24. April 2017 · Kommentare deaktiviert für „Phantasievorwürfe: Sea-Watch prüft rechtliche Schritte gegen Staatsanwalt Zuccaro“ · Kategorien: Italien · Tags: ,

Sea Watch | 24.04.2017

[English version below]

Der Italienische Staatsanwalt Carmelo Zuccaro hat in einem Interview mit der italienischen Zeitung “La Stampa” erneut öffentlich Phantasievorwürfe bezüglich einer angeblichen Kooperation zwischen zivilen Rettungsorganisationen und Schleppern erhoben. Er macht sich damit zum Teil einer Verleumdungskampagne. Dies ist für einen Vertreter der unabhängigen Justiz nicht nur unwürdig, sondern auch unzulässig. Sea-Watch erwägt rechtliche Schritte.

„Dass ein Vertreter der Justiz öffentlich Phantasievorwürfe gegen humanitäre Organisationen erhebt, ohne auch nur einmal mit den selbigen zu sprechen, ist ein Skandal”, sagt Sea-Watch Geschäftsführer Axel Grafmanns. “Zuccaro macht sich zum Teil einer Verleumdungskampagne gegen uns, die Vertreter von Frontex oder Lega Nord derzeit vorantreiben. Er sagt selbst, dass er noch nicht einmal weiß, wie er die angeblichen Beweise einsetzen will, und trotzdem beteiligt er sich an übler Stimmungsmache. Sea-Watch prüft deshalb derzeit die Rechtslage in Italien bezüglich einer Anzeige wegen übler Nachrede”, so Grafmanns.

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23. April 2017 · Kommentare deaktiviert für „Refugee death toll passes 1,000 in record 2017 as charities attacked for conducting Mediterranean rescues“ · Kategorien: Afrika, EU, Italien, Libyen, Mittelmeer · Tags: , ,

The Independent | 23.04.2017

‘NGOs are being blamed for our presence, when authorities should be blamed for their absence’

Lizzie Dearden

More than 1,000 refugees have drowned in the Mediterranean Sea so far this year, as charities battling to stem the record number of deaths increasingly come under attack. The UN Refugee Agency (UNHCR) has recorded at least 1,073 people dead or missing on the treacherous passage between Libya and Italy – a grim benchmark that was not reached until the end of May last year. At least 150 are children, Unicef said, while warning that the real figure is likely to be far higher because unaccompanied minors’ deaths frequently go unreported.

Such is the danger of death that asylum seekers embarking on flimsy dinghies have been known to write phone numbers in marker pen on life jackets, so loved ones can be notified if their body is recovered.

More than 8,300 migrants were rescued over the Easter weekend alone, with some of those taken to safety telling aid workers around 100 of their fellow passengers had died during the voyage.

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23. April 2017 · Kommentare deaktiviert für „Migrationspolitik: Außer Kontrolle“ · Kategorien: Afrika, EU, Italien, Libyen, Mittelmeer · Tags: , , ,

Zeit Online | 19.04.2017

Die EU zieht ihre Rettungsschiffe im Mittelmeer zurück – und sorgt für ein tödliches Chaos vor Libyen.

Von Caterina Lobenstein

Es war am Ostersonntag, als der Kapitän des deutschen Rettungsschiffes Iuventa zum Funkgerät griff und einen Notruf absetzte: Mayday. Die Iuventa, die an jenem Tag vor der libyschen Küste trieb und überladen war mit Flüchtlingen, gehört zur Organisation Jugend Rettet, sie ist ein kleines Schiff, gerade groß genug, um ein paar Verletzte an Bord zu nehmen. Normalerweise versorgt sie Flüchtlinge auf dem Meer mit Rettungswesten, Wasser und Erster Hilfe, bis größere Schiffe sie unterstützen und die Menschen aufnehmen. An diesem Sonntag aber gab es niemanden, der helfen konnte.

Dass die Iuventa am Ostersonntag lange keine Hilfe bekam, hat zum einen mit dem Ende der italienischen Rettungsmission Mare Nostrum zu tun: Seit es die nicht mehr gibt, patrouillieren weniger staatliche Rettungsschiffe nahe den libyschen Gewässern, dort also, wo die meisten Notrufe abgesetzt werden und die meisten Menschen ertrinken. Zum anderen ist die Zahl der Flüchtlinge, die von Nordafrika aus nach Europa kommen, gestiegen. Fast 40.000 waren es laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk von Januar bis Mitte April 2017, deutlich mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres, und die Schönwettersaison hat noch nicht mal begonnen.

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21. April 2017 · Kommentare deaktiviert für „Refugees stranded for 30 hours before rescue in Mediterranean“ · Kategorien: Alarm Phone, Italien, Libyen, Mittelmeer · Tags: , ,

The Guardian | 21.04.2017

Maritime log passed to the Guardian reveals rising panic of 100 people during agonising wait on dinghy

Diane Taylor

A hundred refugees and migrants crammed into a small dinghy that started taking in water in the Mediterranean endured an agonising 30-hour wait before they were rescued, a maritime log passed to the Guardian has revealed.

The incident happened over the Easter weekend, the unofficial start of the “sailing season”, which sees increased numbers of people attempting the crossing from Africa to Europe as the weather improves.

Twenty children and 10 women, one of them pregnant, were among the passengers on the overcrowded dinghy.

The log was passed to the Guardian by NGO Watch The Med’s Alarmphone network, which passes distress calls from migrant boats to the Italian coastguard so that a rescue can be coordinated. It details the passengers’ rising panic as more and more time passes without a rescue ship arriving.

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21. April 2017 · Kommentare deaktiviert für „Ein tödliches Rettungsvakuum“ · Kategorien: Alarm Phone, Mittelmeer · Tags: ,

Alarmphone [DT] [EN] | 21.04.2017

WIE EUROPA DAS STERBEN IM MITTELMEER ZUR ABSCHRECKUNG NUTZT UND GLEICHZEITIG DIE ZIVILEN SEENOTRETTUNGSKRÄFTE KRIMINALISIERT

EIN WATCHTHEMED ALARM PHONE SEENOTFALL VOR DER KÜSTE LIBYENS

Am Osterwochenende 2017 spielte sich im zentralen Mittelmeer einer der größten Seenotrettungseinsätze der vergangenen Jahre ab: innerhalb von drei Tagen wurden mindestens 8.360 Menschen aus Seenot gerettet.

Das WatchTheMed Alarm Phone war dabei in zwei Seenotfälle involviert und konnte aus erster Hand sowohl die Unzulänglichkeit der staatlichen Rettungsbemühungen als auch den unverzichtbaren Einsatz ziviler Nichtregierungsorganisationen (NGOs) beobachten, die ein weiteres Massensterben auf hoher See verhinderten. Der Fall eines Bootes, mit dem das Alarm Phone in Kontakt war und über das der folgende Bericht Auskunft gibt, sticht dabei besonders heraus. Am Ostersamstag, dem 15. April 2017, erfuhren wir von einem Boot, das im östlichen zentralen Mittelmeer in Seenot geraten war. Mehr als 12 Stunden waren wir mit den ca. 100 Menschen an Bord im Austausch, bevor der Kontakt abbrach. Wir reichten ihre Hilferufe an die verantwortlichen staatlichen Stellen weiter und unterstützten die Flüchtenden so gut es ging. Ihre Situation war lebensgefährlich und verlangte nach sofortigen Maßnahmen. Rettung war jedoch nirgends in Sicht und die Flüchtenden waren gezwungen, für anderthalb Tage auf hoher See auszuharren.

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20. April 2017 · Kommentare deaktiviert für „Zivile Luftaufklärungsmission an Europas tödlicher Seegrenze gestartet“ · Kategorien: Mittelmeer · Tags: ,

Sea-Watch | 20.04.2017

Sea-Watch und Humanitarian Pilots Initiative verhindern Bootskatastrophe

Mehr als 100 Flüchtende auf einem sinkenden Schlauchboot konnten am Ostersonntag in letzter Minute gerettet werden, nachdem sie weitab jeglicher Rettungsschiffe von einem Aufklärungsflugzeug entdeckt wurden. Mindestens sieben Menschen waren zu diesem Zeitpunkt bereits ertrunken. Dies ist die bisherige Bilanz der am Osterwochenende gestarteten Luftaufklärungsmission von Sea-Watch und der Humanitarian Pilots Initiative (HPI). Dank großzügiger Unterstützung durch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) wird das Kleinflugzeug mit dem Rufzeichen “Moonbird” den ganzen Sommer über im Einsatz sein: Um bei der Koordination von Rettungseinsätzen zu helfen, um Druck auf die EU auszuüben, die auf dem Mittelmeer Menschen ertrinken lässt, und um Bootskatastrophen zu verhindern, wie am Ostersonntag geschehen.

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20. April 2017 · Kommentare deaktiviert für Iuventa: Statement zu den Ereignissen des Osterwochenendes · Kategorien: Mittelmeer · Tags: , ,

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Die letzten Tage waren für unsere Crew eine harte Belastungsprobe. Durch professionelle Arbeit und eine Kombination aus der nötigen Ruhe und guter Zusammenarbeit konnte unser Team alle Personen, die sich an Bord der IUVENTA und in ihrer unmittelbaren Nähe befanden, sicher an ein Schiff von “Save the Children”, die Vos Hestia, übergeben. Die HelferInnen sind hierbei in den letzten Stunden an ihr Maximum gegangen. Es geht ihnen jedoch den Umständen entsprechend gut und sie befinden sich auf dem Rückweg zu unserem Basishafen auf Malta.

Entscheidend für die Situation am Ostersonntag waren die Ereignisse am Samstag, den 15.4.2017: wie unsere Crew berichtete befanden sich rund 3000 Menschen zeitgleich in Seenot, nachdem schon in den Vortagen 2000-3000 Menschen im SAR-Gebiet eintrafen. Nach Angaben der italienischen Küstenwache kamen insgesamt 7000 Menschen am 15. und 16.4.2017 im Einsatzgebiet an. Das hat alle vorhandenen Einsatzkräfte maximal gefordert und dazu geführt, dass auch große NGO-Schiffe wie die Aquarius von SOS Mediterranee und die Phoenix von MOAS nach kürzester Zeit keine Menschen mehr aufnehmen konnten. Somit mussten mehrere große NGO-Schiffe nacheinander das Einsatzgebiet mit Menschen an Bord verlassen, um diese an Land zu bringen. Die Iuventa, die Sea Eye und die Phoenix (MOAS) blieben daraufhin alleine in der SAR-Zone zurück.

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19. April 2017 · Kommentare deaktiviert für „Frontex kritisiert private Flüchtlingsretter im Mittelmeer“ · Kategorien: Alarm Phone, Italien, Libyen, Mittelmeer · Tags: , ,

Süddeutsche Zeitung | 19.04.2017

  • Mit der warmen Jahreszeit steigt wieder die Zahl der Flüchtlingsboote, dieses Jahr sind über Libyen bereits 35 000 Menschen nach Italien gelangt.
  • An den Osterfeiertagen geriet das Schiff des Vereins Sea-Eye aus Regensburg in Seenot – weil es zu viele Leute aufnahm.
  • Private Rettungsorganisationen und die europäische Grenzschutzagentur Frontex werfen einander derweil vor, bewusst Leben zu gefährden.

Von Andrea Bachstein

Das Mittelmeer war freundlich über Ostern, schönes Wetter ruhige See. Eine Einladung an die Schleuser in Libyen, Flüchtlinge in Boote zu quetschen und auf die gefährliche Überfahrt nach Italien zu schicken. 8360 Menschen sind an den Feiertagen auf See geborgen worden, teilt die Internationale Organisation für Migration (IOM) mit. 202 von ihnen hatte das Schiff des Regensburger Vereins Sea-Eye aufgenommen, viel zu viele für seine Kapazität, es geriet in Seenot. Ebenso erging es dem privaten deutschen Rettungsschiff Iuventa der Hilfsorganisation „Jugend rettet“: Es war komplett überladen und nicht mehr seetüchtig. Beide Schiffe sind inzwischen nicht mehr in Gefahr.

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17. April 2017 · Kommentare deaktiviert für „Flüchtlinge und Retter auf dem Mittelmeer: Schrecklicheres verhindert“ · Kategorien: Alarm Phone, Mittelmeer · Tags: , ,

taz | 17.04.2017

Am Osterwochenende häuften sich Notrettungen von Flüchtlingen, mehr als 5.000 wurden lebend geborgen. Vermutlich gab es trotzdem mehrere Tote.

Christian Jakob

Eine bislang beispiellose Serie von Seenotfällen hat am Osterwochenende im Mittelmeer Flüchtlinge und Retter in dramatische Situationen gebracht. Insgesamt wurden mehr als 5.000 Menschen gerettet, vermutlich starben mehrere Dutzend.

Das Schiff Iuventa der deutschen Organisation Jugend Rettet nahm am Samstag 400 Schiffbrüchige an Bord. Es war daraufhin selbst manövrierunfähig und musste einen Notruf absetzen. Weitere 400 Menschen trieben derweil ohne Rettungswesten in kleinen Booten in der Nähe der Iuventa. „Wenn nicht schnellstmöglich Hilfe kommt, werden wir hier bald hunderte Tote haben“, sagte der Kapitän der Iuventa am Sonntag.

Zwar schickte die italienische Marine von der Insel Lampedusa Schiffe. Diese mussten aber schon unterwegs so viele andere Flüchtlinge an Bord nehmen, dass sie wieder umkehrten. Erst am Montagvormittag gab die Iuventa Entwarnung.

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17. April 2017 · Kommentare deaktiviert für „Rettungsschiff in Seenot hofft auf schnelle Hilfe“ · Kategorien: Libyen, Mittelmeer · Tags: ,

Spiegel Online | 17.04.2017

Das am Sonntag vor Libyen in Seenot geratene Schiff einer deutschen Hilfsorganisation ist weiter manövrierunfähig. Die Crew und 400 Flüchtlinge warten auf Unterstützung durch ein anderes Rettungsschiff.

„Iuventa“ liegt im Windschatten eines großen Tankers“, schreibt Jugend Rettet auf Facebook. Die Situation sei unter Kontrolle. Das Schiff der deutschen privaten Hilfsorganisation war am Ostersonntag vor der Küste Libyens in Seenot geraten und ist laut einer Sprecherin „komplett manövrierunfähig“, weil zu viele Menschen an Bord sind.

Nach Angaben der Organisation hatte die Schiffscrew etwa 400 Flüchtlinge aufgenommen. Zusätzlich befanden sich am Sonntagabend 400 weitere Personen ohne Rettungswesten auf Booten in direkter Nähe des Schiffs – darunter viele Frauen und Kinder.

Position der „Iuventa“ (Stand: 13.11 Uhr, 16. April 2017)

Nun erwarten die Hilfskräfte Unterstützung von der Crew der „Vos Hestia“, die für die Hilfsorganisation Save the Children im Mittelmeer unterwegs ist. Das Schiff solle in Kürze bei der „Iuventa“ eintreffen, hieß es. Der Crew und den Geflüchteten gehe es den Umständen entsprechend gut.

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