09. Oktober 2017 · Kommentare deaktiviert für Europas vergessener Krieg im Maghreb · Kategorien: Audio, Hintergrund, Marokko · Tags:

Sendung DLF |10.10.2017, 19:15

„Bis die Araber klein beigeben …“

Spanische Flieger, die Dörfer mit deutschem Giftgas bombardieren? Franzosen, die unter den Augen der Briten eine islamische Republik aushungern? Der Erste Weltkrieg war kaum beendet, da raufte sich Europa zu einem vergessenen Kolonialkrieg zusammen.

Von Gerit von Leitner

Eher zufällig stößt die Autorin in Marokko auf Spuren von Abd el-Krim. Der hatte als Führer mehrerer Berberstämme 1921 im zwischen Frankreich und Spanien aufgeteilten „Protektorat“ eine unabhängige Rif-Republik ausgerufen. Mit einer später von Mao und Ho Chi Minh studierten Guerillataktik erzielte er große Anfangserfolge gegen die Kolonialmächte, bis diese konkurrierende Interessen hintanstellten, um den „frechen Muselmanen“ den Garaus zu machen. Zuvorderst mit deutschem Giftgas. Gerit von Leitner trägt vergessene Fakten aus Militärarchiven zusammen und wird in immer noch verseuchten Landstrichen mit einer sehr lebendigen Erinnerung konfrontiert, die nicht nur die Legitimität des marokkanischen Königshauses in Frage stellt, sondern auch zur – zumindest unterbewussten – Grundausstattung manches Dschihadisten gehören mag.

Produktion: WDR/Dlf 2017

Manuskript zum Lesen

18. September 2017 · Kommentare deaktiviert für „Sahel, fronti come frontiere: prove di militarizzazione coloniale“ · Kategorien: Afrika, Libyen, Sahara, Sudan · Tags: , , ,

Il Fatto Quotidiano | 17.09.2017

Le frontiere stanno tutte nelle nostre teste. Non esistono frontiere “naturali” da assumere come confini di stato. Sono i rapporti di forza che generano, disegnano e riproducono le frontirere. Le politiche transitano sulle frontiere che si armano, si trasformano in trincee, gabbie e talvolta in cimiteri senza croci. Le frontiere fanno la storia e la storia stampa le proprie frontiere. Di parole, di carta, di fili spinati, di campi minati, di genere, di classi sociali e di religioni. Financo gli dei sono recintati nei santuari e negli ostelli per i pellegrini. Le frontiere sono là, apparentemente da sempre, come a ricordare che persino la vita è una questione di frontiere da passare. Alcune di queste, nel Sahel delle due rive, sono, non per la prima volta, chiuse.

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04. Januar 2017 · Kommentare deaktiviert für Migration und Kolonialismus: „Jetzt kommt die Welt zurück nach Europa“ · Kategorien: EU, Lesehinweise · Tags: ,

Quelle: Deutschlandfunk | 04.01.2017

Kriege, Armut, Klimawandel: Die Gründe für eine Flucht nach Europa sind vielfältig. Der Historiker Wolfgang Reinhard nennt in seinem Buch „Die Unterwerfung der Welt“ noch einen weiteren Grund für Migration: die Folgen des Kolonialismus.

Von Jan-Christoph Kitzler

Rund 360.000 Menschen sind 2016 über das Mittelmeer nach Europa geflohen, mehr als 5.000 haben es nicht geschafft und sind auf der Überfahrt gestorben. Diese Zahlen sind die bisher höchsten – aber trotzdem ist die massenhafte Wanderung nach Europa zu Normalität geworden. Auch für den Historiker Wolfgang Reinhard ist das Phänomen erklärbar, wenn auch aus einem scheinbar ungewöhnlichen Grund:

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20. September 2016 · Kommentare deaktiviert für „Niger: la storia delle migrazioni, ovvero la nostra storia“ · Kategorien: Italien · Tags:

Quelle: Il Fatto Quotidiano

Mauro Armanino

Ieri al Porto Antico di Genova l’affermazione di un amico eritreo è stata contundente. La storia è il nostro professore. Ricordava che Etiopia ed Eritrea erano una sola entità e si sono poi trovati divisi dalla storia coloniale italiana. Sorridendo ricordava che loro sono qui perché prima noi siamo stati là. L’evidenza che fa invece fremere quando l’operazione di cancellazione e di smarrimento, è tuttora in atto. Orchestrata, voluta, scelta e infine subita.

La storia coloniale italiana è come quella delle migrazioni. Un sensibile e drammatico spazio lasciato vuoto di contenuti o semplicemente ignorato dalle italiche didattiche. Accenni, allusioni, sospetti e infine la leggenda della proverbiale umanità del popolo italiano. In verità né migliore né peggiore di altri, fatte le debite distinzioni coloniali. Libia, Etopia, Somalia e ora le armi dappertutto. La politica della costituzione si tradisce anche così. Dai libri di testo agli accordi commerciali il passo è breve. Basta prendere un gommone e poi dare uno sguardo alle foto d’epoca dei migranti italiani.

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27. November 2015 · Kommentare deaktiviert für „Die große Wanderung“ · Kategorien: EU, Lesehinweise · Tags:

Quelle: taz

Die Welt ist auf der Flucht. Was sagt uns das und was wird geschrieben? Von unbrauchbarer Gedankenlyrik bis zum Tabu der Umverteilung.

von Mathias Greffrath

Sie sind fett, doof, arbeitslos, wütend oder alles zusammen, die acht Menschen aus der Unterschicht, deren „Sorgen um Deutschland“ mit hässlichen Fotos in der Sonntagszeitung aus dem Hause Springer vorgeführt werden. Zur Deutung ihres uninformierten Gestammels daneben Bild und Artikel über das „hassende Gehirn“: zu wenig Aktivität im frontalen Cortex, zu viel Amygdala. Wer flüchtig hinsieht, denkt: krank eben.

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17. September 2015 · Kommentare deaktiviert für „Woher kommen die Flüchtlinge?“ · Kategorien: Hintergrund · Tags: ,

Quelle: Der Tagesspiegel

Flüchtlinge und die Schuld des Westens

Das Elend, das die Menschen in Afrika und Asien hinter sich lassen, hat der Westen oft mitverursacht. Ein Gastbeitrag von Byung-Chul Han

Schnell und spektakulär waren die Rettungsaktionen für jene Banken, die durch die Finanzkrise von 2008 in Not gerieten. Die EU-Staaten haben sie mit 1,6 Billionen Euro vor der Pleite bewahrt. 1,6 Billionen Euro an Steuergeldern, das entspricht 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der EU. Die Finanzkrise kostete allein Deutschland 187 Milliarden Euro.

Als das Überleben der Banken auf dem Spiel stand, zeigte sich Europa entschlossen und aufopferungsvoll. Wenn hingegen Menschenleben in Gefahr sind, handelt es weniger entschieden. Angela Merkels deutliches Bekenntnis zur Flüchtlingshilfe vom Dienstag ist die Ausnahme von der Regel. Dabei ist es angesichts der Flüchtlingskrise angebracht, in Erinnerung zu rufen, in welchem Maß der Westen für das Elend mitverantwortlich ist, vor dem die Menschen massenhaft fliehen.

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24. Mai 2015 · Kommentare deaktiviert für „Einen Araber töten“: Camus gegengelesen – Kamel Daoud · Kategorien: Algerien, Frankreich · Tags: ,

qantara.de

Kamel Daouds Roman “Meursault – Contre-Enquête“

Einen Araber töten

In seinem beeindruckenden Roman “Der Fall Meursault, eine Gegenermittlung” rollt der algerische Autor Kamel Daoud einen der berühmtesten Morde der Literaturgeschichte neu auf. Er gibt dem arabischen Mordopfer aus Albert Camus „Der Fremde“ eine Stimme. Das Werk stellt nicht nur eine Auseinandersetzung mit Camus dar, es ist auch eine furiose Abrechnung mit dem Algerien von heute. Stefan Buchen stellt den Roman vor.

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15. Mai 2015 · Kommentare deaktiviert für Kolonialismus: Geschichte der Hygiene-Fanatiker · Kategorien: Algerien, Frankreich, Rezensionen · Tags:

Olivier Le Cour Grandmaison

L’Empire des hygiénistes

Vivre aux colonies

À la fin du XIXe siècle et au début du XXe, la majorité des responsables politiques souhaitent transformer les colonies françaises en territoires sûrs et prospères vers lesquels convergeront hommes et capitaux.

L’avenir semble radieux, celui de la République impériale aussi ; les réalités le sont moins. Soldats, fonctionnaires et colons meurent en masse au cours de désastres qui n’étonnent guère les médecins.

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14. Mai 2015 · Kommentare deaktiviert für „Weiße Perspektiven“ – taz · Kategorien: Hintergrund · Tags:

Quelle: taz

Die unsinnige Zweiteilung Afrikas

von Dominic Johnson

Die Trennung von Nordafrika und Subsahara-Afrika mag gebräuchlich sein – aber sie ist mörderisch. Und sie spaltet den Kontinent bis heute.

Für deutsche Politiker, Diplomaten, Meinungsmacher und Journalisten ist Europas südlicher Nachbarkontinent zweigeteilt. Es gibt „Afrika südlich der Sahara“, auch Subsahara-Afrika genannt: Das ist der berühmte „schwarze Kontinent“, wo „Afrikaner“ leben und bittere Armut und Chaos herrschen, aufgrund der geringen politischen Bedeutung von Afrikanern allerdings ohne weitere Relevanz für das Weltgeschehen.

Der Bereich an der Südküste des Mittelmeers jedoch, den man auf jeder Europakarte sieht – der gehört nicht zu Afrika, sondern ist ein Teil der „arabischen Welt“, bestenfalls „Nordafrika“. Jedenfalls ist er gedanklich nicht mit dem Afrika weiter südlich verknüpft, sondern mit dem Nahen Osten, in dem der Nahostkonflikt und der Islam herrschen und alle Krisen von globaler Bedeutung sind.

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08. März 2015 · Kommentare deaktiviert für Malek Alloula gestorben · Kategorien: Algerien · Tags:

Qantara

Zum Tod des algerischen Schriftstellers Malek Alloula

„Der Prophet gilt im eigenen Land nichts“

Der renommierte algerische Essayist, Literaturwissenschaftler und Lyriker Malek Alloula ist im vergangenen Februar im Alter von 78 Jahren gestorben. Erst wenige Wochen zuvor war seine Frau, die Schriftstellerin Assia Djebar, im Pariser Exil verschieden. Suleman Taufiq mit einem Nachruf

Malek Alloula war ein Kind der französischen Kolonialzeit. Geboren wurde er 1937 in Oran, einer geschichtsträchtigen Hafenstadt im Westen Algeriens. Die Stadt gilt bis heute als die liberalste und weltoffenste in Algerien. In dieser Atmosphäre wuchs Alloula auf.

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