12. März 2017 · Kommentare deaktiviert für „Sichtung von Flüchtlingsbooten: Eine Drohne, die Leben rettet“ · Kategorien: Alarm Phone, Mittelmeer · Tags: , ,

taz | 12.03.2017

Hacker vom Chaos Computer Club bauen für Sea-Watch eine Drohne. Sie soll Flüchtlingsboote sichten, aber auch Verstöße von Küstenwachen dokumentieren.

Laura Ewert

Erst geht es raus aus Berlin über die Autobahn, bald nach der Abfahrt wird es holprig, der Weg zur Werkstatt wird matschig, führt an frisch gestrichenen Datschen und einem See vorbei durch den Wald. Zuletzt geht es durch ein Tor in einem Zaun. Dahinter stehen Mercedes-Busse und Bauwagen. Aus den Ofenrohren steigt Rauch.

Benthor und Steini heißen die zwei, die den Weg zu einer Hütte weisen. Drin brennt ein schwarzer Ofen und wärmt den voll gestellten Raum. Auf dem Tisch ein Teller mit Schmalzstullen neben Kabeln, Akkus, Schraubenziehern, Think Pad, Gafferband. Was wird hier gebaut?

In der Mitte des Tischs liegt ein Flugzeugmodell aus Styropor. Flügelspannweite ein Meter. Benthor, Steini und noch ein paar andere basteln seit Monaten an einem autonomen Flugobjekt, einer Drohne. Und die soll mehr können als jene Drohnen, die man im Geschäft kaufen kann. Sie soll Leben retten. Leben von Menschen, die sich in nicht meerestauglichen Schlauchbooten dicht gedrängt über das Mittelmeer in eine bessere Welt retten wollen.

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12. März 2017 · Kommentare deaktiviert für „Debatte Arabischer Frühling: Die Zeit des Zweifelns ist vorbei“ · Kategorien: Hintergrund · Tags:

taz | 12.03.2017

Sechs Jahre nach dem Arabischen Frühling hat sich der Diskurs gedreht. Die Revolutionshelden von damals werden jetzt als naive Verlierer gesehen.

Charlotte Wiedemann

Der Freispruch für Husni Mubarak war wie der letzte Nagel, der den Sarg der Träume verschließt. Ägyptens ehemaliger Herrscher ist also nicht verantwortlich für den Tod von 850 Menschen auf dem Tahrirplatz, für jene Opfer aus den 18 Tagen Revolte im Jahr 2011, die dem Gestürzten zunächst ein Todesurteil eintrugen.

Extrem, wie die jeweiligen Zeitumstände die juristische Bewertung diktieren können. Bemerkenswert aber auch, wie aus der damals überbordenden Begeisterung deutscher Berichterstatter ein Unterton des Tadels wurde.

Was auf dem Tahrirplatz geschah, sei „nur ein naiver Aufstand“ gewesen, schreibt in der Süddeutschen Zeitung Tomas Avenarius, von dem ich noch eine wunderbare Reportage vom Abend des Sturzes Mubaraks besitze, in der das Wort Revolution sehr oft vorkommt. Der Begriff Naivität wird sonst nicht benutzt für Menschen, die sich unbewaffnet gegen Panzer stellen. In dem Wort schwingt ein Vorwurf mit. Naiv ist, wer die Folgen seines Handelns nicht bedenkt.

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12. März 2017 · Kommentare deaktiviert für „Italy protests: Anti-EU leader’s visit sparks violence in Naples“ · Kategorien: Italien · Tags: , ,

BBC | 11.03.2017

Italian police have clashed with protesters in Naples amid a visit by the leader of the anti-immigrant Northern League party.

Riot police fired tear gas and used water cannon against masked groups armed with Molotov cocktails, local media report.

The protesters were marching through the southern city in opposition to the Northern League’s anti-EU policies.

The party, led by Matteo Salvini, is looking to gain support in the region.

The demonstrations in the city were largely peaceful, but violence broke out after a small group of individuals with their faces covered threw bottles and other objects at police.

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12. März 2017 · Kommentare deaktiviert für „Migration in Afrika: Wäre es nicht besser, fortzugehen?“ · Kategorien: Afrika, Lesehinweise

Zeit Online | 09.03.2017

Jetzt wollen die Europäer die Fluchtursachen in Afrika bekämpfen. Vier neue Bücher über den Kontinent berichten von Leid, Vitalität und Ausbeutung.

Von Christiane Grefe

Warum bricht Tom Burgis in Tränen aus? Der Reporter der Financial Times weint zu Beginn seines neuen Buchs über Afrika. Das wirkt zunächst befremdend. Doch dann erzählt Burgis, wie er sich im Krankenhausbett an die Bilder von den Opfern eines Massakers in Nigeria erinnert hat, über das er Monate zuvor berichtet hat. Die professionelle Distanz des Journalisten hat das Schuldgefühl überlagern, nicht aber verdrängen können: das Schuldgefühl, selbst am Leben zu sein.

Als er genesen ist, sieht sich Tom Burgis umso mehr in der Verantwortung: Er will die Wurzeln der Barbarei in Nigeria ergründen. Geht es dort wirklich um „ethnische Rivalitäten“? Mit dieser Erklärung will er sich nicht zufriedengeben. Er will tiefer bohren: Welche Rivalitäten genau? Das Ergebnis ist eine atemberaubende Reise durch jenen Teil des afrikanischen Kontinents, „den die Welt als ihre Mine benutzt“. Unterwegs von Nigeria über Angola und den Kongo bis nach Äquatorialguinea, trifft Burgis Täter und Opfer im grausamen Kampf um Rohstoffe.

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12. März 2017 · Kommentare deaktiviert für „Start vermehrter Abschiebungen aus Wien nach Afghanistan“ · Kategorien: Afghanistan, Österreich · Tags:

derStandard | 11.03.2017

Fünf bis sechs Rückflugtermine binnen einen Monats – Unbescholtener 19-Jähriger soll am Montag zurück – Anwalt: „Rechtsstaatliches Versagen“

Irene Brickner

Wien/Kabul – Im Unterschied zu den umstrittenen Gruppenabschiebungen nach Afghanistan aus Deutschland sind es Rückführungen in Linienflügen, aber deren Zahl nimmt aktuell zu: Insgesamt fünf bis sechs Mal wurden in den vergangenen zwei – und werden in den kommenden zwei – Wochen negativ beschiedene Flüchtlinge aus dem Land am Hindukusch zwangsweise aus Wien in die afghanische Hauptstadt zurückgeflogen.

Dabei wird ganz offensichtlich von der bisherigen Praxis abgegangen, nur Afghanen in ihre Heimat abzuschieben, die straffällig geworden sind – wie es der Leiter des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl (BFA), Wofgang Taucher, noch im Jänner der Austria Presse Agentur sagte. Ein 19-jähriger Bursch, der im Herbst 2015 als unbegleiteter Minderjähriger nach Österreich kam, sitzt seit wenigen Tagen in Schubhaft. Einer dem STANDARD vorliegenden schriftlichen „Information über die bevorstehende Abschiebung“ des BFA in Niederösterreich vom 9. März entsprechend soll er am Montag abgeschoben werden. Laut seinem Anwalt Christian Schmaus ist er unbescholten.

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12. März 2017 · Kommentare deaktiviert für „Flüchtlinge: Hauptsache, raus“ · Kategorien: Deutschland · Tags: ,

Zeit Online | 11.03.2017

Rückkehrberater sollen Flüchtlingen, die Deutschland wieder verlassen, beim Neustart im Herkunftsland helfen. Aber bisher können sie ihnen meist nur den Rückflug zahlen.

Von Catiana Krapp und Florian Müller

Eine rosafarbene Box mit Taschentüchern steht auf dem Holztisch im Büro. „Wohlfühlduft“ steht darauf. Doch eine wohlige Atmosphäre kommt hier garantiert nicht auf. Vor der Tür warten Flüchtlinge auf ihren letzten offiziellen Termin in Deutschland. Für fast alle gilt: Der Besuch hier besiegelt ihren Abschied. Zurück ins Herkunftsland, aus dem sie gekommen sind. Sie stehen vor der Tür einer Rückkehrberaterin aus dem Rheinland, die anonym bleiben will. Denn guten Rat geben kann sie nur selten. „Das Problem ist, dass ich den Menschen nichts anbieten kann“, sagt sie.

In vielen Städten Deutschlands ist die Lage ähnlich: In den Büros der Rückkehrberater stehen täglich neue Flüchtlinge, deren Asylantrag abgelehnt wurde oder die bereits ahnen, dass sie nicht in Deutschland bleiben dürfen. Hier soll ihnen geholfen werden, bei der Rückkehr und beim Neuanfang in ihrer Heimat. Das zumindest ist es, was das Wort „Rückkehrberatung“ verspricht. Und das ist es auch, was die Mitarbeiter in den Büros gern leisten würden. Aber die Praxis sieht anders aus. Tatsächlich dienen die vermeintlichen Berater dem Staat dazu, erzwungene Ausweisungen als vermeintlich freiwillige Rückkehr zu verkaufen.

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12. März 2017 · Kommentare deaktiviert für „18 arrestations à Oran: Un réseau de passeurs démantelé à Kristel“ · Kategorien: Algerien · Tags: , ,

Le Quotidien d’Oran | 12.03.2017

par K. Assia

Un réseau de 18 personnes, impliquées dans l’organisation d’opérations d’émigration clandestine, a été démantelé, hier, à Kristel, par les éléments du groupement de la gendarmerie d’Oran. Les investigations, menées par les gendarmes, ont permis de récupérer trois véhicules légers, un camion ainsi que plusieurs moteurs d’embarcations pneumatiques et des jerricans de carburants, dont les candidats à l’émigration clandestine ont besoin pour leur traversée. Ces passeurs de ‘harraga‘ sont souvent mis en contact avec des jeunes désirant rallier, illégalement, l’autre rive de la Méditerranée. Ils leur procurent des embarcations, des moteurs, des gilets de sauvetage ainsi que le carburant, en contrepartie d’importantes sommes d’argent, que les clandestins doivent s’acqitter.

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12. März 2017 · Kommentare deaktiviert für „Raped, beaten, exploited: the 21st-century slavery propping up Sicilian farming“ · Kategorien: Italien · Tags: ,

The Guardian | 12.03.2017

Thousands of female Romanian farm workers are suffering horrendous abuse

Lorenzo Tondo and Annie Kelly

very night for almost three years, Nicoleta Bolos lay awake at night on a dirty mattress in an outhouse in Sicily’s Ragusa province, waiting for the sound of footsteps outside the door. As the hours passed, she braced herself for the door to creak open, for the metallic clunk of a gun being placed on the table by her head and the weight of her employer thudding down on the dirty grey mattress beside her.

The only thing that she feared more than the sound of the farmer’s step outside her door was the threat of losing her job. So she endured night after night of rape and beatings while her husband drank himself into a stupor outside.

“The first time, it was my husband who said I had to do this. That the owner of the greenhouse where we had been given work wanted to sleep with me and if we refused he wouldn’t pay us and would send us off his land,” she says.

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12. März 2017 · Kommentare deaktiviert für NON A L’ACCORD TUNISO-ALLEMAND · Kategorien: Deutschland, Tunesien · Tags: ,

ORGANISANT LES EXPULSIONS MASSIVES DE MIGRANTS TUNISIENS.

Selon des déclarations officielles reprises par les médias, le Président de la République Tunisienne et la chancelière allemande ont annoncé la signature d’un accord tuniso-allemand prévoyant l’expulsion de 1500 migrants tunisiens prétendus en situation irrégulières en Allemagne.

Les associations de la société civile tunisiennes signataires rappellent leur position de refus de tous les accords de réadmission et dénoncent cet accord pour les raisons suivantes :

  1. Il remet en cause un droit de l’Homme fondamental à la libre circulation des personnes.
  2. Il viole la dignité et l’intégrité physique des migrants car il prévoit leur expulsion massive, accélérée et forcée.
  3. Il ne prévoit pas le droit au recours des migrants contre ces procédures d’expulsion.
  4. Cet accord a été négocié sans aucune consultation des organisations de la société civile tunisienne intervenant dans le champ migratoire. Pire, il n’a pas été rendu public à ce jour, violant ainsi le droit des citoyens à la transparence et à l’accès aux données publiques.
  5. Cet accord intervient dans un contexte de surenchères populistes faisant des amalgames entres les migrants et les terroristes, que nous dénonçons.
  6. Cet accord s’inscrit dans les politiques migratoires européennes qui se traduisent par des pressions inacceptables, notamment relatives à la conditionnalité de l’aide publique au développement sur les pays du Sud dont la Tunisie.

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