80 Boat-people vor Libyen in Seenot – EU verweigert Hilfe

Am gestrigen Sonntag wurde die Besatzung des Suchflugzeuges Colibri erneut Zeuge eines drastischen Falles unterlassener Hilfeleistung durch italienische Behörden. Ein Schlauchboot mit über 80 Flüchtenden befand sich für über 9 Stunden in Seenot und wurde schließlich von der sogenannten Libyschen Küstenwache in das Bürgerkriegsland zurück geschleppt.

„In die Wüste abgeschoben“

Beim heutigen Besuch von Angela Merkel in Algerien geht es vor allem um den Ausbau der Flüchtlingsabwehr. Die Abschiebung ausreisepflichtiger Algerier soll beschleunigt werden. Um das Verfahren zu erleichtern, will die Regierung Algerien zu einem ’sicheren Herkunftsland‘ erklären. Der Flüchtlingsabwehr dient auch das Engagement deutscher Rüstungskonzerne, welche die algerischen Streitkräfte mit Fahrzeugen und weiterem Gerät beliefert, das bei der Kontrolle der algerischen Landesgrenzen zum Einsatz kommt.

In Bosnien gestrandete Flüchtlinge beklagen Brutalität der kroatischen Polizei

In Interviews mit Al Jazeera berichten 17 Flüchtlinge, die unweit der kroatischen Grenze in Bosnien gestrandet sind, dass sie von kroatischen Polizisten geschlagen worden seien. Außerdem seien Wertsachen und Geld gestohlen und ihre Handys zerstört worden, um die Kommunikation und Navigation in Europa zu unterbinden. Die kroatische Polizei bestreitet alle Vorwürfe.