09. Februar 2017 · Kommentare deaktiviert für „Balkanroute: Die Koalition der Willigen“ · Kategorien: Balkanroute, Österreich · Tags: , , ,

Wiener Zeitung | 08.02.2017

Migrationskonferenz: Die Balkanroute soll geschlossen bleiben, Schlepper sollen bekämpft werden.

Von Werner Reisinger

Wien. Dass über die Balkanroute so gut wie keine Flüchtlinge mehr nach Mitteleuropa kommen, sei vor allem das Verdienst der Westbalkankonferenz im Februar letzten Jahres gewesen – zu spät hätte Europa nach dem Sommer 2015 auf die Flüchtlingsbewegung reagiert, so der Tenor auf der Konferenz „Managing Migration Challenges Together“ am Mittwoch in Wien. Innenminister Wolfgang Sobotka und Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil trafen mit ihren Amtskollegen aus Ungarn, Tschechien und den Westbalkanstaaten zusammen, auch Griechenland, Rumänien und Bulgarien nahmen teil.

Zwar sei die Migrationsbewegung nach dem Schließen der Route durch die Anrainerstaaten drastisch reduziert worden, pro Tag würden aber nach wie vor bis zu 40 Flüchtlinge auf griechischen Inseln ankommen, sagte Sobotka. Dem Verteidigungsminister machen vor allem die Schlepper Sorgen. Zwischen 1000 und 1500 Asylanträge habe es im vergangenen Jänner gegeben, dies sei vor allem auf Schlepperei zurückzuführen, ist Doskozil überzeugt. Und schließlich befürchten die Minister und ihre europäischen Amtskollegen, dass der EU-Deal mit dem türkischen Präsidenten Erdogan nicht halten könnte – und sich alsbald wieder Flüchtlinge auf den Weg Richtung Europa machen könnten. Bis April wollen die an der Konferenz beteiligten Staaten daher einen Plan ausarbeiten, wie dem Schlepperwesen und etwaigen neuen Flüchtlingsbewegungen entgegengetreten werden kann.

Ein Signal an Schlepper und an Flüchtlinge solle dieser sein, es gebe „kein illegales Kommen nach Europa“ mehr, sagte Sobotka. Man müsse „präventiv eingreifen, um unsere Bevölkerung vor einer neuen Herausforderung durch Migration zu schützen“. Welche konkreten Maßnahmen die Staaten ergreifen wollen, steht noch nicht fest. Der Plan soll zuerst eine Beurteilung der jeweiligen Lage an den Grenzen beinhalten, in der Folge soll der Bedarf an Personal und Material erhoben werden. Schließlich sollen „Koordinationsmechanismen“ ausgearbeitet werden, die über ein Agieren auf diplomatischer Ebene hinausgehen: Sobotka sprach von einem „Regelwerk“, das festschreiben soll, welche Staaten sich in einem „Notfallsszenario“ wie mit Einsatzkräften und Mitteln unterstützen.

Plan als Vorlage für die EU?

Der Plan, so betonte Doskozil, werde sich nicht auf die europäischen Außengrenzen und die Grenzen von Anrainerstaaten beschränken – auch europäische Grenzen sollen Ziel der im Plan vereinbarten Maßnahmen sein. Zusammenarbeiten wolle man auch beim Thema Rückführungen von Flüchtlingen. Auf eine europäische Lösung, sagte der Verteidigungsminister, wolle man keinesfalls warten. Viel eher solle der multilaterale Plan auch der EU als Vorbild dienen.

Ungarns Innenstaatssekretär Karoly Kontrat war vor allem voll des Lobes für seine eigene Regierung. Diese habe „von Anfang an“ gesagt, dass die illegale Migration gestoppt werden müsse. Kontrat forderte erneut Hotspots außerhalb der EU, in der „Migranten vorsortiert“ werden sollen, nicht jeder habe ein Recht auf Asyl in Europa. Kontrat behauptete, es bestehe ein „enger Zusammenhang“ zwischen Einwanderung und Terrorismus.

Mit Frontex, so Sobotka, könne man bisher „nicht zufrieden“ sein. Was Kontrollen am Brenner angehe, so seien die Aufgriffe von Flüchtlingen „leicht zurückgegangen“, betonte der Minister. Er sei überzeugt, Italien wisse, dass von österreichischer Seite Maßnahmen ergriffen werden würden, wenn das Land seiner Kontrollpflicht nicht nachkommen würde.

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Channel News Asia | 09.02.2017

SE, central Europe states eye closer border cooperation to deter migrants

VIENNA: More than a dozen countries in central and southeastern Europe agreed on Wednesday to draw up plans by late April for closer military and civilian cooperation to protect their borders in case a migrant deal the EU has struck with Turkey collapses.

The deal, clinched nearly a year ago, has sharply cut the number of migrants entering the European Union from Turkey via Greece and the Balkans, but Ankara has repeatedly threatened to halt cooperation as its relations with the EU have worsened.

Interior and defence ministry officials from 16 countries stretching from Greece to Poland signed a joint declaration committing them to instruct their police, civilian and military authorities to work together on a crisis response plan.

„We here have the perfect tool to prepare something that is really needed and that thing is a Plan B for the situation when the EU-Turkey deal fails and for that we should be prepared,“ said Czech Deputy Defence Minister Jakub Landovsky.

Europe’s migrant crisis, which saw an influx of more than one million people, many of them fleeing conflicts in Syria, Iraq and elsewhere, during 2015, has exposed deep divisions within the 28-nation EU.

Many of the countries participating in Wednesday’s meeting in Vienna have rejected calls, led by the European Commission and Germany, for them to share the burden of resettling the migrants by accepting quotas.

Defence Minister Hans Peter Doskozil of Austria, which has taken the lead in organising a regional response to the migrant crisis, said it would have preferred a fully fledged EU response to the issue, but added: „We won’t wait any longer.“

Under the EU-Turkey deal, Ankara agreed to stop illegal migrants from crossing from its territory to Greece in exchange for financial aid for those in its care and the promise of visa-free travel to Europe for its own citizens. The EU also agreed to accelerate Turkey’s long-stalled talks to join the bloc.

But there has been deadlock over the plan to grant Turks visa-free access to Europe, with Brussels first wanting Turkey to change its anti-terrorism laws, which it deems too broad.

Ties soured further following a failed military coup in Turkey. The EU has criticised the scale of Ankara’s crackdown on people it deems to have supported the coup, while Turkey has said Europe’s response to the putsch was too limp.

Wednesday’s meeting in Vienna built on a similar gathering last year that led to the introduction of border controls across the region.

(Reporting by Shadia Nasralla, additional reporting by Francois Murphy; Editing by Gareth Jones)

– Reuters

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