02. April 2018 · Kommentare deaktiviert für Einwanderung von Afrika nach Europa: „Bleibt mal lieber zu Hause“ · Kategorien: Deutschland, Tunesien · Tags:

taz | 01.04.2018

Das deutsche „Auslandsarbeitsamt“ in Tunesien soll die Auswanderung nach Europa reduzieren. Dabei ist die Migration von dort eher gering.

Hannes Koch

TUNIS taz | Aymen Sassi ärgert sich. „Ich war dumm“, sagt der 28-Jährige. Den Sprung nach Deutschland hat er vergeigt. Doch Scheitern und Erfolg liegen nah beieinander. Einen Augenblick später ist er schon wieder froh: „Gott sei Dank habe ich eine neue Arbeit – alles gut.“ Sassi lernt Deutsch. Er hat das Niveau A2 erreicht – Grundkenntnisse. Mit New-York-City-Basecap, schwarzer Jacke, roten Socken und grünen Sportschuhen sitzt er im Deutsch-Tunesischen Zentrum in Tunis, einer Art deutschem Auslandsarbeitsamt in Nordafrika.

Eine ruhige Nebenstraße im Zen­trum der Hauptstadt. Am gegenüber liegenden Bordstein ist ein Auto vor einer Werkstatt aufgebockt, die Beine des Mechanikers schauen unter dem Motor hervor. Das Ladenlokal im Erdgeschoss hat Fliesenboden, drei helle Schreibtische stehen dort. Die Mitarbeiterinnen links und rechts finanziert die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) der Bundesregierung. In der Mitte arbeitet eine vom tunesischen Staat bezahlte Kollegin.

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26. Februar 2018 · Kommentare deaktiviert für „Menschenhandel in Nigeria: Versklavt im eigenen Land“ · Kategorien: Afrika, andere Länder · Tags: , ,

derStandard | 26.02.2018

Tausenden wird in Nigeria lukrative Arbeit auf Palmölplantagen versprochen. Doch viele landen bei Menschenhändlern. Die Bedingungen erinnern an moderne Sklaverei

Katrin Gänsler aus Makurdi

Benjamin Kumaga zieht seine Schultern hoch. Auf die Frage, wo junge Menschen im Landkreis Logo im nigerianischen Bundesstaat Benue arbeiten können, hat er keine Antwort. „Es ist schwer“, sagt der 25-Jährige. Er sitzt auf einer Holzbank auf einem Gehöft. Um die Lehmhäuser liegen kleine Felder. Oft wird dort Yams angebaut, der Boden ist fruchtbar.

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26. Februar 2018 · Kommentare deaktiviert für „Ausgebeutet auf dem Arbeiterstrich“ · Kategorien: Deutschland, Schengen Migration, Social Mix · Tags:

WDR | 12.11.2017

  • Ausbeutung von Osteuropäern in NRW
  • Westpol-Reportage aus Köln-Ehrenfeld
  • Caritas fordert mehr Unterstützung für Arbeiter

„Moderne Sklaverei“ hat der Kölner Erzbischof, Kardinal Woelki, das System des Arbeiterstrichs jüngst genannt. Ansonsten spricht kaum jemand darüber. Dabei geht es um Schwarzarbeit, illegale Beschäftigung und um erschütternde Schicksale. Es ist nicht einfach, Kontakt zu den Tagelöhnern zu bekommen. Westpol ist es gelungen, in diese Welt aus Kriminalität und Angst vorzudringen.

Warten in der Kälte auf Arbeit

Mittwoch, 06.30 Uhr, auf der Venloer Straße, mitten in Köln. Das Westpol-Team dreht versteckt, aus dem Auto. Ein Mann steht schon da. Ein zweiter wartet auf der anderen Straßenseite. Schon nach wenigen Minuten kommt ein Transporter um die Ecke, getarnt als Schulbus. Er hält, der Mann steigt ein, die anderen warten weiter.

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04. Januar 2018 · Kommentare deaktiviert für „Invisible Labour: Women’s labour migration to Libya.“ · Kategorien: Libyen · Tags: ,

reliefweb | 03.01.2017

Introduction

This briefing paper, based on data collected through the Mixed Migration Monitoring Mechanism initiative (4Mi) in Libya from May to December 2017 and additional interviews with migrants and key informants, explores the Libyan work environment for migrant women. The paper aims at providing a better picture of the specific factors that affect the working context and migration trajectories of migrant women in Libya.

Among the scarce literature on women’s migration to Libya, little or no attention is paid to the independent economic motivations behind their journeys or their role in the workforce. While the common narrative on female migration to and through Libya generally portrays women as victims of trafficking and forced migrants to follow their husband or family, data collected by 4Mi shows that women’s role as independent economic actor plays a significant push factor in their migration. Whether motivated to transit Libya or to settle and work there, many women are inclined to seek employment, and independently navigate their status and opportunities in the new country.

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03. Januar 2018 · Kommentare deaktiviert für „Israel to tell African migrants: leave or face indefinite imprisonment“ · Kategorien: Israel · Tags:

The Guardian | 02.01.2017

Rights groups condemn plan to return those who entered Israel illegally and who do not have a refugee application pending

Peter Beaumont

Israel is set to inform thousands of Africans who entered the country illegally that they have three months to leave or face indefinite imprisonment.

The decision, opposed by rights groups, follows months of speculation over the future of both the migrants and the Holot detention facility in the Negev desert, which the government says it intends to close.

There has been often heated debate about the presence of around 40,000 African migrants in Israel, many from Eritrea and Sudan.

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29. Dezember 2017 · Kommentare deaktiviert für „Ethiopian workers ‚beaten and robbed‘ by Saudi police“ · Kategorien: Afrika · Tags:

Al Jazeera | 28.12.2017

A group of undocumented Ethiopian workers have said they were subject to serious abuses by Saudi police before they were expelled, including physical and psychological torture and being forcibly held in „dirty“ prison camps.

Six Ethiopians told The Associated Press news agency that after being captured by Saudi police officers, some of them were beaten, robbed of their possessions and saw their compatriots shot at and wounded when they tried to escape roundups.

„The prison cell I was put into was so dirty that some of us were severely sick. It was like a toilet,“ said Sadiq Ahmed, a former teacher who went to Saudi Arabia five years ago and was detained for 11 days before his deportation.

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21. November 2017 · Kommentare deaktiviert für „Jugend ohne Zukunft“ · Kategorien: Afrika · Tags: , ,

DW | 20.11.2017

Was tun junge Menschen, die in ihrer Heimat keine Arbeit finden und auch für die Zukunft wenig Chancen haben? Sie gehen weg. Aber das muss nicht schlecht sein für die Länder, aus denen sie weggehen und in die sie ziehen.

Keine Einkommen, keine Perspektiven, keine Zukunft – das ist der Start für viele Jugendliche weltweit ins Erwachsenenleben. Nach einer neuen Analyse der Vereinten Nationen (UN) sind weltweit 70,9 Millionen junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren arbeitslos. Das entspricht einer Quote von 13,1 Prozent. Damit hat sich seit dem vergangenen Jahr die Quote kaum verändert, wie die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) am Montagabend in Genf mitteilte. Am höchsten sei die Quote in arabischen Ländern mit 30 Prozent. Bis 2030 drängten 25,6 Millionen Menschen zwischen 15 und 29 auf den Arbeitsmarkt – und das fast ausschließlich in Afrika.

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19. November 2017 · Kommentare deaktiviert für „Arbeitsmigration in Rumänien: Dorf ohne Mütter“ · Kategorien: Rumänien, Schengen Migration, Social Mix · Tags: , ,

taz | 18.11.2017

Viele Rumäninnen müssen im Ausland arbeiten, um über die Runden zu kommen. Darunter haben sie enorm zu leiden – und noch mehr ihre Kinder.

Crina Boros

Die Fahrt in das Dorf, dem die Mütter abhanden gekommen sind, ist kurvenreich. Von der Stadt Lasi aus, ganz im Nordosten Rumäniens gelegen, geht es vorbei an Sonnenblumenfeldern, auf denen Bauern mit Traktoren arbeiten. Auf einer Brache außerhalb des Dorfes steht ein tief gebräunter Schäfer mit seinem Hirtenstab und ruft nach seiner Herde. Die Schafe laufen an einem Teich vorbei, der gerade neu mit Karpfen bestückt wurde und nun zum Angeln freigegeben ist.

Wir fahren über eine enge Brücke in das Dorf, auf staubigen Straßen entlang der Häuser, alte und neue. Viele von ihnen wurden nicht fertig gebaut. Die Dächer sind ungedeckt, Stapel an Steinen neben den Häusern, Baugerät. Wir folgen der Straße bis zum Dorfkern, begleitet werden wir von George Moga, dem Direktor der Schule am Ort. Er zeigt auf die einzelnen Häuser: „Das da wurde mit Geld aus Griechenland gebaut“, sagt er, „und das mit Einkünften aus Italien.“

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11. September 2017 · Kommentare deaktiviert für „Industrielle Landwirtschaft: Warum die Beeren so billig sind“ · Kategorien: andere Länder, EU, Social Mix · Tags: ,

taz | 10.09.2017

Warum ist das Obst im Supermarkt so günstig? Weil Arbeiter aus Asien für wenig Geld auf portugiesischen Plantagen schuften.

ODEMIRA taz | Der Mann mit den Rastalocken unter der Baseballkappe versteht die Welt nicht mehr. Seit zwei Jahren hat er in Portugal einen festen Job, zahlt Steuern und Sozialabgaben. Aber legal im Land ist er deshalb nicht. Noch immer wartet er auf seine Resident Card. „Ohne das Papier bist du ein Nobody, immer in der Hand von Leiharbeitsagenturen“, sagt er. „Die zahlen gerade mal den gesetzlichen Mindestlohn von 3,36 Euro pro Stunde. Was darüber hinausgeht, stecken die Agenten ein.“

Er will erzählen, wie das Ganze abläuft. Aber ohne seinen richtigen Namen, ohne Foto. Okay, dann heißt du hier jetzt Abdul.

Abdul ist ernüchtert. Auch in seiner Heimat Bangladesch hat er es so erlebt: Die einen kassieren, die anderen malochen. Die Agenten sind oft Landsleute, die in Portugal selbst als Tagelöhner angefangen haben und jetzt als Vermittler tätig sind. Zwischen den Immigranten auf der einen Seite und den Großfarmern auf der anderen.

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13. August 2017 · Kommentare deaktiviert für „Viele werden als Arbeiter ausgebeutet – davon profitiert die Mafia.“ · Kategorien: Italien, Schengen Migration, Social Mix · Tags: ,

Die Zeit | 10.08.2017

In Süditalien sind allein seit Jahresbeginn 100.000 Migranten angekommen. Viele werden als Arbeiter ausgebeutet – davon profitiert die Mafia.

von Ulrich Landurner

Crotone

Es ist Mittag, das Thermometer zeigt 45 Grad. Im Hafen von Crotone gibt es keinen Schatten. An der Mole stehen Polizisten, Ärzte, Krankenpfleger, Helfer, Übersetzer. Das norwegische Schiff Olympic Commander legt an. Es fährt im Auftrag der europäischen Grenzagentur Frontex und hat 1.242 Migranten an Bord. Zuerst kommen die Kranken und Verletzten auf die Mole, es folgen Frauen und Kinder, schließlich die Männer. Jeder von ihnen wird fotografiert, bekommt ein Schild angeheftet und wird in einen Bus gebracht. Unter den Übersetzern am Pier ist ein Mann aus dem Senegal. Am Pier rufen sie ihn nur Chico, seinen echten Namen will er nicht nennen. Seit sechs Jahren lebt er mit Frau und Kindern in Crotone. Er spricht fließend Italienisch, die Kinder gehen hier zur Schule, in der Stadt ist er ein bekanntes Gesicht.

Rund 60.000 Einwohner hat Crotone und sieht doch mancherorts aus wie eine Brache. Nichts ist geblieben von dem Traum der sechziger Jahre, den Süden Italiens mittels Industrie der Armut zu entreißen. Der größte Arbeitgeber der Stadt ist mit 350 Beschäftigten heute Misericordia, eine kirchennahe Hilfsorganisation.

Rund 100.000 Migranten sind seit Jahresbeginn an Italiens Küsten gelandet. Anders als früher winken die Behörden sie nicht mehr Richtung Norden durch – jedenfalls nicht so schnell. Sie versuchen, ihre europäische Pflicht zu erfüllen und den Asylanspruch der Ankommenden hier zu prüfen. Rund 80 Prozent haben keinen Anspruch.

Wer aber einmal im Land ist, bleibt und versickert im riesigen Schwarzmarkt, der von der Mafia dominiert wird. Wer über die Wüste und das Meer kommt, um in Europa ein besseres Leben zu finden, landet oft genug in einer neuen Form der Sklaverei.

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