Kachel 1 – Schwerpunkte

Algerien: 16 Harragas abgefangen

Die algerische Marine hat gestern um 4 Uhr morgens eine Seemeile vor der westalgerischen Stadt Oran 16 Boat-people abgefangen. Die Harragas wurden anschließend der Gendarmerie übergeben. In der Presse heißt es, dass es über Wochen keine algerischen Harragas gegeben habe. In Spanien wurden aber Rettungen und Ankünfte registriert. Die jetzige Abfang-Operation kann darauf hindeuten, dass sich das Militär nach einem Rückzug angesichts der landesweiten Proteste nun neu organisiert.

Todeszone: Moonbird sichtet Boot mit 80 Boat-people an Bord

Piloten des NGO-Flugzeugs Moonbird haben am gestrigen Abend ein Schlauchboot mit etwa 80 Migrant*innen an Bord entdeckt. Laut Sea-Watch soll das Boot 45 Meilen vor der libyschen Küste liegen. Die Rettungsleitstellen seien informiert. Die Mare Jonio befindet sich in der Nähe und ist bereit, zu Hilfe zu kommen, darf libysche Gewässer und die SAR-Zone ohne Zustimmung der Behörden aber nicht betreten.

Sea-Watch gewinnt vor Gericht in Den Haag

Nach einem Urteil eines niederländischen Gerichts kann die Sea Watch ihre Rettungsmission im Mittelmeer wieder aufnehmen. Auch die Mare Jonio hat heute wieder in Lampedusa abgelegt und ist auf dem Weg in die Todeszone vor der libyschen Küste. Die Open Arms wird nach wie vor von den griechischen Behörden blockiert: seit fünf Tagen liegt das Boot vor Lesbos, um humanitäre Hilfe dorthin zu bringen, erhält aber keine Erlaubnis zum Andocken

Sogenannte libysche Küstenwache nimmt Push-Back-Arbeit wieder auf

Zeitgleich zum Auslaufen des italienischen NGO-Rettungsschiffs „Mare Jonio“ hat die sogenannte libysche Küstenwache ihre Arbeit als externe Push-Back-Agentur der EU wieder aufgenommen. Über Wochen hatten die Küstenmilizen die Patrouillenschiffe stattdesssen für den Krieg eingesetzt. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch fangen sie 98 Boat-people ab und deportierten sie zurück in ein Internierungslager bei Khoms.