16. September 2014 · Kommentare deaktiviert für Schiffskatastrophe „Massenmord“ (IOM) – was ist wirklich passiert? · Kategorien: Ägypten, Griechenland, Italien, Malta · Tags: , ,

Zur Schiffskatastrophe südöstlich von Malta, die die IOM als Massenmord qualifizierte, gibt es unterschiedliche Angaben und Daten. Darauf macht das militärorientierte Internetportal „defenceweb“ aufmerksam. Es stellt Unterschiede in der Darstellung von IOM und UNHCR heraus. Demnach wird folgendermaßen rekonstruiert:

Am Samstag dem 06.09.2014 ist das Flüchtlingsschiff mit laut IOM über 500 Passagieren an Bord aus dem ägyptischen Damiette gestartet. der UNHCR spricht von über 300 Passagieren. Am Mittwoch dem 10.09.2014 ist das Schiff laut IOM mit über 500 Menschen untergegangen. Die IOM sützt ihre Angaben auf Interviews mit zwei palästinensischen Überlebenden in Sizilien. Am Freitag dem 12.09.2014 wurden laut IOM neun Überlebende gerettet. Andere Berichte sprechen von zehn oder elf Überlebenden. Sie sind über Kreta, Sizilien (und anderen italienischen Regionen?) und Malta verteilt.

Laut UNHCR ging das Schiff erst am Freitag dem 12.09.2014 mit über 300 Menschen unter. Der UNHCR sagt, er habe frühzeitig von der Schiffskatastrophe erfahren.

Ausserdem finden sich in den Berichten Hinweise darauf, dass sich sowohl IOM wie UNHCR in den letzten drei Tagen mit fünf aktuellen Schiffskatastrophen im Zentralen Mittelmeer befasst haben, die über 700 oder eher über 800 Menschenleben gefordert haben. Zwei haben vor der libyschen Küste, eine vor der ägyptischen Küste stattgefunden. Möglicherweise hat es nicht eine, sondern zwei oder mehrere Schiffskatastrophen „südöstlich von Malta“ im Zeitraum zwischen dem 10.09. und dem 12.09.2014 gegeben. FFM-Online berichtete bereits, dass in frühen Meldungen genaue Orts- und Zeitangaben fehlten und anschließend unterschiedliche Ablaufsversionen in wenigen Medien erschienen. Warum gibt es keine präzisen staatlichen Darstellungen aus Italien, Malta und Griechenland? Warum werden die SOS-Daten nicht veröffentlicht?

Inzwischen vermeldet die IOM, dass sie eigenständige Untersuchungen vornehmen wird. Entscheidend für die Aufklärung wird sein, in wessen Obhut sich die Überlebenden befinden. Die IOM ist in ihrer Philosophie auf die Skandalisierung von Fluchthilfe ausgerichtet; der UNHCR eigentlich auf das Einklagen des internationalen Schutzes von Flüchtlingen.

via As many as 700 migrants feared drowned in Mediterranean | defenceWeb

Ähnliche Beiträge

Kommentare geschlossen.