10. Juni 2018 · Kommentare deaktiviert für „Es gibt immer keinen Weg“ · Kategorien: Balkanroute, Serbien, Ungarn · Tags:

derFreitag | 31.05.2018

Serbien Ein Pakistaner sitzt seit mehr als zwei Jahren an der Grenze zu Ungarn fest, die er vergeblich zu überqueren versucht

Klaus Petrus

Hörst du sie?“ Amar hält sich den Finger an die Lippen. „Wer sich dem Zaun nähert, wird verhaftet! Geht zurück! Ihr seid hier nicht willkommen!“, tönt es aus dem Lautsprecher. „Jede Stunde bellt diese Stimme. Tag und Nacht. Als wären wir taub.“ Amar blickt über das Feld, 300 Meter sind es bis zur ungarischen Grenze. Er weiß, wie es drüben aussieht, er war schon oft dort. Die gleiche Leere wie hier, aber eben drüben.

Seit September 2017 haust Amar mit mehr als drei Dutzend anderen Pakistanern in einem verfallenen Getreidelager, eine knappe Stunde vom serbischen Grenzort Horgos entfernt, und wartet. Manchmal kramt er ein zerfleddertes, rosafarbenes Notizheft hervor und schreibt ein paar Zeilen: 22. Februar 2018, Horgos. Bismillahir rahmanir rahim, im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen. Jeden Tag schaue ich zur Grenze hinüber. Was soll ich meiner Familie sagen, meinem Vater? Er hat alle Hoffnung in mich gesetzt, hat alles Geld in mich investiert. Der Wind weht durch das Mauerwerk ins Innere des Gebäudes, Amar zieht sich die Decke über und will schlafen.

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05. Februar 2018 · Kommentare deaktiviert für „África en Guatemala: los migrantes invisibles“ · Kategorien: andere Länder, Eritrea · Tags: , ,

Nomada | 07.05.2017

Entre Asmara, la capital de Eritrea, un país en la esquina más lejana de África, y Esquipulas, en Guatemala, hay una ruta de 23,426 kilómetros. Ese es el trayecto que Ben y su familia recorrieron, escapando de un país gobernado por un régimen que amenazaba con esclavizarlos o matarlos. Nómada los encontró en el oriente de Guatemala, en la última fase de 3,000 kilómetros en su ruta migratoria a Estados Unidos. No estaban solos y su historia no es singular. Miles de africanos dejan sus países en busca del sueño americano y se aventuran en una travesía llena de obstáculos que ponen a prueba su entereza, su valentía y su fuerza. Así es su paso por la frontera de Guatemala.

POR Javier Estrada Tobar

Ben dice que solo puede pensar en la idea de avanzar. Sus energías y esfuerzos se concentran en llegar a Estados Unidos con su esposa y su hija. No quiere recordar a los familiares que dejó en Eritrea o al hermano que abandonó en medio de la selva colombiana. Avanzar es lo único que le importa. Lo repite una y otra vez, como un mantra.

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15. Januar 2018 · Kommentare deaktiviert für „Gestrandete Migranten in Israel: Die Elenden vom Levinsky Park“ · Kategorien: Afrika, Israel · Tags: ,

taz | 15.01.2018

Jonas und Binyam wollten nie nach Tel Aviv. Die Eritreer sind nach Folterungen im Sinai zufällig in Israel gelandet. Jetzt sollen sie das Land verlassen.

Lucia Heisterkamp

TEL AVIV taz | Drei Finger und zwei Stümpfe. Das ist alles, was von Jonas linker Hand noch übrig geblieben ist. Der Eritreer lächelt verlegen, zum Gruß streckt er die gesunde Hand aus. Er trägt ein ärmelloses Hemd, auf seinem Unterarm sind Spuren von Verbrennungen. „Das waren die Beduinen“, sagt Jonas leise. Zwei Finger haben sie ihm abgeschnitten, heißes Öl auf seinen nackten Körper gespritzt. Knapp sechs Jahre ist das jetzt her.

Der Achtunddreißigjährige sitzt auf einer Bank im Levinsky Park, mitten in der israelischen Großstadt Tel Aviv. Menschen mit dunkler Hautfarbe schlendern über den dürftigen Rasen, Asylsuchende aus Eritrea und dem Sudan. Um sie herum tobt der Verkehr.

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03. Januar 2018 · Kommentare deaktiviert für „Refugees in Greece reflect on another year of waiting“ · Kategorien: EU, Griechenland, Schengen Migration, Türkei · Tags: ,

Al Jazeera | 02.01.2018

by Patrick Strickland

Athens, Greece – Closed borders, racism, xenophobic attacks, rejected asylum applications, poverty and lengthy waits.

These experiences are what many refugees and migrants in Greece say defined 2017 for them.

More than 60,000 refugees and migrants are trapped in Greece due to sealed borders across the so-called Balkan route and the March 2016 deal between Turkey and the European Union, which was sculpted to stem the flow of displaced people to Europe.

That deal has been roundly condemned by rights groups and watchdogs.

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02. Januar 2018 · Kommentare deaktiviert für „18 refugees, 18 countries – and their hopes for 2018“ · Kategorien: Lesehinweise · Tags: ,

The Guardian | 01.01.2018

There are now more refugees and IDPs than Brits or Californians. As a new year dawns, what are their hopes and fears?

by Mark Rice-Oxley and reporters from the Guardian, El País, Der Spiegel and Le Monde

More than 65 million people are currently displaced from their homes – almost one in every 100 human beings. If refugees and internally displaced people (IDPs) were a nation they would be the 21st biggest on earth.

As a new year dawns we asked 18 refugees from 18 countries that between them produce almost 90% of the world’s refugees and displaced people what they hope for in 2018. […]

26. November 2017 · Kommentare deaktiviert für „Von Libyen nach Europa: Menschen, die durch die Hölle fliehen“ · Kategorien: Italien, Libyen · Tags: ,

ntv | 26..11.2017

Die Chance schrumpft, auf eines der Schlauchboote nach Europa zu kommen. Die Gefahr wächst, in Libyen Sklaverei, Folter oder Vergewaltigung zum Opfer zu fallen. Einige Menschen riskieren es trotzdem.

Von Issio Ehrich

Für seinen ersten Fluchtversuch büßte Hakims* Familie in Marokko. Das Telefon klingelte, ein Libyer war dran. Der Mann sagte, Hakim habe es nicht nach Europa geschafft. Er sei jetzt in seiner Hand. 1000 Dollar, sonst werde der Junge leiden. Hakims Familie überwies.

Für seinen zweiten Fluchtversuch musste Hakim um sein Leben fürchten. Der 29-Jährige wollte nicht, dass seine Familie ihn wieder freikauft. Hakim rannte. Die Libyer schossen. Projektile pfiffen ihm um die Ohren, schlugen vor seinen Füßen ein. Mit Glück kam Hakim davon.

Für seinen dritten Fluchtversuch blutete er. Die Männer, die Hakim fassten, rissen ihm den Mund auf, weit genug, um ein Messer hineinzuschieben. Sie ritzten ihm den Gaumen auf, die Innenseiten der Wangen, die Zunge.

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08. Oktober 2017 · Kommentare deaktiviert für „Abschiebung: An der Grenze des Rechts“ · Kategorien: Deutschland, Italien, Schengen Migration · Tags: , ,

Zeit Online | 08.10.2017

918 Asylbewerber hat Deutschland im ersten Halbjahr 2017 zurück nach Italien geschickt. Einer davon ist Jonathan Odukoya. Jetzt lebt er in Sizilien auf der Straße.

Von Veronika Völlinger, Syrakus

Weil der deutsche Rechtsstaat gleichzeitig funktioniert und nicht funktioniert hat, lebt Jonathan Odukoya* auf acht Granitstufen vor einer Bauruine in Syrakus auf Sizilien. Auf dem Absatz vor der verbarrikadierten Tür hat er in den vergangenen drei Monaten oft übernachtet. Rechts um die Ecke ist der Bahnhof von Syrakus, links um die Ecke der Busbahnhof, wo täglich Hunderte Touristen in der antiken Küstenstadt ankommen.

Der junge Mann aus Nigeria ist einer von 918 Migranten, die Deutschland in den ersten sechs Monaten dieses Jahres zurück nach Italien abgeschoben hat. Denn gemäß den Dublin-Regeln der EU sind die deutschen Behörden nicht für seinen Asylantrag zuständig. Sondern Italien, wo er 2013 zuerst europäischen Boden betreten hat.

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06. Oktober 2017 · Kommentare deaktiviert für Interaktive Landkarte: Migrationsrouten aus den subsaharischen Ländern Richtung Europa · Kategorien: Afrika, Italien, Libyen, Medien · Tags: , ,

Die italienische NGO Ärzte für Menschenrechte hat eine interaktive Landkarte vorgestellt, auf der die Migrationsrouten aus den subsaharischen Ländern nach Europa dargestellt werden. Die Karte basiert auf den Berichten von 2.600 Migrant*innen, die MEDU in den letzten vier Jahren gesammelt hat.

medu | 05.10.2017

Medici per i Diritti Umani (MEDU) ha presentato oggi, presso la Sala della Stampa Estera a Roma, ESODI 2017 la nuova web map sulle rotte migratorie dai paesi sub-sahariani verso l’Europa.

ESODI è una mappa interattiva realizzata sulla base di duemilaseicento testimonianze raccolte da Medici per i Diritti Umani (Medu) in quasi quattro anni (2014-2017), di cui oltre la metà  nel solo 2017. La mappa interattiva – arricchita di video testimonianze, di grafici e di statistiche – racconta nel modo più semplice e dettagliato possibile le rotte affrontate dai migranti dall’Africa subsahariana all’Italia, le difficoltà, le violenze, le tragedie e le speranze attraverso le voci dei protagonisti.

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03. Oktober 2017 · Kommentare deaktiviert für Refugees in Greece feel like ‚prisoners and hostages‘ · Kategorien: Griechenland · Tags: ,

Al Jazeera | 03.10.2017

Recent weeks have seen a sharp surge in the number of refugees and migrants reaching Greek islands.

Patrick Strickland 

When Arash Hampay set out from his native Iran, he envisioned Europe as a safe haven from the torture and interrogations he had endured in his homeland.

Before leaving Tehran, Hampay, a 32-year-old activist and community organiser, had been imprisoned for several months for allegedly forming an illegal political group. He insists that he was targeted for his political activism and had no choice but to flee the country.

Yet, he found a different reality when he landed on Greek shores after taking a dinghy from Turkey across the Aegean Sea in September 2016.

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02. Oktober 2017 · Kommentare deaktiviert für „Zug der Hoffnung“ · Kategorien: andere Länder, EU, Schengen Migration · Tags: ,

Frankfurter Rundschau | 01.10.2017

Seit langem ist der polnische Grenzbahnhof Terespol für Flüchtende aus dem Nordkaukasus das Tor nach Europa. Seit einem Jahr verwehrt die Grenzpolizei den meisten das Recht, Schutz zu beantragen

Noch zehn Minuten bis zur Abfahrt des Zuges ins belarussische Brest. Die Grenzabfertigung im polnischen Terespol am Ende der Europäischen Union schließt. Eine verspätete Reisende läuft durch den gefliesten Gang für die Ausreise zum Bahnsteig. Dann hinter der Glaswand Geschrei. Zwei Grenzpolizisten schaffen eine Frau in geblümtem Kleid und buntem Kopftuch die Treppe zurück zur Gleisunterführung. Der eine dreht ihr rüde den rechten Arm auf den Rücken, der andere packt sie am linken. Die Frau kreischt vor Schmerz, ihre fünf Kinder, die sie umringen, schreien vor Schreck.

Die belarussischen Schaffnerinnen weisen die Verspätete zum letzten der drei Wagen. Ihre blau-weißen Uniformen wirken adrett wie die Spitzengardinen an den Zugfenstern. Auf den Pritschen des eigentlich für Fernreisen gebauten Abteils, sitzen schon die Fahrgäste, meist Belarussen mit Dauervisum, die aus Warschau zurück in die Heimat fahren. Draußen auf den Bahnsteig treten nun die Grenzer mit der Frau und den fünf Kindern und eskortieren sie vorn in den ersten Wagen, wo all jene sitzen, denen die Einreise verweigert worden ist. „Sind alle drin?“, ruft die Schaffnerin den Grenzern über den leeren Bahnsteig zu.

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