23. März 2018 · Kommentare deaktiviert für Sahel: Dschihadismus als Sozialbewegung · Kategorien: Lesehinweise, Mali, Rezensionen, Sahara · Tags: , ,

Der französische Politologe Jean-François Bayart beschreibt den Dschihadismus im Sahel als eine Sozialbewegung, die in den ärmeren Schichten oftmals mehr Ansehen als „der Staat“ genieße. Der Dschihadismus garantiere beispielsweise den freien informellen Handel, während der Staat für Straßenblockaden und Grenzkontrollen stehe. Zahlreiche weitere Beispiele werden genannt. Der Artikel der Zeitschrift „Jeune Afrique“ nimmt eine jüngste Veröffentlichung des Politologen zum Ausgangspunkt. (Jean-François Bayart: Violence et religion en Afrique. Karthala, Paris 2018)

Jeune Afrique | 19.03.2018

Terrorisme – Jean-François Bayart : « Les jihadistes sont souvent mieux perçus que l’État »

Par Christophe Boisbouvier

Pour le chercheur et politologue français Jean-François Bayart, la dimension religieuse est secondaire dans le développement des mouvements jihadistes en Afrique. Les racines du mal seraient surtout sociales.

L’islam entretient-il un rapport privilégié avec la violence ? Pour beaucoup, la réponse est dans la question. Mais dans Violence et religion en Afrique, publié en février chez Karthala, le politologue français Jean-François Bayart s’attaque à ce poncif.

Pour Jeune Afrique, cet « empêcheur de penser en rond » analyse au plus près le phénomène jihadiste, notamment au Nord-Mali et au Nigeria.

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02. Juli 2017 · Kommentare deaktiviert für Materialien zur Russischen Revolution 1912-1918 · Kategorien: Hintergrund, Lesehinweise, Rezensionen · Tags:

Anmerkungen zu Peter Boman

Materialien zur Russischen Revolution 1912-1918

Materialien für einen neuen Antiimperialismus, Heft 10/2017, 170 Seiten

im Web veröffentlicht unter http://materialien1917.org/

Für wen schreiben wir? Dieser Text über die Russische Revolution von 1917 und ihre Vorgeschichte ist einerseits von Interesse für diejenigen, die jetzt um die 60 oder älter sind, denn sie haben die Zeiten erlebt, in denen jede Linke welcher Art auch immer um eine Stellungnahme zum Bolschewismus nicht herumkam. Und es gab ja nicht wenige leninistisch geprägte Gruppierungen, die Fellow traveller waren oder Geschichte geklittert haben wie sie nur konnten, bevor sie den Offenbarungseid leisten mussten. Auch und gerade für diejenigen, die sich mit 1917 und den Folgen bereits intensiv auseinandergesetzt haben, beschreibt der Text von Peter Boman, über spannende Details hinaus, einen systematischen Perspektivenwechsel, dem es nicht um Arrangements geht, sondern um die Frage, was ist aus heutiger Sicht auf 1917 noch wichtig, wenn über die sozialen Grundlagen revolutionärer Prozesse nachgedacht werden soll? Und um die Frage nach historischen Alternativen zum Bolschewismus und zur „Entwicklungspolitik“ überhaupt. Weiterlesen »

30. März 2017 · Kommentare deaktiviert für „Eine neue Bürgerbewegung“ · Kategorien: Deutschland, Rezensionen · Tags:

Werner Schiffauer / Anne Eilert / Marlene Rudloff (Hg.)
So schaffen wir das – eine Zivilgesellschaft im Aufbruch
90 wegweisende Projekte mit Geflüchteten
Transcript 24,99 €

In der Auseinandersetzung mit Flucht hat sich die deutsche Zivilgesellschaft neu aufgestellt. Zwischen 2015 und 2016 sind etwa 15.000 Projekte entstanden, in denen kreative Antworten auf die vielfältigen Herausforderungen der Zuwanderung gefunden wurden. Sie bilden eine Alternative zu Panikreaktionen, die den einzigen Umgang mit Flucht in Kontrollen und Abschreckung sehen. In diesem Band werden 90 beispielhafte Projekte dargestellt. Sie zeigen, welche Kraft zur Bewältigung von gesellschaftlichen Problemen in der gegenwärtigen Zivilgesellschaft zu finden ist – und welches Potenzial zu einem neuen Miteinander nicht nur im Umgang mit Zuwanderern, sondern auch innerhalb der Zivilgesellschaft steckt.

Gesamter Text als pdf

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30. Dezember 2016 · Kommentare deaktiviert für Rezension: Ben Rawlence, Stadt der Verlorenen · Kategorien: Afrika, Rezensionen

Quelle: izindaba | 29.12.2016

Leben im größten Flüchtlingslager der Welt

Viel ist über den Krieg in Somalia geschrieben worden, doch ich habe von niemanden gelesen, der die relevanten Facetten des Krieges so gut zusammen getragen hat, wie der amerikanische HRW-Aktivist Ben Rawlence in seinem fulminanten Buch. „Stadt der Verlorenen“. Dabei „spielt“ die Handlung des Buches nicht mal in Somalia, seine Stadt der Verlorenen liegt rund 100 km südlich der Grenze, in kenianischem Niemandsland: Dadaab – dem größten Flüchtlingslager der Welt und mit 400.000 – 600.000 Menschen die drittgrößte Stadt Kenias.1

Rawlences Geheimnis liegt in der Methode: Er begleitet die Menschen, die vor dem Krieg in Somalia in das größte Flüchtlingslager der Welt“ geflohen sind, auf „ihren Wegen in die Tiefe der Stadt“. Er gibt ihnen ein Gesicht, eine Stimme.

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  1. Genau genommen liegen um die kenianische Stadt Dadaab vier Flüchtlingslager, Hagadera im Süden, Dagahaley, Ifo 1 und 2 im Norden.
20. November 2016 · Kommentare deaktiviert für Stadt ohne Perspektive: Dadaab · Kategorien: Hintergrund, Rezensionen

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Ben Rawlence
City of Thorns, Nine Lifes in die World’s Largest Refugee Camp
London (Portobello Books) 2016

Auf Deutsch
Stadt der Verlorenen: Leben im größten Flüchtlingslager der Welt
Verlag Nagel & Kimche AG 24,80 €

Ben Rawlence hat mit seinem Bericht über das größte Flüchtlingslager der Welt unglaublich viele Facetten des Krieges aus verschiedenen Blickwinkeln „von unten“ festgehalten:

Er beschreibt aus der Sicht der Vertriebenen, deren Enteignung und Vertreibung durch die Hungerpolitiken (incl. internationaler Hilfe) und als direkte Folge der Waffenlieferungen aus Europa und USA. Al-Shabaab, weitere somalische, kenianische, äthiopische Warlords und Politiker sowie imperialistische Kräfte arbeiten hier Hand in Hand.

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07. November 2016 · Kommentare deaktiviert für Rezension: Harald Bauder, Migration Borders Freedom · Kategorien: FFM-Texte, Lesehinweise, Rezensionen

Buchbesprechung

Harald Bauder
Migration Borders Freedom
London and New York (Routhledge) 2016
135 Seiten, 108 €

Harald Bauder hat ein Buch veröffentlicht, das in akademischen Kreisen als „nice piece of scholarship“ gewürdigt werden wird: ein ausgewogener Überblick über die Literatur und die unterschiedlichen Standpunkte zu den Themen Grenze, Territitorialstaat und Staatsbürgerschaft. Dabei bezieht Bauder wohlbegründet Stellung für Open Borders und für eine flexible Naturalisierung der Migrantinnen in einem jus domicilii, solange denn eine Welt ohne Territorialstaaten noch nicht denkbar ist.

Diese Diagnostics machen den ersten von zwei Teilen des Buchs aus. Im zweiten Teil, Solutions, umkreist Bauder die Themen Urbanität, Domizil und Sanctuary City (dazu unten mehr), bis hin zu Derridas City of Refuge, von deren ‚Unconditioned Law of Hospitality‘ wir noch weit entfernt sind. Das Buch erweist sich mit diesem Teil als Tool-Box für Stadträte ebenso wie für Aktivistinnen. Es geht dabei auch um die argumentativen Fallen und die gegenläufigen Prozesse, die mit bestimmten Beschlüssen induziert werden könnten. Bauder wendet sich explizit nicht nur an die Wissenschaftsgemeinde. Sein Buch liest sich flüssig, es kommt gänzlich ohne Fußnoten aus, es ist handlich. Der hohe Preis wird durch das gut kopierbare Format des Buchs ausgeglichen.

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18. Oktober 2015 · Kommentare deaktiviert für P. Gatrell: The Making of the Modern Refugee · Kategorien: Lesehinweise, Rezensionen

Quelle: geschichte.transnational

Peter Gatrell
The Making of the Modern Refugee
Oxford 2015
ISBN 978-0-19-874447-4
Paperback, 312 S.; £ 18.99

Rezension von Kathrin Kollmeier, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Wir erleben derzeit transkontinentale Fluchtbewegungen im Ausmaß der Nachkriegskrisen des 20. Jahrhunderts, die diesem immerhin den Titel „Jahrhundert der Flüchtlinge“ eintrugen. Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg waren 2013 mehr als 50 Millionen Menschen zwangsweise von ihrem Wohnort entfernt, darunter mehr als die Hälfte der syrischen Bevölkerung.[1] Die globale Situation verschärfte sich noch in den 18 Monaten zwischen Veröffentlichung der gebundenen Ausgabe (2013) und der Paperback-Version (2015) von Peter Gatrells Buch „The Making of the Modern Refugee“ (wie ein neues Vorwort präzise nachträgt).

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26. Mai 2015 · Kommentare deaktiviert für Fluchtgeschichten – DRadio Kultur · Kategorien: Lesehinweise, Rezensionen

Quelle: Lesart | Deutschlandradio Kultur

Aktuelle Literatur zu Vertreibung und Immigration

Von Frank Kaspar

Auffällig viele Frühjahrstitel berichten über Flüchtlinge und deren Schicksal in Europa. Jedes mit eimem anderen Tenor. Journalist Frank Kaspar hat sich eine Auswahl an Büchern angeschaut.

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15. Mai 2015 · Kommentare deaktiviert für Kolonialismus: Geschichte der Hygiene-Fanatiker · Kategorien: Algerien, Frankreich, Rezensionen · Tags:

Olivier Le Cour Grandmaison

L’Empire des hygiénistes

Vivre aux colonies

À la fin du XIXe siècle et au début du XXe, la majorité des responsables politiques souhaitent transformer les colonies françaises en territoires sûrs et prospères vers lesquels convergeront hommes et capitaux.

L’avenir semble radieux, celui de la République impériale aussi ; les réalités le sont moins. Soldats, fonctionnaires et colons meurent en masse au cours de désastres qui n’étonnent guère les médecins.

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15. Mai 2015 · Kommentare deaktiviert für „Nawal, Engel der Flüchtlinge“ – D. Biella, Neuerscheinung · Kategorien: Alarm Phone, Italien, Libyen, Marokko, Rezensionen · Tags:

In un libro la storia di Nawal, l’angelo dei profughi…

Di Daniele Biella, esce il 18 maggio

(askanews) – Il suo nome è Nawal e ha ventisette anni. La chiamano l’angelo dei siriani in fuga dalla guerra. Di origini marocchine, è arrivata appena nata nel catanese, dove oggi vive, studia e lavora. Da lì aiuta, in modo volontario, migliaia di profughi a sopravvivere al viaggio della speranza nel Mediterraneo e a non cedere al racket degli ’scafisti di terra‘ all’arrivo in Italia. La sua storia è diventata un libro, in uscita il 18 maggio: ‚Nawal, l’angelo dei profughi‘ (edizioni Paoline) di Daniele Biella, giornalista della testata ‚Vita‘.

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