15. November 2017 · Kommentare deaktiviert für „Südfrankreich: Angeklagt wegen Nächstenliebe“ · Kategorien: Frankreich · Tags: , ,

Zeit Online | 15.11.2017

In Südfrankreich öffnen Dorfbewohner ihre Häuser für Flüchtlinge. Vier über Sechzigjährige stehen deshalb nun vor Gericht. Sie fühlen sich vom Staat kriminalisiert.

Von Annika Joeres, Breil sur Roy

Als am Neujahrstag Schneeregen fiel und die Flüchtlinge in Flipflops zum Dorfplatz kamen, zögerte Françoise Gogois keine Sekunde: Sie nahm drei von ihnen bei sich im Haus auf, gelegen im Roya-Tal nahe der französisch-italienischen Grenze. Wenige Tage später brachte sie mit Bekannten sechs Geflüchtete über einen Bergwanderweg in die Nachbarstadt – zwei Minderjährige, eine Frau und drei Männer aus Eritrea. Sie wollten weiterziehen, zu Bekannten in Paris und Deutschland.

Kurz hinter dem Gipfel wurden sie von französischen Gendarmen festgenommen, die ihnen Beihilfe zum illegalen Aufenthalt vorwarfen. Nun stehen die in Frankreich als „Flüchtlings-Omas und -Opas“ bekannten Rentner in Aix-en-Provence vor dem Berufungsgericht. Erneut, denn die Staatsanwaltschaft in Nizza hatte ihren Freispruch vom Sommer angefochten.

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13. November 2017 · Kommentare deaktiviert für „Europäische Migrationspolitik im Tschad: Im Asyl-Versuchslabor“ · Kategorien: Afrika, Frankreich, Tschad · Tags: ,

taz | 13.11.2017

Aus dem Tschad dürfen zukünftig ausgewählte Flüchtlinge nach Frankreich reisen. Präsident Déby verkauft sich als bester Freund Europas.

Katrin Gänsler

Dass der Tschad in der internationalen Flüchtlingspolitik Gesprächsthema ist, hat er Emmanuel Macron zu verdanken. Zuletzt wurde der Tschad in diesem Zusammenhang kaum genannt – obwohl es fast 408.000 Menschen auf der Flucht beherbergt.

Vier Fünftel davon stammen aus Darfur, die an den Tschad angrenzende Bürgerkriegsregion im Sudan, und leben mitunter seit mehr als einem Jahrzehnt auf tschadischer Seite. International sind sie längst in Vergessenheit geraten. „Jedes Jahr werden die Mittel weiter gekürzt“, sagt Alberto Martin Huertas, Landesdirektor des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes im Tschad, der in den Unterkünften im Osten des Landes Schulen sowie die Ausbildung von Lehrern unterstützt. Die Finanzmisere bestätigt das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR: Bis Anfang Oktober sind nur 24 Prozent der 165,3 Millionen US-Dollar eingegangen, die dieses Jahr benötigt werden.

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10. November 2017 · Kommentare deaktiviert für Parisians Take in Homeless Teens Stuck in Migrant Shelter Catch-22 · Kategorien: Frankreich · Tags: , ,

Refugees Deeply | 07.11.2017

In Paris, informal networks of volunteers temporarily house teenage migrants they find sleeping on the streets. Many spend months trying to prove they are under 18, leaving them with few options for official shelter.

Gaëlle Faure

When Patrick* arrived in Paris last January after an arduous journey from his native Cameroon – by way of Nigeria, Niger, Algeria, Morocco and Spain – he spent several weeks sleeping in the Metro and under highway overpasses. He was 15 years old.

“I was so cold and so dirty,” he said. “I had dreamed of France since I was a little kid, but I had no idea that people slept on the streets here.”

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03. November 2017 · Kommentare deaktiviert für On the Alps road: in Briançon, mountaineers in support of migrants · Kategorien: Frankreich · Tags:

Mediapart | 02.11.2017

Since the blockage of the Roya valley (France), more and more people are taking the route of the Alps. In the Briançonnais region (France), more than one thousand migrants have been welcomed by volunteers since the end of july 2017. By the lack of reaction of the public authorities, the inhabitants are worried about dramas the winter could cause. They organize themselves, like the people of the Roya valley before them, to welcome, as good as possible, the newcomers, mainly African.

Full article only in French

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Sur la route des Alpes (1/2): à Briançon, des montagnards solidaires des migrants

Par Louise Fessard

Depuis le blocage de la vallée de la Roya, ils sont de plus en plus nombreux à emprunter la route des Alpes. Dans le Briançonnais, plus de 1 000 migrants ont été accueillis par des bénévoles depuis fin juillet 2017. Devant l’absence de réaction des pouvoirs publics, les habitants s’inquiètent des drames que risque de provoquer l’hiver. Et s’organisent, comme avant eux ceux de la vallée de la Roya, pour accueillir au mieux les arrivants, majoritairement africains.

Article entier

31. Oktober 2017 · Kommentare deaktiviert für Police brutality to refugees and migrants in Calais ‚higher since Jungle closed‘ · Kategorien: Frankreich · Tags: ,

The Mail | 29.10.2017

Police brutality towards refugees and migrants in Calais has intensified since the closure of the Jungle camp, trapping them in an „untenable and violent“ situation, a new report said.

Researchers at the Refugee Rights Data Project (RRDP) said they found evidence of „excessive“ and sometimes „life-threatening“ use of police force, with children being targeted with tear gas and people’s teeth and limbs being broken.

It is thought between 700 and 800 refugees and migrants are gathered in France’s northern port town, which continues to act as a magnet to those hoping to start a new life in the UK.

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31. Oktober 2017 · Kommentare deaktiviert für „L’Ofpra a mené sa première mission d’identification de réfugiés au Tchad“ · Kategorien: Afrika, Frankreich, Niger · Tags:

Frankreich beginnt im Tschad die Asylprüfung von Flüchtlingen, die bei positivem Bescheid direkt nach Frankreich ausfliegen können. Später wird das französische Asylscreening auf den Niger ausgeweitet. Diese Übernahme von Flüchtlingen nach Frankreich ist auf 3.000 Personen im Zeitraum von zwei Jahren begrenzt.

rfi Afrique | 28.10.2017

L’Office français de protection des réfugiés et apatrides (Ofpra) a mené, cette semaine, au Tchad, sa première mission d’identification de réfugiés éligibles à l’asile en France. Une délégation cet organisme français a entendu plus de 200 personnes. Il s’agit de la première mise en œuvre de la décision du président français, Emmanuel Macron, de mener, dans le Sahel, une identification de réfugiés éligibles au droit d’asile et qui éviteraient ainsi la dangereuse route illégale de la Libye et de la Méditerranée.

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30. Oktober 2017 · Kommentare deaktiviert für Essay: Life After the Jungle, the Route That Will Not Close · Kategorien: Frankreich, Großbritannien, Lesehinweise · Tags:

Refugees Deeply | 25.10.2017

On the anniversary of the demolition of the Calais Jungle camp, Behzad Yaghmaian reflects on the stories of the migrants who continue to flock to the area and who are taking riskier and more expensive journeys across the English Channel to the U.K.

Behzad Yaghmaian

On a midsummer night, three young Iranians pushed a small boat out to sea on the French coast a few miles from Calais. It was midnight and there were no guards around to stop them.

Using a small inflatable dinghy and two oars they had bought for 600 euros ($705), the men started a journey into the rough waters of the English Channel on July 18. They were attempting the unimaginable. There is a reason Calais is not known for migrants risking their lives by boat. The waterway is too rough to cross without a motorboat – which is hard to get in France, even for well-connected smugglers.

One of the trio, Saman, a slim 28-year-old university graduate, did not know how to swim. To be on the safe side, the others had bought him what they described as a “cheap Chinese life jacket.” Saman made a quick call to his elderly mother in Iran. “I will call you soon from England,” he told her, before joining the other two men on the boat. They began rowing.

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26. Oktober 2017 · Kommentare deaktiviert für EU-Außengrenze: Kritik am Berner Mittelmeertreffen · Kategorien: Afrika, Algerien, EU, Frankreich, Mali, Mittelmeer, Österreich, Schweiz

WOZ | 26.10.2017

Von Sarah Schmalz

Die EU will sich die Flüchtlinge vom Hals schaffen, und die Schweiz hilft an vorderster Front mit: Am 12. und 13. November treffen sich in Bern die Innenminister von Algerien, Frankreich, Libyen, Mali, Malta, dem Niger, Österreich, dem Tschad, Tunesien sowie von Estland (als Vertreter der EU-Ratspräsidentschaft). Freundliche Gastgeberin ist SP-Justizministerin Simonetta Sommaruga. Das Treffen der sogenannten Kontaktgruppe zentrales Mittelmeer hat offiziell zum Ziel, Menschenleben zu retten, «dank weniger Wüsten- und Meerüberquerungen». Die humanitäre Rhetorik kann nicht verschleiern, dass die Massnahmen, die getroffen werden sollen, repressiver Natur sind: Die EU will mit mehr als 400 Millionen Franken den Aufbau einer militärischen Einsatzgruppe der Sahelstaaten zur besseren Überwachung der libyschen Südgrenze unterstützen. Vorangetrieben werden soll zudem die Zusammenarbeit bei der Grenzverwaltung und der Rückkehrhilfe ins Herkunftsland.

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25. Oktober 2017 · Kommentare deaktiviert für Calais: „Wo schön und beschissen so eng beieinander lagen“ · Kategorien: Frankreich · Tags: ,

nd | 23.10.2017

Ein Jahr nach der Räumung des wilden Flüchtlingslagers leben Geflüchtete unter noch widrigeren Umständen. Ein Erfahrungsbericht

Von Lucca Jordan

Jetzt bin ich schon elf Tage hier. Hier, das heißt wieder in Calais. Wieder im Warehouse. Aber nicht im »Dschungel«, denn den gibt es nicht mehr. Von der kleinen, lebendigen Stadt von früher voller Wut, Elend, Trauer, aber auch Solidarität und Hoffnung, ist ein Jahr nach der Räumung nichts übrig geblieben.

Als wir das erste Mal dort vorbeifuhren, kamen mir die Tränen. Auf eine sehr merkwürdige Art und Weise vermisse ich diesen Ort. Das wird auf den ersten Blick für andere Menschen genauso seltsam klingen wie für mich selbst. Deshalb könnte ich versuchen, seitenlang zu erklären, was mich an diesem Ort – an dem Guten und Schlechten, Schönen und Beschissenen, das so eng beieinander lag – so sehr fasziniert hat. Aber wirklich verstehen kann das nur, wer den Dschungel selbst erlebt hat.

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25. Oktober 2017 · Kommentare deaktiviert für „Emmanuel Macron: Abschieben wie Merkel“ · Kategorien: Frankreich · Tags:

Zeit Online | 25.10.2017

Frankreichs Präsident will nicht nur Europa, sondern auch das Einwanderungssystem „neu gründen“. Vorbild ist Deutschland, allerdings nicht die Willkommenskultur.

Von Georg Blume, Paris

Ist der große Europäer Emmanuel Macron am Ende doch nur ein Kleinkrämer, wenn es um die Aufnahme von Flüchtlingen geht? Diesen Eindruck erweckt der französische Präsident, seit er nicht nur von seiner überall zitierten „Neugründung Europas“ spricht, sondern nebenbei auch das französische Einwanderungssystem „neu gründen“ will. Macron kündigte das Anfang September in einer wenig beachteten Rede vor Präfekten und Polizisten an. Das System à la Macron sieht wenig Visionäres vor, allerdings könnte es zu einem massenhaften Abschiebeprogramm für illegale afrikanische Flüchtlinge und abgelehnte Asylbewerber führen.

Die Franzosen nannten sie lange Zeit „Leute ohne Papiere“ oder „heimliche Einwanderer“ – was eher wohlwollend klang. Und so schätzen Experten die Zahl der illegal in Frankreich lebenden Ausländer inzwischen auf bis zu eine halbe Million Menschen. Darunter befinden sich etwa hunderttausend abgelehnte Asylbewerber, die nach langen Verfahren in 90 Prozent der Fälle nicht ausgewiesen werden. Oft haben sie aber in der Zwischenzeit, was nicht selten mehr als zwei Jahre bedeutet, in Frankreich Fuß gefasst und eine Arbeit gefunden. Die lokalen Behörden drücken in solchen Fällen ein Auge zu und lassen die Asylbewerber gewähren, bis ein jahrelanger Aufenthalt ihnen schließlich das Bleiberecht gewährt.

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