NGO-Schiff Aquarius rettet 11 Boat-people, keine Auslieferung an Libyen

Kaum ist das NGO-Schiff Aquarius wieder im zentralen Mittelmeer, trifft es auf Boat-people. Nachdem alle umliegenden Seenotrettungsstellen informiert wurden, das italienische MRCC auf die Libyer verwiesen hatte, aber die sogenannte libysche Küstenwache gar nicht erreichbar war, nahm Aquarius die 11 Boat-people an Bord.

„Ich kann nicht kotzen, kann nicht weinen, das Erlebte steckt fest.“

Edouard ist Seenotretter. Über seinen bisher traumatischsten Rettungseinsatz hat er noch nie gesprochen. Weil er glaubte, die richtigen Worte nicht finden zu können. Jetzt hat er sich dazu durchgerungen. Ein bewegender Bericht.

„When rescue at sea becomes a crime: who the Tunisian fishermen arrested in Italy really are“

Netzwerke von Fischern aus Marokko und Mauretanien haben Solidaritätsadressen veröffentlicht und der tunesische Staatssekretär für Immigration, Adel Jarboui, forderte die italienischen Behörden auf, die Fischer, die in Tunesien als Helden gelten, freizulassen.

Aquarius auf dem Weg in die libysche Such- und Rettungszone

Die Rettungsschiff von SOS Méditerranée und Médecins Sans Frontières, MSF hat den Hafen von Marseille verlassen, um die Rettungseinsätze vor der libyschen Küste wieder aufzunehmen. Es soll heute Abend dort eintreffen. Italiens Innenminister Salvini hat per Twitter wissen lassen, dass die Aquarius in italienischen Häfen nicht anlegen dürfe: Porti chiusi!

80 Boat-people vor Libyen in Seenot – EU verweigert Hilfe

Am gestrigen Sonntag wurde die Besatzung des Suchflugzeuges Colibri erneut Zeuge eines drastischen Falles unterlassener Hilfeleistung durch italienische Behörden. Ein Schlauchboot mit über 80 Flüchtenden befand sich für über 9 Stunden in Seenot und wurde schließlich von der sogenannten Libyschen Küstenwache in das Bürgerkriegsland zurück geschleppt.

Libyen, Italien: SOS Flüchtlingsboot

Today, we can see the effects of Europe’s and Italy’s deterrence and letting-drown policies in action. The non-governmental reconnaissance airplane „Colibri“ has spotted about 100 people who are at risk of losing their lives but no actions are taken. We call for their immediate rescue!

Algerien: 54 Harragas aufgebracht

Insgesamt 54 Harragas, darunter eine schwangere Frau und drei Minderjährige, wurden am Wochenende von der Küstenwache abgefangen bei dem Versuch, zur spanischen Küste überzusetzen.

„Zahl der Mittelmeer-Flüchtlinge halbiert“

Zwischen Januar und September 2018 sind nach Angaben der IOM deutlich weniger Migrant*innen und Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa gekommen als in den beiden Vorjahren. Dies habe zu einer Zunahme der Migration durch den Westbalkan – Albanien, Montenegro und Bosnien – beigetragen.

Lampedusa: 7 Flüchtlingsboote angekommen, ein weiteres in Seenot

Sieben Boote mit 184 Geflüchteten sind in Lampedusa angekommen. Wahrscheinlich sind sie in Tunesien losgefahren.

Harragas: Zahlreiche Songs und selbst gedrehte Videos

Einen Sommer der marokkanischen Harragas, die nach Spanien übersetzen, vermitteln unzählige selbst gedrehte Videos dieser jungen Boat-people. Unterlegt sind die Videos mit marokkanischer oder spanischer Musik oder auch mit Botschaften an die Familien.

Italien verhandelt mit Trafficker-Milizen Haftars

Angesichts des Zusammenbruchs der sogenannten libyschen Küstenwache längs des Abschnitts Tripolis – Zawiya und angesichts des fortschreitenden Kollapses der „Einheitsregierung“ unter Sarraj in Tripolis verhandelt Italien mit Milizen des Warlords Haftars, die weite Teile Ost-Libyens und einige Oasenstädte in Süd-Libyen kontrollieren.

Kein NGO-Rettungsboot seit dem 26. August

Wie der Guardian berichtet, gibt es seit dem 26. August keine NGO-Seenotrettung auf der zentralen Mittelmeerroute. 3 der 10 Schiffe werden von Malta festgehalten.

Tunesien: Friedhof angeschwemmter Toter

The Washington Post veröffentlicht eine Reportage über den Friedhof angeschwemmter Toter im Süden Tunesiens.

10.000 Flüchtlinge von Libyen aus dem Meer geholt

Die Zeit berichtet über eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken. Demnach seien in ersten Halbjahr 2018 10.000 Boat People von den Milizen „gerettet“ und in die dortigen Lager zurück gebracht worden.

A week of horror in the Western Mediterranean

Between the 30th of August and the 6th of September, several boats capsized or disappeared in the Western Mediterranean Sea, off the coast of Morocco, but there is no outcry about the lives lost and hardly any media coverage.

EU-Gipfel Salzburg 20.09.2018 – Aktionstage

Am 20. September treffen sich die EU-Staatschefs in Salzburg zu einem Gipfel über „Sicherheit und Migration“. Österreichs rassistische neue Regierung leitet das Treffen. Verschiedene Netzwerke in Österreich, die für Gerechtigkeit, Gleichheit und für das Recht zu bleiben und zu gehen eintreten, organisieren gemeinsam eine große Zusammenkunft, um gegen diesen Gipfel der EU-Staatschefs zu protestieren.

Über 100 Boat-people vor Malta ertrunken – trotz SOS an IMRCC

Die NGO Ärzte ohne Grenzen berichtet von zwei Schiffskatastrophen Anfang September 2018 nahe Malta. Überlebende berichteten am 02.09.2018 den Ärzten ohne Grenzen von ausgebliebener Hilfe trotz Notruf an das IMRCC und vom Ertrinken ihrer Mitfahrenden

Tripolis: Küstenwache verschwunden, UNHCR zählt Geflüchtete

Die sogenannte libysche Küstenwache der Hauptstadt Tripolis „bleibt an Land“, nun bereits seit sechs Tagen, schreibt der Corriere della Sera. Die Zeitung bezieht sich auf ein Gespräch mit Massud Abdel Samat, dem Marineoffizier, der für die Koordinierung der vier Patrouillenschiffe zuständig ist, die Italien im letzten Jahr „geschenkt“ hat.

MSF calls for evacuating thousands of immigrants from Libya

Doctors without Borders (MSF) has remarked thousands of refugees, migrants, and asylum seekers arbitrarily held in Libyan detention centers must immediately be released and evacuated to safety out of the country.

Libyen: UNHCR bestürzt – Trafficker geben sich als UNHCR aus

UNHCR, the UN Refugee Agency, said it was dismayed at reports of smugglers and traffickers posing as UNHCR staff in Libya. UNHCR called on Libyan authorities for action against all criminals trying to target desperate refugees and migrants