20. April 2018 · Kommentare deaktiviert für Conflits dans le Sahara : des dynamiques locales occultées par le mirage du djihad global · Kategorien: Frankreich, Mali, Sahara · Tags: ,

In einem bemerkenswerten Aufsatz analysiert Marc-Antoine Pérouse de Montclos, Forschungsdirektor am /Institut de recherche pour le développement (IRD),/den Hintergrund des größten französischen Kriegseinsatzes seit dem algerischen Unabhängigkeitskrieg. Er hält die Bekämpfung des Dschihadismus im Sahel für eine überbewertete, wenn nicht vorgeschobene Begründung. Dass der laufende Kriegseinsatz kaum von Kritik in der französischen Öffentlichkeit begleitet wird – im Unterschied zu den Massenprotesten gegen den US-geführten Golfkriegen 1991 und ab 2003, erklärt er mit der französischen Herrschaftstradition, Aufstände im eigenen Land wie in den Kolonien als religiöse Verschwörung darzustellen.

Die Gründe, die die französische Regierung zu Beginn des Kriegseinsatzes 2013 angab, seien nicht stichhaltig. Weder habe in dem Jahr eine dschihadistische Eroberung Südmalis gedroht, noch seien damals wie behauptet massenhaft Frauen und Kinder von Dschihadisten massakriert worden. Eine regelrechte Entführungsindustrie gebe es auch in Mittel- und Südamerika sowie in anderen subsaharischen Ländern, ohne dass deswegen dort militärisch interveniert würde.

Massenbefragungen und zahlreiche Reiheninterviews dschihadistischer Gefangener in den Sahel-Ländern hätten ergeben, dass religiöse Motivationen bei ihrer Rekrutierung nur eine geringe Rolle gespielt hätten. Wichtig sei hingegen das Kampfziel, Familien, Communities und legale oder informelle ökonomische Aktivitäten zu schützen. Ausserdem ginge es vielen um Einkommen und sozialen Aufstieg. Auslösend sei häufig die Erfahrung sozialer Ungerechtigkeit, staatlicher oder parastaatlicher Repression sowie korrupter Praktiken staatlicher Machthaber vor Ort.

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16. April 2018 · Kommentare deaktiviert für „Mali : un pays toujours désintégré“ · Kategorien: Mali · Tags: , ,

Die Tageszeitung Libération schreibt, gestützt auf NGO-Berichte, dass das französische Militär in Mali zu Geheimoperationen übergegangen ist. Verhaftete werden in Massengefängnisse verbracht, die sich in Internierungslager verwandelt haben, oder umgehend „neutralisiert“.
Bislang hielt sich die Annahme, dass mit diesem Begriff stets die extralegale Hinrichtung von Gefangenen bezeichnet wurde. Die Hingerichteten werden an Ort und Stelle anonym begraben. Doch jetzt präsentierte das Internationale Strafgericht in Den Haag einen Gefangenen, dessen Namen die Internationale Menschenrechtsliga vor einem Jahr als „neutralisiert“ registriert hatte. Die französischen Streitkräfte hatten die „Neutralisierung“, aber keinen Haftverbleib dieser Person bekannt gemacht.

Liberation | 13.04.2018

Depuis l’opération Serval en 2013, l’armée française n’a pas réussi à éliminer des groupes jihadistes discrets qui restent à l’affût dans le Nord. Les ONG dénoncent en outre des crimes commis par les forces régulières, repoussant encore toute perspective d’unité du territoire.

Par Maria Malagardis

«Je ne pense pas qu’il soit possible de régler le problème au Mali en moins de dix à quinze ans, si tant est que nous le puissions.» Le pronostic est du chef d’état-major des armées français, le général François Lecointre. Il s’exprimait devant des députés, fin février. Cinq ans après le début de l’opération Serval pour déloger les jihadistes qui s’étaient emparés de la moitié du pays, le Mali est toujours malade. Certes, les cellules jihadistes sont désormais éclatées, réduites à la clandestinité, à la guérilla ou aux attentats (lire page 5), mais l’insécurité a progressé. Alors qu’une élection présidentielle doit se tenir le 29 juillet, l’Etat n’a pas repris pied dans les régions du Nord, il a même reculé dans le Centre. L’armée française a désormais recours à des partenaires contestés, en particulier les troupes des chefs de guerre touaregs Moussa ag Acharatoumane et El Hadj ag Gamou. Quant aux militaires maliens, ils sont accusés d’exactions par les organisations de défense des droits de l’homme.

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11. April 2018 · Kommentare deaktiviert für „Bundeswehr: Kabinett verlängert zwei Einsätze in Afrika“ · Kategorien: Afrika, Deutschland, Mali · Tags:

DW | 11.04.2018

Die deutschen Einsätze in Mali und Somalia sollen bis 2019 verlängert werden. Darauf einigte sich das Bundeskabinett. In Zukunft könnten auch mehr Soldaten als bisher in Mali eingesetzt werden.

Im Rahmen der EU-Ausbildungsmission sollen die Bundeswehr-Soldaten noch ein Jahr länger in Mali bleiben, so die Pläne des Bundeskabinetts. Auf ihrer Klausurtagung im Schloss Meseberg beschlossen die Minister der Großen Koalition eine Verlängerung bis Mai 2019.

Deutschland wird Ende November die Führung der EU-Mission in Mali übernehmen, daher einigte sich das Kabinett darauf, auch die Mandatsobergrenze auf 350 Soldaten anzuheben. Aktuell unterstützen rund 150 Bundeswehrsoldaten die lokalen Kräfte in Mali im Kampf gegen Terroristen. Bisher wurden mehr als 10.000 malische Soldaten ausgebildet.

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30. März 2018 · Kommentare deaktiviert für „Algeria: Deported Migrants Robbed in Mali“ · Kategorien: Algerien, Mali, Mittelmeerroute, Niger, Westlich · Tags:

HRW | 14.03.2018

Waves of Arbitrary Expulsions

(Beirut) – Algerian authorities have arbitrarily deported in the beginning of March more than a hundred migrants of various African nationalities into a lawless zone of neighboring Mali, where armed groups have robbed some of them, Human Rights Watch said today.

The Algerian authorities failed to adequately screen the migrants to determine their status and give them the opportunity to challenge their deportation, including those who might have refugee claims, and to collect their savings and belongings. A nongovernmental organization based in Gao, Mali, said that it had provided services to more than 125 of the recently arrived Migrants on March 6 and 7.
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30. März 2018 · Kommentare deaktiviert für „Furious, Deported Malian Migrants Stone Algeria’s Embassy In Mali“ · Kategorien: Algerien, Mali, Mittelmeerroute, Westlich · Tags: ,

Morocco World News | 16.03.2918

In what some local media outlets have compared to the fury that led young Iranians to take the American embassy hostage in 1979, dozens of angry deported Malian migrants recently stormed the Algerian embassy in Bamako, attacking the building with stones and leaving the building in ruins.

The incident is said to be a follow up of the expulsion of 94 Malian migrants from Algerian territory last week. Armed with stones and some other metallic materials, the angry deported migrants took out their anger, fury, and frustration at the North African country’s diplomatic representation in their country, hoping that this desperate act would send signals as to what the general mood is regarding Algeria’s mistreatment of sub-Saharan migrants.
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23. März 2018 · Kommentare deaktiviert für Sahel: Dschihadismus als Sozialbewegung · Kategorien: Lesehinweise, Mali, Rezensionen, Sahara · Tags: , ,

Der französische Politologe Jean-François Bayart beschreibt den Dschihadismus im Sahel als eine Sozialbewegung, die in den ärmeren Schichten oftmals mehr Ansehen als „der Staat“ genieße. Der Dschihadismus garantiere beispielsweise den freien informellen Handel, während der Staat für Straßenblockaden und Grenzkontrollen stehe. Zahlreiche weitere Beispiele werden genannt. Der Artikel der Zeitschrift „Jeune Afrique“ nimmt eine jüngste Veröffentlichung des Politologen zum Ausgangspunkt. (Jean-François Bayart: Violence et religion en Afrique. Karthala, Paris 2018)

Jeune Afrique | 19.03.2018

Terrorisme – Jean-François Bayart : « Les jihadistes sont souvent mieux perçus que l’État »

Par Christophe Boisbouvier

Pour le chercheur et politologue français Jean-François Bayart, la dimension religieuse est secondaire dans le développement des mouvements jihadistes en Afrique. Les racines du mal seraient surtout sociales.

L’islam entretient-il un rapport privilégié avec la violence ? Pour beaucoup, la réponse est dans la question. Mais dans Violence et religion en Afrique, publié en février chez Karthala, le politologue français Jean-François Bayart s’attaque à ce poncif.

Pour Jeune Afrique, cet « empêcheur de penser en rond » analyse au plus près le phénomène jihadiste, notamment au Nord-Mali et au Nigeria.

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22. März 2018 · Kommentare deaktiviert für „Warum Europa die Sklavereibilder aus Libyen gelegen kamen“ · Kategorien: Afrika, Deutschland, Frankreich, Mali, Mauretanien, Senegal, Tschad

medico international | 03.2018

Amadou M’Bow, mauretanischer Menschenrechtler und medico-Partner spricht im Interview über die G5 Sahel, Sklavereibilder aus Libyen und die Rolle der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in der Region.

Die G5 Sahel haben sich vor vier Jahren zusammengetan, um in den Bereichen Armutsbekämpfung, Infrastrukturausbau, Landwirtschaft und Sicherheit zusammenzuarbeiten. Was ist von diesem Zusammenschluss zu halten?

Amadou M’Bow: Dieser Zusammenschluss ist nicht von den fünf beteiligten Ländern Mauretanien, Mali, Niger, Burkina Faso und Tschad selbst initiiert worden, sondern geht auf eine Initiative Frankreichs zurück. Wir verstehen nicht einmal genau, wie G5 Sahel funktioniert. Da Frankreich nicht die finanziellen Mittel hat, um seine Strategie für die G5 umzusetzen, wurden weitere Geldgeber gesucht. Nachdem die USA abgewunken haben, kommen jetzt die EU, Deutschland, aber auch Saudi-Arabien dazu, die Geld mitbringen und damit auch an Einfluss gewinnen. Und das alles, obwohl noch gar nicht klar ist, was das Mandat der G5 eigentlich ist.

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15. März 2018 · Kommentare deaktiviert für Abschiebungen nach Mali: Demonstranten greifen algerische Botschaft an · Kategorien: Algerien, Mali · Tags: ,

Le Quotidien d’Oran | 14.03.2018

Expulsions de migrants: Violentes manifestations devant l’ambassade de l’Algérie au Mali

par Moncef Wafi

L’expulsion des migrants subsahariens est en train de déborder à l’international et la position de l’Algérie, de plus en plus fragile, par rapport à ce sujet.

Après la condamnation des ONG nationales et internationales des rafles visant des immigrés en situation irrégulière, l’interpellation d’Alger sur ce dossier par les instances onusiennes, les réactions s’enchaînent et prennent une tournure violente.

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14. März 2018 · Kommentare deaktiviert für „Au Sahel, le discours… et la méthode“ · Kategorien: Frankreich, Mali · Tags: ,

Die Tageszeitung „Le Monde“ gibt einen Überblick über diverse Analysen, die ein Scheitern der französischen Strategien im Sahel konstatieren. In der ersten Phase des französischen Militäreinsatzes in Mali vor fünf Jahren hieß es, dass französische Soldaten die „Sicherheit“ wiederherstellen sollten. Als sich in der Augen der Bevölkerung die französischen Militärs allmählich in Besatzer verwandelten, setzten neue französische Strategien zusätzlich auf lokale und regionale Entwicklungsprojekte. Aber auch diese seien, so die zitierten Experten, rundum gescheitert, weil sie nicht aus den Bedürfnissen der Bevölkerung heraus entwickelt worden seien, weil sie unkoordiniert betrieben wurden und weil sie in den lokalen Alltagsstrukturen hängengeblieben seien. Es wird daran erinnert, dass Mali bis 2012 als Musterland galt, in das jedes Jahr eine Milliarde Dollar Entwicklungshilfe floss – aber dieser Geldzufluss habe in Mali bekanntlich keine westliche Stabilität garantiert.

Le Monde | 13.03.2018

Analyse. L’initiative lancée par Paris vient s’ajouter à une quinzaine de stratégies régionales existantes au bilan au mieux qualifié de « mitigé » et plus souvent d’« échec », explique la journaliste du « Monde », Laurence Caramel.

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12. März 2018 · Kommentare deaktiviert für L’Algérie continue, en catimini de se débarrasser de milliers migrants sur tout son territoire. · Kategorien: Mali · Tags:

Aus dem Migrationshaus in Gao (Mali) kommen Berichte über Massenabschiebungen aus Algerien in den letzten Tagen.

Pressée par les pays européens de contenir le flux migratoire et d’exporter leur frontière vers le Maghreb et l’Afrique sub-saharien, l’Algérie, l’un des meilleures élèves, multiplie les arrestations de migrants sur tout leur territoire jusqu’au niveau des frontières. Ces arrestations s’opèrent sans aucun contrôle d’identité, sous prétexte qu’on applique l’accord dit de rapatriement mais pourtant la majorité des maliens avait des documents en bon et due forme et avec des cachés d’entrée en cours de validité.

L’on peut croire que cette situation s’est intensifiée avec le discours du Ministre de l’Intérieur nigérien, Mr Bazoum le 21 Février dernier, de cesser d’expulser des migrants non-nigériens vers son pays.

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