In Calais ist ein paar Tage nach der Ernennung des neuen französischen Innenministers Darmanin zu einer heftigen Räumungswelle gekommen, die am 10.7. begann und mindestens bis zum 17.7. andauerte. Dabei wurden mehrere Camps geräumt, über 500 Leute in Zentren außerhalb der Region gebracht und die Verbliebenen/Zurückkehrenden in noch prekärere Verhältnisse gezwungen, als es bisher schon der Fall war. Es ist die einschneidenste Entwicklung seit der medienwirksamen Räumung des damaligen Jungle von Calais im Oktober 2016. Diese aktuelle Entwicklung geht über die alltäglichen Räumungen weit hinaus (auch in ihrer
politischen Dimension).

Im Rahmen des Calais-Blogs von Bordermonitoring gibt es eine vorläufige Rekonstruktion der aktuellen Ereignisse.

Es wäre schön, wenn dies Anlass für Öffentlichkeit und Solidarität werden könnte. Dabei sollte es nicht nur um Calais selbst gehen, sondern auch um die Dynamik, die die Bootspassagen von Frankreich und Belgien nach Großbritannien in den letzten Monaten gewonnen haben. Im ersten Halbjahr 2020 gelang es mehr Exilierten denn je (nämlich über 2400), per Boot nach Großbritannien zu gelangen.

Massive Räumungen in Calais

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