13. Oktober 2017 · Kommentare deaktiviert für Buchpremiere am 17.10.: „Diktatoren als Türsteher Europas“ · Kategorien: Afrika, EU, Lesehinweise, Termine · Tags: ,

taz  | 13.10.2017

Jahrelange Recherchen machen die prekäre und verheerende Abschottungspolitik Europas deutlich.

Europa zieht erneut seine Grenzen durch Afrika. Migrationskontrolle – nicht nur in Form des Abkommens mit der Türkei – ist in der EU zu einer Frage von höchster innenpolitischer Bedeutung geworden.

Mit Hochdruck baut sie daher ihre Beziehungen zu den Regierungen auf dem afrikanischen Kontinent aus. Diese sollen ihre Bürger daran hindern, nach Europa zu gelangen. Die EU bietet dafür milliardenschwere Militär- und Wirtschaftshilfe.

Sie arbeitet mit Regimen zusammen, die schwere Menschenrechtsverletzungen begehen, und bildet deren Polizei und Armeen aus. Die Bewegungsfreiheit in Afrika wird eingeschränkt, Entwicklungshilfe wird umgewidmet und an Bedingungen geknüpft: Wer Migranten aufhält, bekommt dafür Geld.

Am meisten profitieren europäische IT-Unternehmen sowie Rüstungs- und Sicherheitskonzerne. Sie erhalten äußerst lukrative Aufträge, um Afrikas Grenzen aufzurüsten und Hunderte Millionen Menschen biometrisch zu erfassen.

Seit Jahren recherchieren Simone Schlindwein und Christian Jakob zu diesem Thema. Ihr Buch, „Diktatoren als Türsteher Europas. Wie die EU ihre Grenzen nach Afrika verlagert“ (Ch. Links, 2017), ist die erste umfassende Darstellung der neuen europäischen Afrikapolitik.

Im Gespräch mit Lektor Dr. Patrick Oelze stellen die AutorInnen ihr Buch erstmals in Berlin vor:

Christian Jakob, Jahrgang 1979, Journalist, seit 2006 Redakteur, seit 2014 Reporter der taz; für seine Berichterstattung zur Asylpolitik 2015 für den Journalistenpreis »Der lange Atem« nominiert.

Simone Schlindwein, Jahrgang 1980, seit 2008 Korrespondentin der taz für die Region der Großen Seen: DR Kongo, Ruanda, Burundi, Uganda, Zentralafrikanische Republik, Südsudan; 2016 Auszeichnung mit dem Journalistenpreis „Der lange Atem“ (zusammen mit Dominic Johnson) für ihre Recherchen über die FDLR in Ruanda, der DR Kongo und Deutschland sowie das dazugehörige Buch „Tatort Kongo“.

Veranstaltungsinformationen

Wann: Dienstag, 17. Oktober 2017 um 19 Uhr

Wo: taz Café, Rudi-Dutschke-Str. 23, 10969 Berlin-Kreuzberg, Eintritt frei

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