11. September 2012 · Kommentare deaktiviert für Tunesisches Todesschiff: Namen von Überlebenden aus Abschiebeknast · Kategorien: Italien, Tunesien · Tags: ,

Die tunesischen Medien beginnen heute (11.09.2012) selbständig mit Recherchen und Aufrufen, um genauere Umstände des Schiffsuntergangs (79 Tote) vor Lampedusa herauszufinden. Aus der Abschiebehaft in Italien heraus konnte ein Überlebender einem Radio 36 Namen der 51 Überlebenden mitteilen, die sich ebenfalls in Haft befinden. Die laufenden Proteste in Tunesien finden statt, weil die Regierungen keine Namen übermitteln, weil die Hilfe erst nach stundenlanger Verspätung am Ort des Unglücks eintraf, und weil die Suche nach Überlebenden nur zögerlich betrieben werde. – Wenige Stunden nach der Veröffentlichung dieser Namen gibt die tunesische Regierung die vollständige Liste der Namen der Überlebenden bekannt.

http://www.tunisienumerique.com/tunisie-les-noms-des-rescapes-du-naufrage-de-lampedusa/143266

http://www.tunisienumerique.com/tunisie-publication-de-la-liste-complete-des-56-rescapes-du-naufrage-et-leurs-photos/143283

11. September 2012 · Kommentare deaktiviert für Tunesien: Streik und Unruhen wegen Boat-people Sterben · Kategorien: Italien, Tunesien · Tags: , , ,

In dem tunesischen Ort El Fahs sowie vor dem tunesischen Außenministerium kam es am 09. und 10.09.2012 es zu Streiks und Unruhen. Sie brannten 3 Polizeistationen und das Büro der Regierungspartei En-Nahda nieder, dabei hielten sie die Fotos ihrer ertrunkenen Angehörigen hoch. Alle Betriebe standen am 10.09.2012 in El Fahs still. Die Streikenden und DemonstrantInnen sind aufgebracht wegen der Untätigkeit der Regierungen. Trotz Notrufs und trotz der Präsenz von Schiffen und sogar einem Flugzeug in der Todeszone kam die Hilfe für 79 Boat-people zu spät, unter ihnen waren Frauen und Kinder.

Nouvelle publication sur anthropologie du présent:

Naufrage de Lampedusa : grève et émeute à الفحص El Fahs – 10 septembre 2012

by Alain Bertho

Tunisie – Grève générale à El Fahs en réaction à la lenteur dans la …

Tunisie: El Fahs paralysée par une grève générale

Tunisie – Nuit de violences à El fahs ?

Tunisie: Des habitants d’El Fahs protestent contre le manque d …

Cliquer pour visualiser le diaporama.

11. September 2012 · Kommentare deaktiviert für Tunesisches Todesschiff fuhr weitgehend unter polizeilicher Beobachtung · Kategorien: Italien, Tunesien · Tags: , ,

Das tunesische Boot, das vor Lampedusa gesunken ist und 79 Boat-people in den Tod gerissen hat, war am Strand Sidi Mansour in Sfax gestartet. Wie Tarek Omrani, der Sprecher der tunesischen „Garde nationale maritime“, mitteilt, stand ein Patrouillenschiff der tunesischen See-Nationalgarde in Kontakt mit dem Flüchtlingsschiff. Die Gendarmen hätten die Passagiere auf der See vor einem heranziehenden Unwetter gewarnt und sie vergeblich zur Umkehr bewegen wollen. Dann haben sie dasFlüchtlingsschiff begleitet und schließlich die Überwachung an die italienische Küstenwache zu übergeben versucht. Die tunesische See-Nationalgarde hat die italienische Küstenwache zu einem Not- und Rettungseinsatz telefonisch aufgerufen, so Tarek Omrani.

Damit stellt sich die Frage, warum die italienische Küstenwache dem Notruf erst viele Stunden später nachgekommen ist. Auch befanden sich 3 Nato-Schiffe und ein Flugzeug (Frontex?) in diesem Seegebiet vor Lampedusa, das zur Todeszone wurde.

10. September 2012 · Kommentare deaktiviert für Migrantische Landarbeiter in Italien wehren sich · Kategorien: Italien · Tags:
Anna Maldini schreibt im ND am 10.09.2012:
Rebellion der unsichtbaren Sklaven. Migrantische Landarbeiter in Italien beginnen mit Streiks für ihre Rechte zu Kämpfen. Sie werden wie Skaven behandelt. Doch nun fangen Italiens migrantische Landarbeiter an, sich zu wehren.

In Italien arbeiten etwa 100 000 Landarbeiter, die fast wie Sklaven gehalten werden. Oft sind sie illegal im Land und damit »unsichtbar«. Das nutzen skrupellose Unternehmer aus, um ihnen einen Hungerlohn zu zahlen und sie menschenunwürdig zu behandeln. Doch immer häufiger rebellieren diese »neuen Sklaven«.

»Ab heute arbeiten die Marokkaner nicht mehr hier!« Vor einigen Tagen konnte man diesen handgeschriebenen Zettel am Tor eines Landwirtschaftsbetriebes in Castelnuovo Scrivia im norditalienischen Piemont lesen.

Vollständiger Artikel:

http://www.neues-deutschland.de/artikel/238016.rebellion-der-unsichtbaren-sklaven.html

 

07. September 2012 · Kommentare deaktiviert für Vor Lampedusa bis zu 100 Boat-people ertrunken · Kategorien: Italien · Tags: ,

12 Seemeilen vor Lampedusa, bei der Insel Lampione, ist am frühen Abend des 06.9.2012 ein Boot mit ca. 100-150 vor allem tunesischen Harragas gesunken, nachdem sie um 18:00 Uhr SOS  über GSM gesendet hatten. 56 Personen wurden bislang gerettet oder haben sich selbst schwimmend auf die Insel Lampione retten können. Sie berichten, dass das 10 Meter lange Holzboot sehr schnell untergegangen ist und viele nicht mehr aus dem Unterdeck herausgekommen sind.

Die Rettungsaktion und die Suche nach Überlebenden hat um 02:30 Uhr vor Ort begonnen und ist noch im Gange. Küstenwache, Guardia di Finanza, drei Kriegsschiffe (1 italienisches, 1 türkisches und 1 deutsches) der Nato und Flugzeuge (von Frontex?) sind direkt in der Todeszone, inzwischen haben sich auch private Schiffe auf die Suche gemacht. 2 Überlebende befinden sich an Bord des deutschen Nato-Schiffs.

Bis zum Mittag des 07.09.2012 wurden 1 geborgener Toter und 56 Überlebende gezählt.

http://www.ansa.it/web/notizie/rubriche/cronaca/2012/09/07/Immigrazione-barcone-oltre-100-bordo-naufraga-largo-Lampedusa_7438482.html

http://www.lemonde.fr/europe/article/2012/09/07/naufrage-d-une-embarcation-pres-de-lampedusa-une-centaine-d-immigrants-a-bord_1756951_3214.html

http://www.repubblica.it/cronaca/2012/09/07/news/naufraga_barcone-42083735/?ref=HRER3-1

06. September 2012 · Kommentare deaktiviert für Legalisierungsmöglichkeit in Italien bis zum 15.10.2012 · Kategorien: Italien · Tags:

According to the law 109 of July 6, from September 15th to October 15th, for every stranger without permit who entered Italy before December 31th, 2011, and working since then at least three months, it will possible to regularize their situation. At the moment we’re waiting for the details but we already know that the request can be done by internet filling up a form where you have to name your employer who will have to pay 1000 euros and should have a business volume of more then 30’000 euros:

http://ricerca.repubblica.it/repubblica/archivio/repubblica/2012/09/01/sanatoria-scatta-il-conto-alla-rovescia-tempo.html?ref=search (Italian).

What to do? The best is to contact a syndicate (CGIL: http://www.cgil.it/Sedi/default.aspx, CISL: http://www.cisl.it/strutture-sul-territorio/ or UIL: http://www.uil.it/organizzazione/default.htm) or one of the different contacts listed on our homepage: http://www.w2eu.info/italy.en/articles/italy-contacts.en.html.

03. September 2012 · Kommentare deaktiviert für Tunesische Angehörige von Verschwundenen wenden sich an das Internationale Rote Kreuz · Kategorien: Italien, Tunesien · Tags: ,

Die Angehörigen von verschwundenen Boat-people wenden sich enttäuscht von der tunesischen und italienischen Regierung ab und haben am vergangenen Mittwoch ihre Dossiers an das lokale Komitee des Roten Kreuzes übergeben. Von dort wird die Suche an die entsprechenden internationalen Organismen weitergeben.

Von über 270 im Frühjahr 2011 verschwundenen Harragas wurden Lebenszeichen bei ihrer Ankunft in Italien gesammelt. Danach verschwanden sie spurlos. Die Regierungen Italiens und Tunesiens verschleppten und verhinderten die Suche.

http://www.tap.info.tn/fr/fr/organisations/31826-rencontre-a-tunis-avec-les-familles-des-tunisiens-disparus.html

02. September 2012 · Kommentare deaktiviert für EU Think-Tank zu Arabellion und Boat-people · Kategorien: EU, Italien, Lesehinweise, Libyen, Tunesien · Tags: , ,

Der CEPS-Think-Tank veröffentlicht zwei Studien zur Mittelmeer-Politik der EU. Themen sind der massenhafte Tod von Boat-people und die EU-Antwort auf die Arabellion. Bei der Bestandsaufnahme zu beiden Themen zeigen sich die Autoren von dem Scherbenhaufen beeindruckt, den die EU hinterlässt. Denken und Empfehlungen der Studien verbleiben auf traditionellen zwischenstaatlichen und juristischen Ebenen stecken und hinterlassen einen pessimistischen Gesamteindruck.

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01. September 2012 · Kommentare deaktiviert für Menschenrechtspreis an Gergishu Yohannes · Kategorien: Italien, Libyen, Tunesien · Tags: , ,

Presseerklärung

29. August 2012

Gergishu Yohannes erhält den Menschenrechtspreis der Stiftung PRO ASYL.

Yohannes‘ Bruder starb 2009 zusammen mit 76 anderen Flüchtlingen auf dem Mittelmeer. Seither kämpft sie für das Andenken an die im Mittelmeer gestorbenen Flüchtlinge – und für Gerechtigkeit: Zusammen mit anderen Angehörigen verklagte sie Italien wegen unterlassener Hilfeleistung.

Die STIFTUNG PRO ASYL verleiht ihren Menschenrechtspreis 2012, die PRO-ASYL-Hand, an Gergishu Yohannes. Die Preisträgerin, die als Minderjährige aus Eritrea nach Deutschland floh, setzt sich mit unermüdlichem Einsatz dafür ein, dass der Opfer an den Außengrenzen Europas gedacht wird und ihnen Gerechtigkeit widerfährt.

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31. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Samia Yusuf Omar – das Grab der somalischen Olympia-Athletin auf Lampedusa entdeckt · Kategorien: Eritrea, Italien, Libyen · Tags: ,

Acht Monate nach ihrem Tod – auf der Boots-Flucht aus Libyen nach Lampedusa – erregt das Schicksal von Samia Yusuf Omar mehr und mehr internationale Öffentichkeit. Ein italienischer Minister muss jetzt geloben, dass er ihr namenloses Grab auf Lampedusa besuchen wird. Sie war in einer armen Familie mit 5 Geschwistern in Mogadischu aufgewachsen. Ihr Vater wurde im Bürgerkrieg umgebracht, ihre Mutter war zu entwürdigendsten Arbeiten gezwungen.

Am 19.08.2012 berichtete ihr Landsmann Abdi Bile, der eine Athletik-Goldmedaille erlangt hat, dass Samia Anfang April auf einem Flüchtlingsboot auf dem Weg nach Italien umgekommen ist. Der Arzt Giuseppe Saviano hat viele Wochen später Samia Yusuf Omar auf einem Video entdeckt und ist damit am 28.08.2012 (Tageszeitung Il Mattino) an die Öffentlichkeit gegangen. Er hatte die Bergungsaktion an Land koordiniert. Nach diesen Angaben stellt sich jetzt heraus:

Samia Yusuf Omar war im 4. Monat schwanger.  Sie lag tot auf dem Boden des Betonbodens oder des Abflussrohres der Küstenwache von Lampedusa, wie ein Video der Ausgabe von Il Mattino zeigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 13.03.2012 soll sie in einem 9 Meter langen Schlauchboot mit ungefähr 60 eritreischen und somalischen Flüchtlingen aus Libyen losgefahren sein. Die italienische Küstenwache hat das Boot 87 Seemeilen südlich von Lampedusa am 16.03.2012 aufgespürt. Da soll Samia Yusuf Omar bereits im Koma gelegen haben. An Bord befanden sich Leichen Kinder und Heranwachsender, sie waren als Erste verdurstet. Andere hatte Verbrennungen, da Benzinkanister ausgelaufen waren. In den frühen Morgenstunden des 17.03.2012 kam die Küstenwache mit dem Boot im Schlepptau an.

Samia starb bei der Ankunft mit vier weiteren Boat-people und wurde gleich am nächsten Tag ohne Namen auf dem Friedhof von Lampedusa beerdigt, während die Bevölkerung von Lampedusa Ostern feierte.

Il Mattino 28.08.2012:

http://www.ilmattino.it/articolo.php?id=216391&sez=ITALIA

http://corrieredelmezzogiorno.corriere.it/napoli/notizie/sociale/2012/30-agosto-2012/riccardi-tornero-lampedusa-visitare-tomba-samia–2111620189562.shtml

http://www.spiegel.de/panorama/samia-yusuf-omar-somalische-olympia-sportlerin-starb-auf-fluechtlingsschiff-a-851046.html

 

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