24. März 2018 · Kommentare deaktiviert für PEW Report: Faktencheck · Kategorien: Afrika, Lesehinweise

Die Welt und die FAZ berichteten am 22.03. fast schon panisch über eine Studie des PEW Instituts, die am selben Tag veröffentlicht worden ist. Die Welt schrieb:

Neueste Umfragen in afrikanischen Ländern zeigen, dass bis zu zwei Drittel der Einwohner auswandern wollen. Dabei sind nicht allein Not und Terror ein Antrieb, sondern oft Verwandte und Freunde, die schon in Europa sind.

Und dann kommt der Artikel flugs auf die Bevölkerungszunahme im Subsahara-Afrika zu sprechen, die inzwischen zu einem Dauerthema wird: Rund 40 Prozent im Senegal, in Ghana und Nigeria wollen in den nächsten fünf Jahren weg. In Südafrika und Kenia sind es um die 20 Prozent und im Fall von Tansania bislang nur acht Prozent, die ihr Glück schon bald im Ausland versuchen wollen.

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23. März 2018 · Kommentare deaktiviert für „It’s Time to Stop Compartmentalizing Refugees and Migrants“ · Kategorien: Hintergrund · Tags: ,

Refugees Deeply | 21.03.2018

While the legal distinction between refugees and migrants is vital, these categories often overlap in reality – a fact poorly reflected in aid programs. Lucy Hovil and Melissa Phillips argue that an integrated approach is possible without diluting protection.

Lucy Hovil, Dr. Melissa Phillips

The division between refugee and migrant remains a powerful legal tool. But in today’s world of hypermobility, compartmentalization of international aid along the same lines is illogical and wasteful. Worse, it threatens to exclude many people from much-needed aid because their experiences don’t match strict criteria.

That is not to dispense with the term “refugee.” In this era of record levels of displacement and shrinking protection space, refugee status is crucial for maintaining focus on a specific legal category of people: those who can demonstrate credible fear of persecution. Yet realities on the ground have shown that refugees have multiple identities, deploy various coping strategies and often defy tidy categories.

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23. März 2018 · Kommentare deaktiviert für Sahel: Dschihadismus als Sozialbewegung · Kategorien: Lesehinweise, Mali, Rezensionen, Sahara · Tags: , ,

Der französische Politologe Jean-François Bayart beschreibt den Dschihadismus im Sahel als eine Sozialbewegung, die in den ärmeren Schichten oftmals mehr Ansehen als „der Staat“ genieße. Der Dschihadismus garantiere beispielsweise den freien informellen Handel, während der Staat für Straßenblockaden und Grenzkontrollen stehe. Zahlreiche weitere Beispiele werden genannt. Der Artikel der Zeitschrift „Jeune Afrique“ nimmt eine jüngste Veröffentlichung des Politologen zum Ausgangspunkt. (Jean-François Bayart: Violence et religion en Afrique. Karthala, Paris 2018)

Jeune Afrique | 19.03.2018

Terrorisme – Jean-François Bayart : « Les jihadistes sont souvent mieux perçus que l’État »

Par Christophe Boisbouvier

Pour le chercheur et politologue français Jean-François Bayart, la dimension religieuse est secondaire dans le développement des mouvements jihadistes en Afrique. Les racines du mal seraient surtout sociales.

L’islam entretient-il un rapport privilégié avec la violence ? Pour beaucoup, la réponse est dans la question. Mais dans Violence et religion en Afrique, publié en février chez Karthala, le politologue français Jean-François Bayart s’attaque à ce poncif.

Pour Jeune Afrique, cet « empêcheur de penser en rond » analyse au plus près le phénomène jihadiste, notamment au Nord-Mali et au Nigeria.

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19. März 2018 · Kommentare deaktiviert für Population Target: Youth Bulge · Kategorien: Afrika, FFM-Texte, Hintergrund · Tags:

Ausgangspunkt dieser Bemerkungen ist eine Broschüre, die im Februar 2018 im Auftrag der DSW (Deutsche Stiftung Weltbevölkerung) vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung herausgegeben wurde. Sie trägt den Titel „Youth Can! Warum sich Deutschland für eine aufgeklärte und gesunde Jugend in Afrika engagieren sollte“. Allerdings werden wir bald sehen, dass die zentralen Argumente der Broschüre sich um zwei große Projektionen drehen, die mit Aufklärung und Gesundheit der Jugend nur indirekt zu tun haben: es geht im Kern nämlich um einen „Demografischen Bonus“ und um eine „Bevölkerungsdividende“.

Die DSW ist eine private Stiftung, die allen Jugendlichen auf der Welt zur Verhütung verhelfen und auf diese Weise 74 Millionen Geburten pro Jahr verhindern möchte. Die Stiftung wurde 1991 von zwei Unternehmern aus Hannover gegründet, um „einen Beitrag zur Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung und zur Verlangsamung des Bevölkerungswachstums zu leisten“. Auf ihrer Homepage erscheint als erstes ein tickender Zähler, der derzeit bei gut 7,6 Milliarden steht. Das Berlin-Institut wurde 2001 als gemeinnützige Stiftung in Berlin gegründet und hat sich zur Aufgabe gesetzt, „das Bewusstsein für den demografischen Wandel zu schärfen, nachhaltige Entwicklung zu fördern, neue Ideen in die Politik einzubringen und Konzepte zur Lösung demografischer und entwicklungspolitischer Probleme zu erarbeiten“. Allein schon die Unterstellung „demografischer Probleme“ macht die prinzipiell neomalthusianische Einstellung der beiden Stiftungen deutlich: Eine angebliche Überzahl von Menschen wird als „Problem“ definiert.
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10. März 2018 · Kommentare deaktiviert für „In Libia il colonialismo italiano non è mai finito“ · Kategorien: Italien, Lesehinweise, Libyen

Der italienische Kolonialismus in Libyen hat nie aufgehört.

Internazionale | 09.03.2018

Khalifa Abo Khraisse, regista

Negli anni trenta mio padre ha perso due zii in una battaglia contro i fascisti ad Al Jawsh, un paesino nella Libia occidentale a ventisette chilometri circa da Shakshuk, la città d’origine di mio padre e della nostra tribù. Quel giorno per i tre fratelli era cominciato proprio come nella canzone Bella ciao: “Una mattina mi son svegliato e ho trovato l’invasor”. Mio nonno è stato l’unico a sopravvivere. Si chiamava Khalifa.

Non ho conosciuto mio nonno, tutto quello che so di lui viene dai racconti che me ne faceva mio padre quand’ero bambino. Quelle storie sono una delle poche cose che condividevamo. Io preferivo i racconti di mia madre, non solo perché mi è più vicina ma anche perché mi descriveva le persone e il loro modo di vestire, di camminare e di parlare, e poi i luoghi e gli odori, i colori e le sensazioni che lei provava.

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10. März 2018 · Kommentare deaktiviert für Afrika: Publikationen der bpb · Kategorien: Afrika, Lesehinweise · Tags:

bpb Migration & Entwicklung

[…] Dass sich die eigentliche „Flüchtlingskrise“ schon seit Jahrzehnten auf dem afrikanischen Kontinent und nicht in Europa abspielt, zeigt der Beitrag Flucht und Vertreibung in Afrika. Von weltweit 65,6 Millionen Geflüchteten lebt heute etwa ein Viertel in Afrika. Der Beitrag beschreibt die aktuelle Situation von Geflüchteten auf dem „Kontinent des Lagers“ und erläutert das afrikanische Flüchtlingsregime.

Außerdem im Dossier Innerafrikanische Migrationen erschienen sind zwei Beiträge, die sich mit Abschiebungen als Teil der europäischen Migrationskontrollpolitik in Afrika befassen und am Beispiel Mali der Frage nachgehen, wie es Menschen ergeht, die gezwungenermaßen in ihr Herkunftsland zurückkehren mussten. Wie sieht ihr Leben nach der Abschiebung aus?

02. März 2018 · Kommentare deaktiviert für „L’Italie, seule dans la tempête migratoire“ · Kategorien: Hintergrund, Italien, Libyen, Tunesien · Tags: ,

Interessanter Rückblick auf die Geschichte Lampedusas als ein kleines historisches Zentrum des Mittelmeers und auf die italienische Mittelmeer-Migrationspolitik, erschienen am 23. Februar 2018 in „Le Monde“

Le Monde | 23.02.2018

Sur les 600 000 migrants arrivés en Italie, la plupart ont traversé la Méditerranée. Des milliers d’autres y ont péri. L’île de Lampedusa, avant-poste de l’accueil, est débordée par cette crise humanitaire étroitement liée au chaos sévissant en Libye.

Par Jérôme Gautheret

On rejoint le jardin public en poussant les portes d’une grille qui ne ferme plus depuis longtemps. Puis, après une courte promenade au milieu des agaves et des myrtes, on arrive à un étrange réseau de grottes sommairement aménagées à proximité d’un vieux puits. L’endroit est à peine mentionné par les guides de voyage, mais il mérite qu’on s’y arrête : en effet, le vrai cœur de Lampedusa est là, en ces vestiges à peine entretenus d’un sanctuaire millénaire, témoignage unique de ce qu’était l’île avant sa colonisation systématique, au début du XIXe siècle.

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22. Februar 2018 · Kommentare deaktiviert für “We Are Almost Dead”: The Politics of Migrants and Refugees in an Unequal World · Kategorien: Lesehinweise

LARB | 21.02.2018

By Jonathan Blake

WHEN ALAN KURDI washed up on Turkey’s western shore in September 2015, he immediately became the symbol of the global refugee crisis. The image of the lifeless three-year-old in a red T-shirt face down in the sand sparked international grief and outrage, and his brief life and watery death came to represent the horror of Syrian Civil War, the callousness of Europe, and the growing plight of all refugees today.

Life moved on, and the world forgot. Donations to aid groups and Google searches for “refugee,” both of which had surged in response to the photograph, plummeted within weeks. Charitable giving was never going to solve the situation anyway. As several excellent new books make clear, the global migration crisis is, at heart, a political problem. The political leaders who were so touched by the toddler’s photo failed to act decisively or compassionately. One year after Kurdi’s death, the boy’s father lamented, “The politicians said after the deaths in my family: Never again! […] But what is happening now? People are still dying and nobody is doing anything about it.”

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21. Februar 2018 · Kommentare deaktiviert für „Follow the money: What are the EU’s migration policy priorities?“ · Kategorien: EU, Lesehinweise · Tags:

DW | 15.02.2018

From tackling the root causes of migration to fighting human trafficking: The EU has many different goals for its migration policy. On paper they are sold as equal. Financially, they are not, as DW data analysis shows.

Thousands of asylum seekers arrived in Europe or died on the way trying to reach the continent between 2012 and 2016. In order to reduce the numbers of those entering the block and prevent further deaths, the EU set up the „EU Emergency Trust Fund for Africa“ (EUTF) and earmarked 4.3 billion euros (status February 14, 2018) to fight „the root causes of irregular migration“, as the Fund’s tagline states.

Fighting the root causes of migration – in other words improving the situation in the origin countries so people don‘t want to leave – sounds like a goal hardly anyone can find fault with. If you read EU documents on the Trust Fund, the projects that are mentioned often fall into the category of ameliorating the situation on the ground: empowering the youth in Ghana, enhancing living conditions in Ethiopia or increasing food security in Mali for example.

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20. Februar 2018 · Kommentare deaktiviert für „Flüchtlinge und Migranten sind die wahren Revolutionäre unserer Zeit“ · Kategorien: Bulgarien, Lesehinweise · Tags:

NZZ | 20.02.2018

Die Migrationswelle, die Ostmitteleuropa in einen Kampf um die Verteidigung der Normalität gestürzt hat, wird zum Signum unserer Zeit: Wer unter den «Verdammten dieser Welt» Veränderung will, macht keine Revolution, sondern begibt sich auf den Weg.

Ivan Krastev

Als Folge der Flüchtlingskrise bewegen sich die europäischen Gesellschaften in dramatischer Weise politisch nach rechts. Sie sind hin- und hergerissen zwischen zwei Ängsten: einerseits der Angst vor einer «Invasion der Barbaren», welche die ethnische Zusammensetzung ihrer Gesellschaften drastisch verändern wird, und anderseits der Angst vor einer Übernahme der Arbeit durch Roboter. Zum Albtraum eines langsamen demografischen Aussterbens gesellt sich die Vision eines technologischen Verschwindens – es ist das Bild einer Welt, in der es für uns irgendwann keine Jobs mehr gibt.

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