07. Mai 2018 · Kommentare deaktiviert für „Libysche Küstenwache hindert NGO an Rettungseinsatz im Mittelmeer“ · Kategorien: Libyen, Mittelmeer · Tags: , ,

NZZ | 07.05.2018

Die libysche Küstenwache hat ein Schiff der Hilfsorganisationen SOS Mediterranee und Ärzte ohne Grenzen daran gehindert, Flüchtlinge von einem überfüllten Schlauchboot zu retten.

(afp) Die libysche Küstenwache hat am Sonntag ein von Hilfsorganisationen gechartertes Schiff an einer Rettungsaktion für in Seenot geratene Bootsflüchtlinge gehindert. Dies berichtete ein AFP-Fotograf an Bord der «Aquarius». Wie der Journalist berichtete, war das Schiff von der italienischen Küstenwache über ein überfülltes Boot vor der libyschen Küste informiert worden. Auch die libysche Küstenwache war informiert worden.

Die Libyer übernahmen den Rettungseinsatz und hinderten das Schiff der Hilfsorganisationen SOS Mediterranee und Ärzte ohne Grenzen daran, sich dem Flüchtlingsboot zu nähern. Die Helfer wurden angewiesen abzudrehen, als Flüchtlinge begannen, ins Wasser zu springen, um nicht von der libyschen Küstenwache aufgegriffen zu werden. Die libysche Marine gab später bekannt, mehr als 300 Flüchtlinge bei drei verschiedenen Einsätzen gerettet zu haben. Demnach gab es einen Toten und einen Vermissten.

Die libysche Küstenwache hatte Hilfsorganisationen in der Vergangenheit vorgeworfen, mit ihrer Präsenz bei Rettungseinsätzen Panik und Verwirrung auszulösen, weil die Flüchtlinge versuchten, die Schiffe der Organisationen zu erreichen, um nicht nach Libyen zurückgebracht zu werden. Der italienische Abgeordnete Riccardo Magi warf den Libyern am Sonntag indes vor, ausserhalb des Gesetzes zu agieren.

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