07. August 2013 · Kommentare deaktiviert für Boats4people Presseerklärung Blockade vor Malta: „Träumen die Mittelmeerstaaten von einem Papua-Neuguinea vor Europa, um Boat-people wegzusperren?“ · Kategorien: Italien, Libyen, Malta · Tags: , ,

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Boats4People
Presseerklärung
Träumen die Mittelmeerstaaten von einem Papua-Neuguinea in Europa, um Bootsflüchtlinge dort einzusperren?
Am 5. August 2013 um etwa 1 Uhr morgens, 46,6 nautische Meilen von Libyen und 140 Meilen von Malta entfernt, rettet der liberianische Tanker Salamis 102 Bootsflüchtlinge. Diese Intervention folgt Anweisungen von Italien, diesem in Seenot geratenen Boot zu Hilfe zu kommen.

Die Salamis fährt weiter in Richtung Malta, aber die Armee stoppt sie 24 Meilen vor der Insel. Malta fordert die Reederei der Salamis und den Kapitän1 auf, nach Khoms zurück zu fahren, ihren letzten Hafen und am nächsten gelegen zum Ort der Rettung, um dort die boat-people an Land zu bringen. Der Kapitän verweigert das und macht Druck auf Malta und Italien, die Migrant_innen aufzunehmen, von denen vier schwangere Frauen medizinische Hilfe brauchen.2

Am 6. August 2013 ordnet die EU-Kommission an, dass Malta die Migrant_innen an Land gehen lässt wegen der humanitären Dringlichkeit der Situation, unabhängig vom Konflikt um die Verantwortung betreffend die Suche nach und die Rettung von diesen Menschen. Die EU-Kommission hatte schon vor kurzem Gelegenheit gehabt, Malta an seine Verpflichtungen zur Respektierung des Asylrechts zu erinnern, insbesondere an das Prinzip des Non-Refoulement (Rückschiebungsverbot), weil der Inselstaat vorhatte, ankommende Migrant_innen zurückzuschieben.3

Das Schicksal der Bootsflüchtlinge auf der Salamis ist kein Einzelfall. Nach mehreren Pressemeldungen4 hatte in derselben Nacht vom 4. auf den 5.August ein türkisches Boot, die Adakent, Italien Folge geleistet und 96 Bootsflüchtlinge aus der libyschen sogenannten „Search and Rescue“-Zone (SAR) gerettet, um sie in Tripolis an Land zu bringen. Am 29. Juni 2013 habe eine italienische Ölplattform 76 Eritreer_innen gerettet und nach Libyen zurück gebracht. Sie seien dann im Camp von Sibrata Mentega Delita (Tripolis) eingesperrt worden, wo die Bedingungen bekanntermaßen menschenunwürdig sind. Im Mai 2012 seien zwei Handelsschiffe boat-people vor der Küste Libyens zu Hilfe gekommen und hätten die Überlebenden in Tripolis5 abgesetzt, immer die Anordnungen aus Rom befolgend.

Diese Ereignisse erinnern an die Ankündigung Australiens vom 19. Juli, Bootsflüchtlinge nicht mehr aufzunehmen, sondern sie zurückzuschieben und nach Papua-Neuguinea zu schicken, „wo sie bleiben werden, selbst wenn ihr Asylantrag anerkannt wird“.6 Suchen die Mittelmeerstaaten nach einem europäischen Papua-Neuguinea, wo sie Bootsflüchtlinge einsperren können?

Boats4People stellt fest:

  • Dass Malta mehrere internationale Konventionen verletzt, indem es die Häfen Libyens als „sicher“ qualifiziert, obwohl zahlreiche Berichte belegen, dass in Libyen Migrant_innen unbegrenzt in Lagern inhaftiert werden, in denen menschenunwürdige und erniedrigende Behandlung die Norm ist, bis dahin, dass viele von ihnen dort sterben;
  • Dass die italienische Justiz bereits, im Zusammenhang mit der Affäre um das Schiff Cap Anamur im Jahr 2009, geurteilt hat, dass der Kapitän als einziger entscheiden darf, in welchem nächstgelegenen Hafen boat-people in Sicherheit an Land gebracht werden sollen;7
  • Dass Libyen, das unter schwerer politischer Instabilität leidet, die Genfer Flüchtlingskonvention nicht unterzeichnet hat und bekannt ist dafür, keinen wirklichen Schutz für gerettete Migrant_innen zu bieten, ob sie um internationalen Schutz bitten oder nicht8;
  • Dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte Italien in der Angelegenheit „Hirsi Jamaa“9 von 2012 dafür verurteilt hat, dass es Migrant_innen auf hoher See nach Libyen zurückgeschoben hat;
  • Dass Italien und Malta, statt zusammen zu arbeiten bei der Rettung, sich gegenseitig die Verantwortung für die Hilfe gegenüber Bootsflüchtlingen zuschieben auf Kosten von deren Sicherheit.

Wir fordern:

  • Von Italien und anderen europäischen Staaten, aufzuhören mit allen Anweisungen, in Libyen potenzielle Asylsuchende wie die boat-people der Adakent, deren elementare Rechte bedroht sind, an Land zu bringen;
  • Von Malta, die Bootsflüchtlinge der Salamis sofort an Land zu lassen und ihnen internationalen Schutz zu gewähren, den sie verlangen können;
  • Von der Europäischen Kommission, Maßnahmen zu ergreifen gegen Staaten, die sich weigern, Asylsuchende an Land zu lassen oder die Anweisungen an Schiffe geben, Bootsflüchtlinge nach Libyen zu bringen.

Wir fordern, dass der Begriff „sicherer Hafen“ neu definiert wird, damit seine Interpretation sich nicht auf die augenblickliche physische Sicherheit von boat-people beschränkt, sondern Risiken berücksichtigt wie die Abschiebung oder die menschenunwürdige und erniedrigende Behandlung, denen an Land gebrachte Menschen ausgesetzt wären.

Boats4People bringt seine volle Solidarität zum Ausdruck mit dem Kapitän der Salamis und fordert von allen beteiligten Staaten, sich zu weigern, ihn strafrechtlich zu belangen, ebenso wie alle anderen Seeleute, die boat-people zu Hilfe kommen.

Bamako, Rabat, Tunis, Rom, Paris, Dienstag, den 6. August 2013

 

 

1 Der Text des Briefs ist im Netz verfügbar: S. 1 und 2

2 Mehr Informationen im Dossier von „The Times of Malta“ im Internet

3 Siehe Stellungnahme von Ceccilia Malmström vom 9.7.2013

4 Siehe Fußnote 2

5 La Republica, 26.5.2013

6 Rue89, 1.8.2013

7 Entscheidung des Gerichts von Agrigent vom 7.10.2009

8 Mehr Infos im Bericht von FIDH, Migreurop und ISFM über Libyen von November 2012

9 Entscheidung vom 23.2.2012

 

[EN]

https://www.facebook.com/notes/boats4people/are-mediterranean-states-dreaming-of-a-european-papua-new-guinea-where-they-can-/606389099406131

http://www.boats4people.org/index.php/en/news/press-releases/622-are-mediterranean-states-dreaming-of-a-qeuropean-papua-new-guineaq-where-they-can-lock-up-their-boat-people

 

Boats 4 People

Press Release

Are Mediterranean states dreaming of a European Papua New Guinea where they can lock up their boat-people?

On August the 5th 2013 at around 1a.m, 46.6 nautical miles from Libya and 140 nautical miles from Malta, the Liberian-flagged oil tanker Salamis rescues 102 boat-people. This intervention follows Italy’s instructions to assist their vessel in distress. The Salamis continues towards Malta but the army stops it 24 nautical miles from the island. Malta orders the shipping company and the captain of the Salamis1 to return to Khoms, the vessel’s last port of call and the closest port to the site of the rescue, to disembark the boat-people. The captain refuses and calls for Malta and Italy to accept the migrants, four of whom are pregnant women requiring medical assistance2.

On August the 6th 2013, the European Commission (EC)3 orders Malta to allow the migrants to disembark in response to the urgent humanitarian needs of the situation, irrespective of the conflict over responsibility for the boat-people’s search and rescue. The EC recently reminded Malta its obligations with regard to the right to asylum, and in particular the principle of non-refoulement, when the island expressed its intention to push back migrants who had just arrived on its shores4.

The fate of the boat-people of the Salamis is not an isolated case. According to several press articles5, during the same night of the 4th to 5th August, a Turkish boat, the Adakent, followed Italian orders by saving 96 boat-people in the zone designated as the Libyan “Search and Rescue” (SAR) area and disembarking them in Tripoli. On June the 29th 2013, an Italian oil rig rescued 76 Eritreans and returned them to Libya. They were then detained in the Sibrata Mentega Delila camp in Tripoli where conditions are notoriously inhumane. In May 2012, two commercial vessels also assisted boat-people along the Libyan coast and disembarked the survivors in Tripoli6, once again following instructions from Rome.

These events recall the announcement made by Australia on July the 19th 2013 that it would no longer accept boat-people and would push them back or return them to Papua New Guinea “where they will remain even if their [asylum claim] is accepted”7. Are the Mediterranean states in search of a European Papua New Guinea where they can offload the boat-people?

Boats 4 People notes:

  • That Malta violates a number of international conventions by labelling Libyan ports as “safe” when numerous reports confirm that migrants in Libya are detained indefinitely in camps where inhumane and degrading treatment is the norm, to the extent that many have died there;

  • That the Italian justice system has already ruled, following the case of the ship Cap Anamur in 2009, that the captain must be the sole judge of the closest safe port where the boat-people may be disembarked in complete security8;

  • That Libya, in the throes of serious political instability, is not a signatory to the Geneva Convention on Refugees, and is known for offering no real protection to surviving migrants, whether or not they claim international protection9;

  • That the European Court of Human Rights (ECHR)10 has condemned Italy, in the Hirsi Jamaa case, for pushing migrants back towards Libya in high seas;

  • That less than a month ago the ECHR urgently suspended the decision of the Maltese authorities to push back boat-people towards Libya;

  • That instead of cooperating in the rescue, Italy and Malta continue to reject the possibility of assistance to the boat-people, at the expense of their safety.

We demand:

  • Italy and the other European states to cease instructions to disembark potential asylum seekers in Libya, such as the boat-people of the Adakent whose most basic rights are henceforth at risk;

  • Malta to immediately grant the boat-people from the Salamis the international protection to which they may be entitled;

  • The European Commission to take measures against states which refuse to disembark asylum seekers, or which instruct ships to disembark boat-people in Libya.

We ask for the notion of a “safe port” to be redefined, so that its interpretation is not limited to the immediate physical security of the boat-people but takes into account the risks of refoulement and inhumane and degrading treatment to which the disembarked persons may be exposed.

Boats4People wishes to express its solidarity with the captain of the Salamis, and asks all of the states involved to renounce any attempt at prosecuting the former or any other sailor who helps to rescue any boat-people.

Bamako, Rabat, Tunis, Rome, Paris, Tuesday, August the 6th 2013

Press contact: Nicanor Haon +216 52 70 18 71

Press contact: Nicanor Haon (Tunis) +216 52 70 18 71

1 The text of the letter is available online: p. 1 and p. 2

2 For more information, consult “The Times of Malta” dossier [available online]

3« Commissionner Cecilia Maelström urges Malta to take action [available online]

4 EC, Malta considering push-backs: statement by Home Affairs Commissioner, Cecilia Malmström, 9thJuly 2013 [available online]

5id. note 2, cf. “The Times of Malta” dossier [available online]

6 La Repubblica, Almeno dieci morti nel Canale di Sicilia. Superstite lancia l’allarme dalle coste libiche, 26th May 2012 [available online]

7 Rue89, L’Australie renvoie son premier boat-people par avion, 1st August 2013 [available online]

8Ruling of the Agrigente court, 7th October 2009 [available online]

9For more information, consult the report compiled by FIDH, Migreurop and JSFM entitled “Libya : The hounding of migrants must stop”, November 2012 [available online]

10ECHR, Hirsi Jamaa and others v. Italy, February the 23rd 2012 [available online]

[IT]

https://www.facebook.com/notes/boats4people/gli-stati-mediterranei-sognano-una-papua-nuova-guinea-europea-dove-rinchiudere-i/606476729397368

http://www.boats4people.org/index.php/it/attualita/comunicati/624-gli-stati-mediterranei-sognano-una-papua-nuova-guinea-europea-dove-rinchiudere-i-richiedenti-asilo

Il 5 agosto 2013 a circa l’una di notte, a 46,6 miglia nautiche dalla Libia e 140 da Malta, la petroliera Salamis, battente bandiera liberiana, presta soccorso a 102 boat-people. L’intervento fa seguito alle istruzioni ricevute dall’Italia. Il Salamis prosegue alla volta di Malta, ma l’esercito maltese lo ferma a 24 miglia dall’isola. Malta intima ad armatore e capitano del Salamis1 di tornare a Khoms, il porto precedente ed il più vicino al luogo del salvataggio, per sbarcare i boat-people. Il capitano rifiuta e richiede a Malta e all’Italia di accogliere i migranti, tra cui quattro donne incinta che necessitano assistenza medica2.

Il 6 agosto 2013, la Commissione europea (CE) ordina a Malta di lasciar sbarcare i migranti per rispondere all’emergenza umanitaria, indipendentemente dal conflitto di responsabilità a proposito della ricerca ed il soccorso di queste persone. La CE aveva già avuto occasione recentemente di ricordare a Malta i suoi obblighi in materia di diritto d’asilo e, in particolare, di non-refoulement, quando l’isola ha espresso l’internzione di respingere dei migranti appena arrivati3.

La sorte dei boat-people del Salamis non è un caso isolato. Secondo diversi articoli di stampa4, proprio nella notte tra il 4 e il 5 agosto, un’imbarcazione turca, l’Adakent, avrebbe obbedito all’Italia, portando in salvo 96 persone nella zona detta « di ricerca e salvataggio » (« Search and Rescue », ou SAR) libica per poi sbarcarli a Tripoli. Il 29 giugno 2013 una piattaforma petrolifera italiana avrebbe soccorso 76 eritrei e li avrebbe rimessi alla Libia. Sarebbero in seguito stati rinchiusi nel campo di detenzione di Sibrata Mentega Delila (Tripoli) dove le condizioni sono notoriamente inumane. A maggio del 2012, due imbarcazioni commerciali avrebbero ugualmente portato assistanza a dei boat-people a largo delle coste libiche e sbarcato i sopravvissuti a Tripoli5, sempre seguendo le istruzioni di Roma.

Questi eventi evocano l’annuncio fatto dall’Australia il 19 luglio scorso secondo cui l’Australia non accoglierà più i boat-people ma li respingerà o rinvierà verso la Papua Nuova Guinea « dove resteranno anche se [la domanda d’asilo] è accettata”6. Gli Stati mediterranei sono forese alla ricerca di una “Papua europea” dove concentrare i boat-people?

Boats4People constata :

  • Che Malta viola diverse convenzioni internazionali qualificando come « sicuri » dei porti libici, mentre numerosi rapporti provano che in Libia i migranti sono detenuti a tempo indeterminato in dei campi dove i trattamenti inumani e degradanti sono la norma, al punto che molti hanno perso la vita7 ;

  • Che la giustizia italiana ha già giudicato, in occasione del caso della Cap Anamur nel 2009 che il capitano deve essere il solo giudice del porto sicuro il più vicino dove dei boat-people possono essere sbarcati in tutta sicurezza8;

  • Che la Libia, in preda ad un’instabilità politica grave, non è firmataria delle Convenzione di Ginevra sui rifugiati, e notoriamente non offre alcune vera protezione ai migranti sopravvissuti che siano o meno in cerca di protezione internazionale9 ;

  • Che la Corte europea dei diritti dell’uomo (CEDU) ha condannato l’Italia nel caso “Hirsi Jamaa”10 del 2012, per aver respinto in alto mare dei migranti verso la Libia ;

  • Che la CEDU11ha sospeso d »urgenza meno di un mese fa la decisione delle autorità maltesi di respingere dei boat-people verso la Libia ;

  • Che invece di cooperare nei soccorsi continuano a rimpallarsi la responsabilità dell’assistenza ai boat-people, a discapito della loro sicurezza.

Chiediamo :

  • All’Italia e agli altri Stati europei, di cessare di dare istruzione di sbarcare in Libia dei potenziali richiedenti asilo come è accaduto ai boat-people dell’Adakent i cui diritti elementari sono ormai minacciati;

  • A Malta o all’Italia di garantire immediatamente ai boat-people del Salamis la protezione inetrnazionale che hanno il diritto di richiedere ;

  • Alla Commissione europea di prendere delle misure contro gli Stati che rifiutano di sbarcare dei richiedenti asilo e che danno istruzioni ad altre imbarcazioni affinché sbarchino dei boat-people in Libia.;

Chiediamo che il concetto di « porto sicuro » sia ridefinito affinché la sua interpretazione non si limiti alla sicurezza fisica immediata, ma prenda in conto i rischi di rimpatri o trattamenti inumani e degradanti che le persone sbarcate correrebbero.

Boats4People esprime tutta la sua solidarietà al capitano del Salamis e domanda a tutti gli Stati coinvolti di rinciare a tutta azione legale contro quest’ultimo e tutti i marinai che prestano assistenza ai boat-people.

Bamako, Rabat, Tunisi, Roma, Parigi, mercoledi 7 agosto 2013

Contatto: Carmen Cordaro +39 338 864 0213

1 Il testo della lettera è disponibile online : p. 1 e p. 2

2Per ulteriori informazioni, si veda il dossier di “The Times of Malta”  [disponibile su Internet]

3 CE, Malta considering push-backs: statement by Home Affairs Commissioner, Cecilia Malmström, 9 luglio 2013 [disponibile su Internet]

4id. nota 2, cf le dossier di « The Times of Malta » [disponibile su Internet]

5 La Repubblica, Almeno dieci morti nel Canale di Sicilia. Superstite lancia l’allarme dalle coste libiche, 26 maggio 2012 [disponibile su Internet]

6 Rue89, L’Australie renvoie son premier boat-people par avion, 1agosto 2013 [disponibile su Internet]

7 Per ulteriori informazioni, si veda il rapporto FIDH, Migreurop, JSFM, «Libye : en finir avec la traque aux migrants », novembre 2012 [disponibile su Internet]

8Sentenza del tribunale di Agrigento del 7 ottobre 2009 [disponibile su internet]

9Id. nota 7 Per ulteriori informazioni, si veda il rapporto FIDH, Migreurop, JSFM, «Libye : en finir avec la traque aux migrants », novembre 2012.

10 CEDU, Caso Hirsi Jamaa e altri c. Italie, 23 febbraio 2012 http://hudoc.echr.coe.int/sites/eng/pages/search.aspx?i=001-109230

11 Due organizzazioni fanno ricorso alla CEDU con una domanda di misure provvisorie contro Malta [disponibile su internet]

[FR]

https://www.facebook.com/notes/boats4people/les-%C3%A9tats-m%C3%A9diterran%C3%A9ens-r%C3%AAvent-ils-dune-papouasie-europ%C3%A9enne-o%C3%B9-enfermer-les-bo/606396182738756

http://www.boats4people.org/index.php/fr/actualite/communiques/621-les-etats-mediterraneens-revent-ils-dune-papouasie-europeenne-ou-enfermer-les-boat-people

 

Boats4People

Communiqué de presse

Les États méditerranéens rêvent-ils d’une « Papouasie européenne »

où enfermer les boat-people ?

Le 5 août 2013 à environ une heure du matin, à 46,6 miles nautiques de la Libye et 140 miles nautiques de Malte, le pétrolier Salamis de pavillon libérien, porte secours à 102 boat-people. Cette intervention fait suite aux instructions de l’Italie de secourir cette embarcation en détresse. Le Salamis continue vers Malte mais l’armée l’arrête à 24 miles nautiques de l’île. Malte somme la compagnie du Salamis ainsi que le capitaine1 de retourner à Khoms, son dernier port et le plus proche du lieu du sauvetage, pour y débarquer les boat-people. Le capitaine refuse et presse Malte et l’Italie d’accueillir les migrants dont quatre femmes enceintes nécessitant une assistance médicale2.

Le 6 août 2013, la Commission européenne (CE) ordonne à Malte de laisser débarquer les migrants afin de répondre à l’urgence humanitaire de la situation, indépendamment du conflit de responsabilité concernant les recherches et secours de ces personnes. La CE avait déjà eu l’occasion tout récemment de rappeler à Malte ses obligations de respect du droit d’asile, et en particulier le principe de non-refoulement, lorsque l’île avait eu l’intention de refouler des migrants qui venaient d’y arriver3.

Le sort des boat-people du Salamis n’est pas un cas isolé. Selon plusieurs articles de presse4, dans la même nuit du 4 au 5 août, un bateau turc, l’Adakent, aurait obéi à l’Italie, en sauvant 96 boat-people dans la zone dite « de recherche et sauvetage » (« Search and Rescue », ou SAR) libyenne pour les débarquer à Tripoli. Le 29 juin 2013, une plate-forme pétrolière italienne aurait secouru 76 Érythréens, et les aurait remis à la Libye. Ils auraient ensuite été enfermés au camp de Sibrata Mentega Delila (Tripoli) où les conditions sont notoirement inhumaines. En mai 2012, deux navires de commerce auraient également assisté des boat-people au large des côtes libyennes et débarqué les survivants à Tripoli5, toujours en suivant les instructions de Rome.

Ces événements rappellent l’annonce faite par l’Australie le 19 juillet de ne plus accueillir les boat-people et de les refouler ou les renvoyer vers la Papouasie-Nouvelle-Guinée « où ils resteront même si leur[demande d’asile]est acceptée »6. Les États méditerranéens sont-ils en quête d’une « Papouasie européenne » où concentrer les boat-people?

Boats4People constate :

  • Que Malte viole plusieurs conventions internationales en qualifiant de « sûrs » des ports libyens alors que de nombreux rapports attestent qu’en Libye les migrant·e·s sont enfermé·e·s indéfiniment dans des camps où les traitements inhumains et dégradants sont la norme, au point que beaucoup y sont morts7 ;

  • Que la justice italienne a déjà jugé, lors de l’affaire du navire Cap Anamur en 2009, que le capitaine doit être le seul juge du port sûr le plus proche vers lequel des boat-people doivent être débarqués en toute sécurité 8;

  • Que la Libye, en proie à une instabilité politique grave, n’est pas signataire de la Convention de Genève sur les réfugiés, et connue pour ne pouvoir offrir aucune protection véritable à des migrant·e·s rescapé·e·s, qu’ils ou elles soient ou non en demande de protection internationale9 ;

  • Que la Cour européenne des droits de l’Homme (CEDH) a condamné l’Italie, dans l’affaire « Hirsi Jamaa »10 de 2012, pour avoir refoulé en haute mer des migrants vers la Libye ;

  • Que la CEDH a suspendu en urgence il y a moins d’un mois la décision des autorités maltaises de refouler des boat-people vers la Libye ;

  • Qu’au lieu de coopérer dans le secours, l’Italie et Malte continuent de se rejeter la responsabilité de l’assistance des boat-people, cela aux dépens de leur sécurité.

Nous demandons :

  • À l’Italie et aux autres États européens, de cesser toute instruction de débarquement en Libye de potentiels demandeurs d’asile comme les boat-people de l’Adakent dont les droits les plus élémentaires sont désormais menacés ;

  • À Malte, de débarquer immédiatement les boat-people du Salamis et de leur donner la protection internationale dont ils peuvent se réclamer ;

  • À la Commission Européenne, de prendre des mesures contre les États qui refusent de débarquer des demandeurs d’asile, ou qui donnent instruction à des navires de débarquer des boat-people en Libye.

Nous demandons que la notion de « port sûr » soit redéfinie, pour que son interprétation ne se limite pas à la sécurité physique immédiate des boat-people mais prenne en compte les risques de renvoi ou de traitements inhumains et dégradants auxquels les personnes débarquées seraient exposées.

Boats4People exprime toute sa solidarité envers le capitaine du Salamis, et demande à tous les États impliqués de renoncer à poursuivre ce dernier ou tout marin qui aurait secouru des boat-people.

Bamako, Rabat, Tunis, Rome, Paris, mercredi 7 août 2013


Contatc presse: Nicanor Haon +2169 52 70 18 71

1 Le texte de la lettre est disponible en ligne : p. 1 et p. 2

2 Pour plus d’informations, consulter le dossier de « The Times of Malta » [disponible sur Internet]

3 CE, Malta considering push-backs: statement by Home Affairs Commissioner, Cecilia Malmström, 9 juillet 2013 [disponible sur Internet]

4id. note 2, cf le dossier de « The Times of Malta » [disponible sur Internet]

5 La Repubblica, Almeno dieci morti nel Canale di Sicilia. Superstite lancia l’allarme dalle coste libiche, 26 mai 2012 [disponible sur Internet]

6 Rue89, L’Australie renvoie son premier boat-people par avion, 1er août 2013 [disponible sur Internet]

7 Pour plus d’informations, consulter le rapport FIDH, Migreurop, JSFM, «Libye : en finir avec la traque aux migrants », novembre 2012 [disponible sur Internet]

8Jugement du tribunal d’Agrigente du 7 octobre 2009 [disponible sur internet]

9Pour plus d’informations, consulter le rapport FIDH, Migreurop, JSFM, «Libye : en finir avec la traque aux migrants », novembre 2012 [disponible sur Internet]

10 CEDH, Affaire Hirsi Jamaa et autres c. Italie, 23 février 2012 http://hudoc.echr.coe.int/sites/eng/pages/search.aspx?i=001-109230

بيان صحفي

Boats4People

 

هل تريد دول الحوض المتوسط من أوروبا أن  تكون قاذفة  لمهاجري الزوارق؟

أنقذت 102 مهاجرا سريا من طرف الباخرة النفطية التي تحمل اسم  Salamis de pavillon libérien   سريا وذلك يوم  5أغسطس 2013 حوالي الساعة السادسة صباحا، على بعد 46,6 ميل بحري عن ليبيا و140 ميل بحري عن ملطا.وجاء هذا الإنقاذ على إثر تعليمات إيطالية لنجدة هذه الباخرة المتعثرة.

 

الباخرة النفطية تابعت وجهتها، إلا أن الجيش المالطي أوقفها على بعد ٢٤ ميلا بحري عن الجزيزة. مالطا أنذرت الباخرة بالعودة إلى آخر ميناء رست فيه بـ  Khoms وحذرتها من الإقتراب مجددا من مكان الإنقاذ سالف الذكر لانزال المهاجرين هنالك.وهو ما رفضه قبطان السفينة طالبا من مالطا أو إيطاليا استقبال المهاجرين الذين من بينهم 4 نساء حوامل يتطلب وضعهن إغاثة طيبة عاجلة.

 

 و كانت اللجنة الأوروبية  قد طالبت  مالطا في السادس من أغسطس 2013  السماح للمهاجرين بالإرساء، من أجل الاستجابة  للدعم الإنساني العاجل الذي يتطلبه الوضع.بعيدا عن الأزمة حول المسؤولية المتعلقة بالبحث والإنقاذ الخاص بهولاء الأشخاص. كما أن اللجنة الأوربية ذكرت مالطا حديثا بواجباتها المتعلقة باحترام قانون اللجوء. وخصوصا مبدأ عدم „الإبعاد“، وذلك عندما كانت جزيزة مالطا ترغب في إبعاد مهاجرين فور وصولهم لأراضيها.

 

إن المصيرالذي تعرض له هؤلاء الماجرين السريين والباخرة التي أنقذتهم ليس حدثا معزولا وذلك بحسب العديد من المقالات الصحفية [4].

ففي ليلة 4 و  5 اغسطس  أذعنت باخرة تركية تحمل اسم Adakent لأوامر من إيطالية بالتوجه نحو طرابلس بليبيا لانزال المهاجرين وذلك بعد أن أنقذت 96 مهاجرا سريا  بمحاذات المنطقة التي يطلق عليها « de recherche et sauvetage » (« Search and Rescue », أو SAR) .

 

وفي  29 يونيو 2013 . أنقذت عابرة إيطالية 76 أريتيريا ثم سلمتهم لليبيا.وتم التحفظ عليهم بمخيم Sibrata Mentega Delila بطرابلس، حيث الظروف غير إنسانية جملة.

وفي مايو 2012 أنقذت بارجتين تجاريتين مهاجرين على السواحل الليبية وردتهم أحياء إلى طرابلس وذلك استجابة لأوامر سلطات روما.

هذه الأحداث تذكر  بإعلان السلطات الأسترالية في 19 يوليو بعدم استقبال المهاجرين السريين وبطردهم وإبعادهم إلى la Papouasie-Nouvelle-Guinée حيث يبقون ولو تم قبول طلبهم للجوء. فهل هذا هو ما تسعى إليه دول حوض البحر الأبيض المتوسط ؟؟

Boats4People  تلاحظ:

  • أن مالطا تنتهك عددا من القوانين الدولية حين تصف المواني الليبية بـ „الآمنة“، رغم أن عددا من التقارير تشير إلى أن المهاجرين في ليبيا يحتجزون في مخيمات يعاملون فيها في ظروف غير إنسانية ويتعرض كثير منهم للموت جراء ذلك.

 

  • أن القضاء الإيطالي حكم في العام 2009 بأن القطبان هو الوحيد المؤهل لتحديد الميناء الآمن والأقرب حيث ينزل المهاجرين السريين بكل أمان.

 

  • أن ليبيا معروفة بعدم الاستقارا السياسي الحاد، وليست مصادقة على اتفاقية جنيف للاجئين ومعروف أنها لا تقدم أية حماية للمهاجرين والناجين، سواء كانوا طالبين لحماية دولية أم لا.

 

  • أن المحكمة الأوربية لحقوق الإنسان حكمت ضد إيطاليا في قضية  « Hirsi Jamaa » في العام   2012 لأنها أبعدت مهاجرين في عرض البحر إلى ليبيا.

  •  أن الـ CEDH  ألغت منذ ما يقل عن شهر قرار السلطات المالطية بابعاد مهاجرين إلى ليبيا

 

  •   أنه بدل المساعدة في الإنقاذ فإن مالطا وإيطاليا تستمران في رفض المسؤولية والإغاثة للمهاجرين.

 

ندعو:

 

  •  إيطاليا والدول الأوروبية إلى وقف أي تعليمات برد المهاجرين إلى ليبيا ،حيث لا يحظى طالبي اللجوء على الحقوق الأساسية.

 

  • ندعوا مالطا وإيطاليا، فورا، إلى منح الحماية الدولية للمهاجرين على متن Salamis

 

  • ندعو اللجنة الأوروبية إلى اتخاذ اجراءات ضد الدول التي ترفض انزال طالبي اللجوء، و التي تعطي تعليمات للسفن التي تنقذهم بابعادهم إلى ليبيا أو إلى دول تهدد بها حقوقهم.

 

  •  نطلب من الدول ذات المواني الآمنة لأن تكون يقظة بأن  لا يكون تدخلها مقتصرا على التأمين المادي الآني للمهاجرين، بل أن تأخذ في الإعتبار الخطر الذي يمكن أن يتهددهم جراء الإبعاد أو التعامل غير الإنساني.

  • Boats4People تعبر عن تضامنها الكامل تجاه  قطبان  Salamis وتطلب من الدول المعنية وقف أي ملاحقة بحقه وبحق كل قطبان ينقذ المهاجرين.

Bamako, Rabat, Tunis, Rome, Paris, mardi 6 août 2013


المصادر والملحقات:

[1] Le texte de la lettre est disponible en ligne : p. 1 et p. 2

[2] Pour plus d’informations, consulter le dossier de « The Times of Malta » [disponible sur Internet]

[3] CE, Malta considering push-backs: statement by Home Affairs Commissioner, Cecilia Malmström, 9 juillet 2013 [disponible sur Internet]

[4] id. note 2, cf le dossier de « The Times of Malta » [disponible sur Internet]

[5] La Repubblica, Almeno dieci morti nel Canale di Sicilia. Superstite lancia l’allarme dalle coste libiche, 26 mai 2012 [disponible sur Internet]

[6] Rue89, L’Australie renvoie son premier boat-people par avion, 1er août 2013 [disponible sur Internet]

[7] Jugement du tribunal d’Agrigente du 7 octobre 2009 [disponible sur internet]

[8] Pour plus d’informations, consulter le rapport FIDH, Migreurop, JSFM, «Libye : en finir avec la traque aux migrants », novembre 2012 [disponible sur Internet]

[9] CEDH, Affaire Hirsi Jamaa et autres c. Italie, 23 février 2012 [disponible sur Internet]

 

coste libiche, 26 mai 2012 [disponible sur Internet]

[6] Rue89, L’Australie renvoie son premier boat-people par avion, 1er août 2013 [disponible sur Internet]

[7] Jugement du tribunal d’Agrigente du 7 octobre 2009 [disponible sur internet]

[8] Pour plus d’informations, consulter le rapport FIDH, Migreurop, JSFM, «Libye : en finir avec la traque aux migrants », novembre 2012 [disponible sur Internet]

[9] CEDH, Affaire Hirsi Jamaa et autres c. Italie, 23 février 2012 [disponible sur Internet]

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