20. Juli 2014 · Kommentare deaktiviert für Zentrales Mittelmeer, Sommer 2014: 1280-1480 Boat-people ertrunken · Kategorien: Ägypten, Hintergrund, Italien, Lesehinweise, Libyen · Tags: , ,

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Forschungsgesellschaft Flucht und Migration:

Dokumentation Zentrales Mittelmeer 30.04.- 24.07.2014

aktualisiert: 24.07.2014, 08.38 h

1.280 – 1.480 Boat-people ertrunken

Seit Mai 2014 gibt es kleine Meldungen darüber, dass sich die italienische Militäroperation Mare Nostrum immer wieder aus der See vor Libyen zurückzieht und immer größere Lücken lässt, die auch die eingebundene italienische Küstenwache auf SOS-Anruf nicht schließen kann. Einige Schiffskatastrophen haben sich ereignet, obwohl Flüchtlinge SOS-Alarm ausgelöst haben. Diese Meldungen gelangen nur am ganz am Rande in die Presse. Hiermit legt FFM eine Zusammenfassung aller Meldungen zu ertrunkenen Boat-people im Zentralen Mittelmeer im genannten Berichtszeitraum vor – Meldungen, die in wenigen Zeitungen kurzzeitig auftauchten und bislang nirgendwo systematisch recherchiert und zusammengefasst wurden. Die italienische Militäroperation Mare Nostrum und die Regierungen der EU und Nordafrikas zählen die Toten nicht.

Den Zusammenhang zwischen dem Rückzug von Mare Nostrum und dem Ansteigen der Schiffskatastrophen benennt Anfang Juni 2014 Human Rights Watch:
http://ffm-online.org/2014/06/05/

Das zensurähnliche Beschweigen der Schiffskatastrophen beginnt mit der Art, wie gerettet wird: Die Bootsflüchtlinge, die von der italienischen Operation Marine Nostrum oder auch von Frachtern gerettet werden, müssen in der Regel sofort ihre Handys abgeben. Erst nach zwei oder drei Tagen, nachdem sie in Sizilien oder Kalabrien an Land gebracht werden, gelingt die direkte Kontaktaufnahme zu ihren Angehörigen und ihrer Community in Italien.

Wenn Angehörige und Community-Engagierte erfahren, dass Bootsflüchtlinge SOS-Alarm auslösen, unterstützen sie diese durch Anrufe bei den zuständigen Behörden. Diese melden sich in der Regel aber nicht zurück. So vergehen Tage in völliger Ungewissheit, und die Aufklärung über Schiffskatastrophen wird enorm schwierig.

Die Recherchen sind wegen dieser Lage aussergewöhnlich ungenau. Es kann sein, dass manche Meldungen über ein und dasselbe Ereignis nicht eindeutig zugeordnet werden können. Wahrscheinlich ist, dass mehrere weitere Schiffskatastrophen im Berichtszeitraum gar nicht erfasst sind.
Im Folgenden sind die Verhaftungen von Boat-people durch libysche oder ägyptische Behörden und ihre Rücktransporte in nordafrikanische Lager nicht aufgeführt, in denen gefoltert wird. Der Zusammenhang zwischen dem Aufspüren von Flüchtlingsbooten durch Mare Nostrum / Frontex und der Rückdeportation nach Nordafrika ist in Einzelfällen dokumentierbar.

http://ffm-online.org/2014/07/19/libyen-sizilien-60-boat-people-ertrunken/

30.04.2014: ein UNHCR-Vertreter berichtete von einem Schiffswrack, das am 30. April untergegangen ist – ein somalischer Überlebender spricht hierbei von 40 Ertrunkenen.

http://ffm-online.org/2014/07/19/libyen-bericht-ueber-mehrere-schiffskatastrophen-vor-kueste/

Am 6. Mai sollen mindestens 58 Flüchtlinge 30 Seemeilen vor Tripolis ertrunken sein. An Bord sollen Staatsangehörige aus Burkina Faso, Camerun, Gambia, Mali und Senegal gewesen sein;

http://ffm-online.org/2014/07/19/libyen-bericht-ueber-mehrere-schiffskatastrophen-vor-kueste/

Mitte Mai 2014 sind 40 Flüchtlinge auf einem Boot ertrunken.

http://ffm-online.org/2014/06/15/italienische-marine-zieht-sich-zurueck-ueber-200-tote-boat-people-in-einem-monat/

12.05.2014, Schiffskatastrophe mit 249 Toten – an Bord waren 450 Flüchtlinge – warum hatte sich die italienische Marine zurückgezogen? Zu der Schiffskatastrophe 50 Seemeilen vor der libyschen Küste und 100 Seemeilen vor Lampedusa sind beunruhigende Fragen zu stellen. Nach ersten Recherchen von Professor Fulvio Vassallo Paleologo ergibt sich Folgendes: Die Angaben des italienischen Militärs sind zum Teil widersprüchlich und ungenau. Sie lassen aber darauf schließen, dass sich die italienische Marine (Operation Mare Nostrum) zum ersten Mal seit Oktober 2013 bewusst aus dem Gebiet vor der libyschen Küste zurückgezogen hatte. Zum ersten Mal hatte sie sich, so liess das italienische Militär verlauten, in Richtung Lampedusa zurückgezogen und das libysche Militär aufgefordert, Rettungsaktionen einzuleiten. (Bei den “Rettungsaktionen” der libyschen Küstenwache haben die libyschen Küstenwachenmilitärs in den vergangenen Monaten mehrfach auf Flüchtlingsschiffe geschossen und dabei Flüchtlinge getötet und verletzt.) Da die libysche Küstenwache bei dem sich anbahnenden Schiffsunglück nicht eingriff, hat Italien Frachtschiffe in der Nähe des Unglücksorts zu Rettungsaktionen aufgefordert. –

Unstimmig sind Angaben des italienischen Militärs zum Hergang des Schiffsunglücks: Es werden Fotos veröffentlicht, die ein langsam sinkendes Schiff zeigen, die Rede ist aber von dem schnellen Kentern des Flüchtlingsschiffs. Möglicherweise gab es ganz in der Nähe ein zweites Schiffsunglück, so dass die Details noch nicht eindeutig zugeordnet werden können. Aufschluss werden die geretteten Flüchtlinge bringen. – Die Frachtschiffe reagierten zu spät, die libysche Küstenwache gar nicht. Unter den elektronischen Augen der italienischen militärischen Aufklärung ertranken so 249 Tote. Überlebende berichten Details.
http://ffm-online.org/2014/05/14/fragen-zur-schiffskatastrophe-vom-12-05-2014-warum-hatte-sich-die-italienische-marine-zurueckgezogen/

09.06.2014: Drei Tage auf Meer ausgeharrt, mehrere Tote

http://ffm-online.org/2014/06/09/rettungsaktionen-mittelmeer-3-tage-ausgeharrt-mehrere-tote/#more-21869

Ca. im Juni 2014 wird aus Libyen wird in die USA gemeldet, dass mehr als 100 Flüchtlinge ertrunken sind, als drei Boote im Mittelmeer sanken.

http://ffm-online.org/2014/07/19/libyen-bericht-ueber-mehrere-schiffskatastrophen-vor-kueste/

13.06.2014, zwei Schiffskatastrophen, die zusammen vermutlich mehr als 200 Flüchtlingen das Leben gekostet haben: Auf dem einen Flüchtlingsboot befanden sich mindestens 90 Personen, laut italienischer Marine. Das Flüchtlingsboot war von einem portugiesischen Frontex-Flugzeug aufgespürt, überwacht und nach Italien gemeldet worden. Das andere Flüchtlingsboot transportierte 104 Personen, 10 Tote auch aus früheren Schiffskatastrophen wurden geborgen. Beide Boote befanden sich 40 Seemeilen vor der libyschen Küste. Die Meldung der beiden Schiffskatastrophen wurde erst über die Bürgermeisterin von Lampedusa, Giusi Nicolini, bekannt.

http://ffm-online.org/2014/06/16/italien-libyen-kurznotiz-zur-schiffskatastrophe-vom-13-062014/
http://ffm-online.org/2014/06/15/frontex-fuer-200-tote-am-13-06-2014-verantwortlich-il-fatto-quotidiano/
http://ffm-online.org/2014/06/15/italienische-marine-zieht-sich-zurueck-ueber-200-tote-boat-people-in-einem-monat/#more-22052

Ca. am 2. Juli sind 80 Bootsflüchtlinge im Kanal von Sizilien untergegangen, die italienische Marine hat 27 Überlebende gerettet, sie stundenlang verhört, aber die Schiffskatastrophe verschwiegen. Erst der UNHCR macht Schiffskatastrophe 24 Stunden später öffentlich, als er mit den nach Catania gebrachten Überlebenden sprechen kann. Anschließend begann Staatsanwalt Giovanni Salvi zu ermitteln, aber nicht gegen die Abschottungsmassnahmen der EU, die die Flüchtlinge zum Besteigen von seeuntauglichen Booten veranlassen, sondern gegen sogenannte “Schlepper und Schleuser”.

http://ffm-online.org/2014/07/03/erst-unhcr-macht-schiffskatastrophe-oeffentlich/

Am 6. Juli sind über 200 Bootsflüchtlinge ertrunken, als ein Schiff vor der libyschen Küste vor Tripolis sank. Das hat die libysche Küstenwache dem UNHCR gemeldet. 12 Überlebende wurden gerettet.

http://ffm-online.org/2014/07/09/vor-libyscher-kueste-12-boat-people-tot-geborgen-viele-vermisst-unhcr/

Mitte Juli 2014 ging ein ägyptisches Fischerboot vor der ägyptischen Küste bei der Stadt Metoubes im Regierungsbezirk Kafr El-Sheikh mit 56 Ägyptern unter, die nach Italien fahren wollten. Zwei Tote wurden geborgen.

http://ffm-online.org/2014/07/19/aegypten-56-boat-people-vor-kueste-ertrunken/
http://ffm-online.org/2014/07/19/aegypten-boat-people-ertrunken-ueberlebende-kriminalisiert/#more-23226

Am 14.07.2014 hat sich 40 Seemeilen vor der libyschen Küste, nahe der Hauptstadt Tripolis, hat sich eine weitere Schiffskatastrophe mit über 100 Toten ereignet. Ein türkische Frachter rettete 12 Überlebende, sie berichten von dem Sinken des Schiffs. Während die internationale Presse regelmäßig über die Flüchtlinge berichtet, die die italienische Marine-Operation Mare Nostrum rettet, herrscht ein zensurähnliches Schweigen über die zunehmenden Schiffskatastrophen zwischen Libyen und Sizilien in den letzten zwei Monaten. Während das Leben im libyschen Transit für Flüchtlinge immer unerträglicher wird, angesichts der Folter in den Lagern und dem Rassismus wie den Kämpfen auf den Straßen, hat sich der UNHCR am selben Tag der Schiffskatastrophe – am 14.07.2014 – vollständig aus Libyen zurückgezogen.

http://ffm-online.org/2014/07/16/libyen-sizilien-ueber-100-boat-people-ertrunken/

Am 16.07.2014 sind 30 Seemeilen vor der libyschen Küste sind nach Berichten von Überlebenden ca. 60 Boat-people ertrunken. Ein Frachter rettete 62 Flüchtlinge des untergegangenen Boots. Die Besatzung des Frachters sprach mit den Überlebenden und sorgte anscheinend dafür, dass dass die Schiffskatastrophe bekannt wurde. Aber erst 24 Stunden später gelangte die Meldung in veröffentlichte Nachrichten.

http://ffm-online.org/2014/07/19/libyen-sizilien-60-boat-people-ertrunken/

Am 20.07.2014 weist die IOM auf zwei Schiffskatastrophen hin: Vor der libyschen Küste ist ein Schiff am 19. oder 20.07.2014 mit 60 Flüchtlingen gesunken, und 240 EritreerInnen werden laut Aussagen Überlebender seit dem 19./20.07.2014 vermisst.

http://ffm-online.org/2014/07/21/italien-libyen-300-boat-people-seit-wochenende-vermisst/

Am 21.07.2014 sind ca. 180 Flüchtlinge ertrunken, als ihr Boot sank. Es gab 61 Überlebende, von der italienischen Marine an Bord genommen. Die Angaben der Toten wurden von 20 auf 30 und schließlich auf 181 hochkorrigiert. An Bord hatte es ein Blutbad gegeben.

Von dem Flüchtlingsboot existiert ein unglaubliches Video: Kinder, die (von den Helfern zugeworfen?) in viel zu grosse Schwimmwesten gesteckt wurden, springen ins Wasser, rutschen aus den Schwimmwesten und ertrinken, andere springen auch und ertrinken anscheinend. Es war ein Desaster, was die „Rettung“ betrifft, und das wird nun anscheinend durch das Messerstecherei-Blutbad vollends ueberdeckt. Auch was das Messer-Blutbad betrifft, so ist zu fragen, ob es in einem Zusammenhang mit der zu spaet und mangelhaft organisierten „Rettung“ steht …

http://ffm-online.org/2014/07/21/vor-sizilien-20-boat-people-ertrunken/

http://ffm-online.org/2014/07/22/italien-lampedusa-181-fluechtlinge-gestorben-kurier-at/

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-07/fluechtlinge-lampedusa-tote-verhaftungen

http://www.mopo.de/politik—wirtschaft/massaker-auf-fluechtlings-boot-lampedusa–60-menschen-erstochen–50-ins-meer-geworfen,5066858,27929372.html

Der UNHCR korrigiert die Zahl der Bootsflüchtlinge, die in den letzten 10 Tagen im Kanal von Sizilien umgekommen sind, hoch auf 260.

http://ffm-online.org/2014/07/24/un-ruft-wegen-massensterbens-im-mittelmeer-eu-zu-hilfe-auf/

Seit Mitte Juli ist zunächst ein Schiff mit 350 syrischen, eritreischen und somalischen Flüchtlingen jenseits aller Kontrollen in den Hafen von Lampedusa eingelaufen. Unter ihnen sind 110 Frauen und 30 Kleinkinder. Am 18. Juli sind es schon sieben Flüchtlingsschiffe, die jenseits der Mare-Nostrum-Kontrollen bis nach Lampedusa gelangt sind, so dass auf der kleinen Insel derzeit 1.278 Boat-people festgehalten werden.

http://ffm-online.org/2014/07/18/lampedusa-350-boat-people-unkontrolliert-angekommen/
http://ffm-online.org/2014/07/19/lampedusa-7-fluechtlingsboote-ohne-kontrolle-angekommen/

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FFM Analysis: 1280-1480 People Dead in the Central Mediterranean since May 2014 (updated: 26.07.2014, 18.37h)

Since May 2014 news reports indicate that the Italian military operation Mare Nostrum repeatedly retreats from the Sea area of Libya, leaving ever-greater gaps that cannot be closed by the Italian coast guard responding to distress-calls. Several shipwrecks have occurred despite distress-calls launched by refugees. These reports only rarely gain media attention. Hereby FFM provides a round-up of all reports concerning drowned boat-people in the Central Mediterranean in the aforementioned period of time that appeared only briefly in a few news-outlets and that were nowhere systematically investigated and summarised. The Italian military operation Mare Nostrum and the governments of the EU and North-Africa do not count the dead.The relation between the retreat of Mare Nostrum and the increase in shipwrecks is reported by Human Rights Watch in the beginning of June 2014: http://ffm-online.org/2014/06/05/this-summer-could-become-the-season-of-mass-drownings-in-the-mediterranean-hrw-ai/

The censorship-resembling silence concerning the shipwrecks relates to the method of rescuing: the boat-refugees who are rescued by the Italian operation Mare Nostrum or by cargo vessels usually have to hand-in their mobile phones. Only two or three days after they have been brought to land in Sicily or Calabria, direct communication to relatives and their community in Italy is enabled.
When relatives and community-members learn about distress-calls by refugees, they support them by calling the administration in charge. These, however, usually do not get back to them. In this way, days pass by in complete uncertainty and the investigation of shipwrecks becomes tremendously difficult.
Due to this situation, the investigations are extraordinarily inexact. It may be that some reports concerning one and the same event cannot be definitively allocated. It is probable that several other shipwrecks in the period of time were not noticed.
Additionally, the arrests of boat-people by Libyan or Egyptian administrations and their return to North-African camps where torture is practiced are not mentioned. The connection between the detection of refugee-boats by Mare Nostrum/Frontex and the deportation back to North-Africa is documentable in individual cases.
http://ffm-online.org/2014/07/19/libyen-sizilien-60-boat-people-ertrunken/

30.04.2014: a UNHCR-representative reports of a ship that sank on the 30th of April – a Somali survivor reports of 40 drowned persons.
http://ffm-online.org/2014/07/19/libyen-bericht-ueber-mehrere-schiffskatastrophen-vor-kueste/

On the 6th of May at least 58 refugees are said to have drowned 30 sea miles off Tripoli. On board are reported to have been nationals of Burkina Faso, Cameroon, Gambia, Mali and Senegal.
http://ffm-online.org/2014/07/19/libyen-bericht-ueber-mehrere-schiffskatastrophen-vor-kueste/

Mid-May 2014, 40 refugees drowned.
http://ffm-online.org/2014/06/15/italienische-marine-zieht-sich-zurueck-ueber-200-tote-boat-people-in-einem-monat/

12.05.2014, a shipwreck occurs with 249 deaths, with 450 refugees on board. Why did the Italian navy retreat? The shipwreck 50 sea miles off the Libyan coast and 100 sea miles off Lampedusa raises alarming questions. Initial investigations by Professor Fulvio Vassallo Paleologo show the following: The details given by the Italian military are in parts contradictory and imprecise. They, however, indicate that the Italian navy (operation Mare Nostrum) has, for the first time since October 2013 intentionally retreated from the area of the Libyan coast. For the first time, so the Italian military stated, it retreated towards Lampedusa and requested the Libyan military to initiate rescue operations. (In these ‘rescue operations’ by the Libyan coast guard in the past months, the Libyan coast guard military repeatedly shot at refugee-boats and thereby killed and injured refugees. Since the Libyan coast guard did not intervene in the imminent shipwreck, Italy requested cargo vessels nearby to engage in rescue efforts. The details given by the Italian military concerning the course of events of the shipwreck are incoherent: Photographs are published that show a slowly sinking ship but the details provided indicate the fast sinking of the refugee-boat. Possibly there has been a second shipwreck nearby so that the details cannot be clearly assigned. The rescued refugees will shed light on this. The cargo vessels reacted too late, the Libyan coast guard not at all. Within the electronic gaze of the Italian military, 249 refugees died. Survivors provide further details.
http://ffm-online.org/2014/05/14/fragen-zur-schiffskatastrophe-vom-12-05-2014-warum-hatte-sich-die-italienische-marine-zurueckgezogen/

09.06.2014: Holding out for three days at sea – several deaths
http://ffm-online.org/2014/06/09/rettungsaktionen-mittelmeer-3-tage-ausgeharrt-mehrere-tote/#more-21869

Approximately in June 2014, it is reported from the US that off Libya more than a 100 refugees drowned when three boats sank in the Central Mediterranean.
http://ffm-online.org/2014/07/19/libyen-bericht-ueber-mehrere-schiffskatastrophen-vor-kueste/

13.06.2014: Two shipwrecks occurred that presumably cost the lives of more than 200 refugees. On one of the refugee-boats there were at least 90 persons, as reported by the Italian navy. The refugee-boat was detected, monitored and reported to Italy by a Portuguese Frontex-aircraft. The other refugee-board carried 104 people, 10 dead were retrieved (also from earlier shipwrecks). Both boats were 40 sea miles off the Libyan coast. The information about the two shipwrecks was only publicly communicated via the mayor of Lampedusa, Giusi Nicolini.
http://ffm-online.org/2014/06/16/italien-libyen-kurznotiz-zur-schiffskatastrophe-vom-13-062014/
http://ffm-online.org/2014/06/15/frontex-fuer-200-tote-am-13-06-2014-verantwortlich-il-fatto-quotidiano/
http://ffm-online.org/2014/06/15/italienische-marine-zieht-sich-zurueck-ueber-200-tote-boat-people-in-einem-monat/#more-22052

Approximately on the 2nd of June, 80 boat-refugees drowned in the Strait of Sicily. The Italian navy rescued 27 survivors, interrogated them for several hours but concealed the shipwreck. Only the UNHCR communicated the shipwreck in public 24 hours later when they spoke to survivors who were brought to Catania. Subsequently the federal prosecutor Giovanni Salvi started investigations but not into the ’sealing-off‘ efforts by the EU that prompts refugees to board unseaworthy boats but against the so-called ‘traffickers’.
http://ffm-online.org/2014/07/03/erst-unhcr-macht-schiffskatastrophe-oeffentlich/

On the 6th of June, more than 200 boat-refugees drowned when their boat sank off the Libyan coast near Tripoli. This was reported by the Libyan coast guard and the UNHCR. 12 survivors were rescued.
http://ffm-online.org/2014/07/09/vor-libyscher-kueste-12-boat-people-tot-geborgen-viele-vermisst-unhcr/

On 14.07.2014, 40 sea miles off the Libyan cost near the capital Tripoli, another shipwreck occurred with more than 100 deaths. A Turkish cargo vessel rescued 12 survivors who report of the sinking of the boat. While the international media continuously reports about the refugees that were rescued by the navy-operation Mare Nostrum, a censorship-resembling silence prevails concerning the increasing number of shipwrecks between Libya and Sicily in the last two months. While the lives of refuges in transit in Libya become increasingly unbearable in the face of torture in the camps and racist abuse on the streets, the UNHCR completely retreated on the same day of the shipwreck, on 14.07.2014, from Libya.
http://ffm-online.org/2014/07/16/libyen-sizilien-ueber-100-boat-people-ertrunken/

15.07.2014: 30-181 deaths. Several major news-outlets first report of the death of 30 migrants on a fishing boat carrying more than 600 people, south of Lampedusa in waters between Libya and Malta. The boat was intercepted by Italian and Maltese navy vessels and assisted by two merchant ships. The apparent cause of death was the inhalation of engine fumes. One person died on the way to hospital. Survivors were taken to Italy and two of them were brought to a hospital in Palermo. So far the Italian navy has not released information on the nationalities of the dead and the survivors.
However, between the 22nd and 25th of July the IOM, UNHCR and other news outlets report that more than 750 people had been on that boat. Survivors estimate that between 110-151 people had been stabbed and thrown overboard during the journey. The Italian police has arrested five men accused of murder.
http://www.unhcr.org/53d0cbb26.html
http://www.bbc.co.uk/news/world-europe-28082969
http://www.theguardian.com/world/2014/jun/30/thirty-dead-bodies-found-migrant-boat-italy
http://www.repubblica.it/cronaca/2014/07/22/news/i_naufraghi_superstiti_barcone_strapieno_ne_sono_annegati_180-92107078/
http://www.iom.int/cms/en/sites/iom/home/news-and-views/press-briefing-notes/pbn-2014b/pbn-listing/migrants-tell-of-mass-murder-on.html
http://www.focus.de/panorama/welt/grausiges-blutbad-an-bord-augenzeugen-181-fluechtlinge-sterben-vor-lampedusa_id_4007600.html

On 16.07.2014, following reports of survivors, about 60 boat-people drowned 30 sea miles off the Libyan coast. A cargo vessel rescued 62 refugees from the sinking boat. The crew-members of the cargo vessel talked to the survivors and ensured that the shipwreck became publicly communicated. However, the report reached the news only 24 hours later.
http://ffm-online.org/2014/07/19/libyen-sizilien-60-boat-people-ertrunken/

In mid-July 2014 an Egyptian fishing vessel sank off the Egyptian coast near the city of Metoubes in the administrative district of Kafr El-Sheikh with 56 Egyptians on board who wanted to reach Italy. Two dead were retrieved.
http://ffm-online.org/2014/07/19/aegypten-56-boat-people-vor-kueste-ertrunken/
http://ffm-online.org/2014/07/19/aegypten-boat-people-ertrunken-ueberlebende-kriminalisiert/#more-23226

On 20.07.2014 the IOM reports of two shipwrecks: A boat sank off the Libyan coast on the 19. or 20.07.2014 with 60 refugees on board, and 240 Eritreans are missing since 19./20.07.2014 due to testimonies of survivors.
http://ffm-online.org/2014/07/21/italien-libyen-300-boat-people-seit-wochenende-vermisst/

On 21.07.2014 about 180 refugees drowned when their boat sank. There were 61 survivors who were taken on-board by the Italian navy. The estimate of deaths were adjusted from 20 to 30 and finally to 180.
http://ffm-online.org/2014/07/21/vor-sizilien-20-boat-people-ertrunken/

Since mid-July a vessel with 350 Syrian, Eritrean and Somali refugees arrived in the harbour of Lampedusa. Amongst them were 110 women and 30 small children. On the 18th of July there were already seven refugee-boats that had reached Lampedusa despite Mare-Nostrum-controls so that 1.278 boat-people are held on the small island.
http://ffm-online.org/2014/07/18/lampedusa-350-boat-people-unkontrolliert-angekommen/
http://ffm-online.org/2014/07/19/lampedusa-7-fluechtlingsboote-ohne-kontrolle-angekommen/

http://ffm-online.org/2014/07/20/zentrales-mittelmeer-sommer-2014-800-1-000-boat-people-ertrunken/#more-23264

http://www.watchthemed.net/reports/view/54

Last update: 19:39 Jul 26, 2014

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