heftig gestritten – zum Beispiel fordern die Angehörigen verschwundener boat people von der tunesischen Regierung Aufklärung über das Schicksal ihrer Verwandten, und der Tod von über 40 Tunesier_innen vor Lampedusa löste September diesen Jahres heftige Proteste aus. Viel weniger beachtet, aber nicht weniger dramatisch ist das Schicksal von Flüchtlingen vor allem aus Sudan, Somalia und Eritrea und anderen Ländern Subsahara-Afrikas im Camp Choucha im Süden Tunesiens, das spätestens bis Juni 2013 Stück für Stück geschlossen werden soll, ohne dass es Lösungen für die noch verbliebenen ca. 2000 Flüchtlinge gibt.

Diesen Dezember kommen drei tunesische Aktivist_innen von Boats4People nach Deutschland; sie werden über die Veränderungen berichten, die die Revolution bei den Menschen in Tunesien auslöste, und mit kurzen Filmen Einblick in die Dynamiken von Umbrüchen und Migration geben.

Die Geschehnisse 2011 waren der Ausgangspunkt für das Netzwerk Boats4People, das sich zum Ziel gesetzt hat, das Sterben auf dem Mittelmeer zu beenden und für Bewegungsfreiheit über das Meer zu kämpfen. Im Sommer 2012 fanden die ersten Aktionen dieses transnationalen Netzwerkes in Italien und Tunesien statt, diesen Winter werden die Aktionen für 2013 geplant.

Flüchtlingsrat Hamburg, Nernstweg 32, 22765 Hamburg www.fluechtlingsrat-hamburg.de

We Migrate To Live
No More Deaths!
No More Missing People!
Motto des
Globalen Migrations – Aktionstages
18.12.2012

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