TAZ 15.11.18

Ein migrantisches Zeltlager hinter dem Bahnhof Tiburtina in Rom wurde auf Befehl Salvinis geräumt.

Es galt, gleich hinter dem Bahnhof Tiburtina 136 Flüchtlinge zu vertreiben, die sich in dem vom Verein Baobab Experience unterhaltenen Camp aufhielten.

Es galt vor allem aber auch, die Flüchtlingspolitik Salvinis, der zugleich Chef der fremdenfeindlichen Lega ist, in öffentlichkeitswirksame Bilder umzusetzen. Die Planierraupe hat es bei Salvini zum Hauptbestandteil seiner Politik gegen Migranten genauso wie gegen Roma gebracht, auch wenn sie beim Räumungstermin völlig überflüssig war.

Das Camp wurde von der Organisation Baobab Experience seit 2015 unterstützt, 80.000 Flüchtige wurden auf ihren Weg nach Norden von dieser Organisation unterstützt.

Ursprünglich konnte der Verein, in dem zahlreiche Freiwillige unentgeltlich tätig sind, in einem Gebäude in der Nähe des Tiburtina-Bahnhofs arbeiten, das jedoch Ende 2015 geräumt wurde. Seitdem stellen die Freiwilligen den Migranten Zelte sowie Mahlzeiten zur Verfügung, beraten sie und begleiten sie zu Ärzten. Immer wieder rückte die Polizei an: Costa spricht von insgesamt 22 Räumungen, die das Camp erlebt hat, die vom Dienstag allerdings sei wohl „definitiv“.
„Eine Idee lässt sich nicht räumen“, verkündete Baobab in einem Tweet. Von Dienstag auf Mittwoch nächtigten etwa 80 Migranten direkt hinter dem Tiburtina-Bahnhof auf den Bürgersteigen, der Verein hatte sie mit Isomatten und Schlafsäcken versorgt und rief seine Unterstützer auf, mit Spenden für das Frühstück am Mittwoch zu sorgen.

„Planierraupen gegen Migranten“