16. November 2015 · Kommentare deaktiviert für Unlogische Unterscheidung zwischen Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen · Kategorien: Deutschland, Lesehinweise

Quelle: Migazin

Kriegsflüchtlingen wollen wir helfen, Wirtschaftsflüchtlingen nicht. Warum wir diese Unterscheidung machen, lässt sich nicht logisch begründen.

Von Sabine Beppler-Spahl

„Wir müssen helfen, das ist doch klar. Allerdings sind viele, die kommen, Wirtschaftsflüchtlinge“. Der Satz fällt während einer Unterhaltung im Bekanntenkreis. Keine Einzelmeinung, wie eine im Oktober erhobene repräsentative Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach bestätigt. „Eine überwältigende Mehrheit“, heißt es da, „will Flüchtlinge aus Krisengebieten aufnehmen, andere aber rasch und konsequent abschieben“ (FAZ 21.10.2015). Die Unterscheidung zwischen Kriegsflüchtlingen und Wirtschaftsflüchtlingen kommt uns leicht über die Lippen. Doch logisch begründbar ist sie nicht. Sie ist die Konsequenz eines von vielen Seiten angefeuerten unwürdigen Wettlaufs um den größten Opferstatus.

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15. November 2015 · Kommentare deaktiviert für „Wenn die Utopie explodiert“ · Kategorien: EU, Lesehinweise · Tags:

Zeit Online | 24.09.2015

Die Träume der Immigranten von einem freien Leben in Europa werden sich kaum erfüllen. Gerade deshalb müssen wir die Bedingungen der globalen Wirtschaft, die dazu führen, dass Menschen weltweit als Sklaven leben, radikal verändern. Vier konstruktive Vorschläge zur Flüchtlingsfrage

Von Slavoj Žižek

In ihrer klassischen Studie Interviews mit Sterbenden entwickelte Elisabeth Kübler-Ross ein Schema der fünf Phasen, mit denen wir auf die Diagnose einer unheilbaren Krankheit reagieren: Nicht-wahrhaben-Wollen (man weigert sich schlicht, die Tatsache zu akzeptieren: „Das kann nicht sein, nicht bei mir“); Zorn (man gerät außer sich, wenn sich die Tatsache nicht leugnen lässt: „Wieso ausgerechnet ich?“); Verhandeln (die Hoffnung, dass wir die Wahrheit hinauszögern oder abschwächen können: „Ich will wenigstens noch den Schulabschluss meiner Kinder erleben“); Depression (der Abzug der libidinösen Besetzung: „Ich werde sterben, jetzt ist mir alles egal“); Zustimmung („Da ich nichts dagegen tun kann, kann ich mich genauso gut darauf vorbereiten“). Kübler-Ross wandte diese fünf Phasen später auf jede Form eines katastrophalen Verlusts an – auf Arbeitslosigkeit, den Tod eines geliebten Menschen, eine Scheidung, Drogenabhängigkeit – und betonte, dass sie nicht unbedingt in derselben Reihenfolge auftreten und auch nicht alle Betroffenen sämtliche Phasen durchlaufen.

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27. Oktober 2015 · Kommentare deaktiviert für Maurice Stierl: „The WatchTheMed Alarm Phone“ · Kategorien: Alarm Phone, Hintergrund, Lesehinweise

Quelle: movements-journal

Maurice Stierl (2015)
The WatchTheMed Alarm Phone
A Disobedient Border-Intervention

In: movements. Journal für kritische Migrations- und Grenzregimeforschung 1 (2)

23. Oktober 2015 · Kommentare deaktiviert für „Rückzug aus der Solidarität?“ · Kategorien: andere Länder, Deutschland, EU, Lesehinweise

Quelle: SWP

Die Visegrád-Länder und ihre Reserviertheit in der Flüchtlingspolitik

von Kai-Olaf Lang

Die Länder der Visegrád-Gruppe – Ungarn, Tschechien, die Slowakei und Polen – zeigen bei der laufenden Auseinandersetzung um die europäische Flüchtlingspolitik eine abweisende, ja missbilligende Haltung gegenüber einer aus ihrer Sicht großzügigen Aufnahme von Asylsuchenden. Ein automatisiertes Verteilungssystem lehnen sie ab; vor allem dieser Punkt hat Zweifel an ihrer Bereitschaft aufkommen lassen, in einer normativ wie innenpolitisch hochrelevanten Frage Solidarität innerhalb der EU zu üben. An der Zurückhaltung dieser und anderer Länder aus dem östlichen Teil der EU wird sich angesichts der dortigen gesellschaftlichen wie politischen Ausgangslage mittelfristig wenig ändern. Deutschland ist daran interessiert, die Europäisierung von »Asylsolidarität« voranzubringen und die Widerstände aus den ostmitteleuropäischen Mitgliedstaaten zu überwinden. Dies sollte aber eher durch Dialog und Anreize als durch Zwang und Mehrheitsvotum erreicht werden. Ein positives Element könnte ein Migrations-, Justiz- und Grenzdialog zwischen Deutschland und den vier Visegrád-Ländern sein.

[Volltext]

21. Oktober 2015 · Kommentare deaktiviert für Le migrazioni in Italia – Scenario attuale e prospettive · Kategorien: Italien, Lesehinweise

Quelle: Radio Rock Revolution Anni 70

Le-migrazioni-in-Italia

Riflessioni sulle migrazioni in occasione del 60° anniversario OIM

La mobilità umana è parte integrante del mondo globalizzato. Attraverso la migrazione i popoli condividono e si scambiano talenti, conoscenze e competenze. Ma, al tempo stesso, le migrazioni di ieri e di oggi restano un tema politicamente sensibile e la disinformazione e le percezioni errate possono innescare un circolo vizioso che condiziona la politica dei governi. L’Organizzazione Internazionale Migrazioni (OIM), come altre realtà della società civile italiana, da sempre è impegnata a dare un’immagine delle migrazioni che risponda alla realtà per evitare strumentalizzazioni che rischiano di alimentare paure e atteggiamenti xenofobi da parte della popolazione autoctona. Rischi che aggravano ulteriormente la condizione dei migranti troppo spesso vulnerabili agli abusi e allo sfruttamento sul posto di lavoro e la crisi attuale non ha fatto altro che peggiorare questa condizione.

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18. Oktober 2015 · Kommentare deaktiviert für P. Gatrell: The Making of the Modern Refugee · Kategorien: Lesehinweise, Rezensionen

Quelle: geschichte.transnational

Peter Gatrell
The Making of the Modern Refugee
Oxford 2015
ISBN 978-0-19-874447-4
Paperback, 312 S.; £ 18.99

Rezension von Kathrin Kollmeier, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Wir erleben derzeit transkontinentale Fluchtbewegungen im Ausmaß der Nachkriegskrisen des 20. Jahrhunderts, die diesem immerhin den Titel „Jahrhundert der Flüchtlinge“ eintrugen. Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg waren 2013 mehr als 50 Millionen Menschen zwangsweise von ihrem Wohnort entfernt, darunter mehr als die Hälfte der syrischen Bevölkerung.[1] Die globale Situation verschärfte sich noch in den 18 Monaten zwischen Veröffentlichung der gebundenen Ausgabe (2013) und der Paperback-Version (2015) von Peter Gatrells Buch „The Making of the Modern Refugee“ (wie ein neues Vorwort präzise nachträgt).

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17. Oktober 2015 · Kommentare deaktiviert für „Naivität des Bösen“ · Kategorien: Deutschland, Lesehinweise

Quelle: Zeit Online

Weder eine dichte Grenze noch ein hartes Wort der Kanzlerin werden die Flüchtlinge aufhalten.

Ein Kommentar von Bernd Ulrich

1. Im Herbst der Illusionen

Es ändert sich etwas in Flüchtlingsdeutschland. Der Sommer war geprägt von Hilfsbereitschaft und Idealismus, die immensen Probleme, die ein solcher Zustrom von Flüchtlingen unweigerlich bringen würde, wurden erst einmal nach hinten geschoben. Dabei hätte man es von Anfang an wissen können, die Politik hätte es wissen müssen: Flüchtlinge ziehen mehr Flüchtlinge nach sich, unter ihnen sind Islamisten, Terroristen und Kriminelle, nicht alle werden sich den Regeln fügen, die in Deutschland herrschen, es wird zu Engpässen kommen, zu Durcheinander, zu Gewalt. Viele wollten das nicht sehen, jetzt sehen es alle, gut so.

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13. Oktober 2015 · Kommentare deaktiviert für Amnesty International: Eight-point plan to respond to global refugee crisis · Kategorien: Lesehinweise · Tags: ,

Quelle: Amnesty International

Catastrophic moral failure as rich countries leave millions of refugees to cruel and uncertain fates

  • Only a tenth of 1.15 million most vulnerable refugees being resettled
  • 86% of refugees now hosted in developing countries
  • UN refugee appeals chronically and severely underfunded

The catastrophic moral failure of world leaders who dither and squabble among themselves while callously leaving millions of people to suffer in disastrous humanitarian conditions will define their legacy for generations to come, said Amnesty International today as it released an eight-point plan to tackle the multiple global refugee crises.

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13. Oktober 2015 · Kommentare deaktiviert für „Transitzonen“ und die Vorstellung einer „gated nation“ · Kategorien: Lesehinweise · Tags: , , ,

Quelle: Telepolis

von Florian Rötzer

Das Umgehen mit den „Flüchtlingsströmen“ offenbart die Wirkmacht von Metaphern

Wir leben in der globalen Gesellschaft, heißt es immer. Die offenen Grenzen und das Agieren der globalen Märkte verhindern angeblich zunehmend das einzelstaatliche Handeln. Da müsse man sich anpassen, wird uns gerne erzählt, wenn es sich um Daten-, Geld-, Transport- oder Warenströme handelt, wo die Freizügigkeit eher groß geschrieben wird. Während auf der einen Seite um den Erhalt von Grenzen gestritten wird, die Politik und Wirtschaft etwa durch das Freihandelsabkommen TTIP zwischen USA und EU weiter einreißen wollen, um den freien Fluss der Waren zu beschleunigen, herrscht angesichts der „Flüchtlingsströme“ vor allem die Vorstellung, dass diese durch reale und virtuelle Mauern, Grenzen, Dämme und Befestigungen sowie Abschreckungsmaßnahmen abgewehrt werden müssen.

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08. Oktober 2015 · Kommentare deaktiviert für „Über das Recht zu bleiben und zu gehen“ · Kategorien: Deutschland, Lesehinweise

Quelle: transact!

Von Ouagadougou über Mitilini nach Nickelsdorf und weiter. Einige Anmerkungen zu den aktuellen Kämpfen um Bewegungsfreiheit und gerechte Entwicklung

Die Dublin-Regelung geschleift bis außer Kraft, Frontex mit dem Rücken zur Wand, Europas Grenzen außer Kontrolle: In neuer Dimension und mit anhaltender Hartnäckigkeit haben die Bewegungen der refugees und migrants das EU-Grenzregime regelrecht überrannt. Das Recht auf Bewegungsfreiheit wird tagtäglich tausendfach durchgesetzt, im Zentralen Mittelmeer und in der Ägäis, durch Italien und über die Balkanroute, in Deutschland bis nach Skandinavien. Die Gegenseite versucht mit allen Mitteln, die verlorene Kontrolle zurückzugewinnen. Sie schärfen ihre Gesetze der Ausgrenzung und Entrechtung. Fast jeden Tag reißen sie immer noch und immer wieder Menschen in den Tod: erstickt in LKWs, ertrunken im Meer.

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