De Magistris, Neapel: „Wir sind bereit, die Sea Watch aufzunehmen“

In einem Radiointerview hat der Bürgermeister von Neapel gesagt, dass die Sea Watch Neapel anlaufen kann. „Ich hoffe, dass dieses Boot den Hafen von Neapel anlaufen wird, denn im Gegensatz zu dem, was die Regierung sagt, werden wir eine Rettungsaktion durchführen … Und ich werde die Rettungsmaßnahmen leiten.“ Die Reaktion von Salvini erfolgte auf der Stelle: „Die italienischen Häfen bleiben zu.“

Sea Watch 3 und Sea Eye mit Geretteten an Bord

Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Eye hat am frühen Morgen 17 Menschen von einem Holzboot in internationalen Gewässern vor der libyschen Küste aufgenommen. Die Menschen haben sich in Seenot befunden. Derzeit kreuzt auch die „Sea-Watch 3“ im Mittelmeer, die bereits am vergangenen Samstag 32 Menschen gerettet hatte. Bislang verweigern alle Staaten eine Anlandung, aber zahlreiche Städte haben ihre Aufnahmebereitschaft erklärt.

Open Arms mit 311 Boat-people in Spanien angekommen

Mit „Boza! Boza!“-Rufen sind heute morgen um 9 Uhr die 311 Boat-people mit dem NGO-Seenotrettungsschiff Proactiva Open Arms in Algeciras angekommen, die nach ihrer Rettung im zentralen Mittelmeer 1.000 Seemeilen westwärts bis an die Meerenge von Gibraltar gebracht werden mussten, um in Europa aufgenommen zu werden. Italien und Malta hatten das Anlanden verweigert.

Open-Arms-Gerettete nach Algeciras – Sechs Tage Fahrt

Die über 300 Geretteten dürfen von der Seenotrettungs-NGO „Open Arms“ nicht nach Italien oder Malta gebracht werden. Diese EU-Staaten verweigern die Anlandung. Die spanische Regierung sagte zu, allerdings benannte sie als Anlegehafen Algeciras bei Gibraltar – einen entlegeneren westeuropäischen Mittelmeerhafen gibt es nicht. Mit 6 Fahrttagen muss gerechnet werden.

„311 Gerettete sollten Weihnachten nicht auf See verbringen müssen!“

Trotz winterlicher Bedingungen versuchen nach wie vor Menschen, dem Bürgerkriegsland Libyen auf der gefährlichen Route durch das zentrale Mittelmeer zu entkommen. Die „OPEN ARMS“, Teil der #United4Med-Flotte, der auch Sea-Watch angehört, hat am 21. Dezember 313 Menschen in 3 Rettungseinsätzen gerettet und wartet nun auf Anweisungen, wo diese an Land gehen sollen.

„Im Mittelmeer sterben sie immer noch, aber es gibt niemand, der es wahrnimmt“

Open Arms und Sea Watch sind die letzten NGOs, die im zentralen Mittelmeer im Moment aktiv sind. Bei einer Pressekonferenz hat ein Sprecher der spanischen NGO die Situation mit folgenden Worten charakterisiert: „Im Moment gibt es keine Koordination der Rettungsmaßnahmen und selbst die Handelsschiffe vermeiden die Route, um es nicht auf eine Kraftprobe dei den Rettungsversuchen ankommen zu lassen.“

Sizilien: Mindestens 7.700 tunesische Migrant*innen seit Juni 2017 unbemerkt gelandet

Tunesische Migrant*innen landen fast täglich unbemerkt an den Küsten Siziliens, in diesem Jahr selbst in den Wintermonaten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft von Palermo haben zwischen Juni 2017 und Oktober 2018 mindestens 7.700 Migrant*innen die Überfahrt von Tunesien nach Sizilien geschafft, ohne dass sie von den Sicherheitskräften registriert wurden. Beweis für ihre Ankunft sind Dutzende von zurückgelassenen Booten an der Küste von Agrigento und Videoaufzeichnungen von Touristen.