Todesursache FluchtKristina Milz + Anja Tuckermann (Hrsg.):
Todesursache: Flucht. Eine unvollständige Liste
Hirnkost 2018

In den letzten 25 Jahren sind über 35.000 Menschen an den europäischen Außengrenzen auf der Flucht ums Leben gekommen. Die Münchener Journalistin Kristina Milz und die Berliner Autorin Anja Tuckermann wollen nun zum Internationalen Tag der Menschenrechte eine Liste der auf dem Weg nach Europa verstorbenen Geflüchteten in Buchform herausgeben.

Die mehr als 300 Buchseiten umfassende Liste wird um kurze Porträts von einigen der Gestorbenen, Berichten von Überlebenden und Beiträgen von Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung, Rolf Gössner, Kuratoriumsmitglied der Internationalen Liga für Menschenrechte, Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, Stephan Lessenich, Professor für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität München u. a. ergänzt. Unterstützt wird die Kampagne u. a. vom VS-Bundesvorstand, PEN Zentrum Deutschland, Sea Watch, Mission Lifeline, pro asyl, dem Münchener Bündnis „Gemeinsam für Menschenrechte und Demokratie“ und mehr als einem Dutzend weiteren Organisationen und Initiativen und vielen Einzelpersonen. Es geht darum, das gesamte Ausmaß dieser Tragödie zu fassen zu bekommen und der Debatte um Flucht wieder ein menschliches Antlitz zu geben. Und es geht darum, in einer möglichst öffentlichkeitswirksamen Aktion auf das Thema aufmerksam zu machen, denn: Das Sterben muss aufhören.

Das Buch soll in einer Startauflage von mindestens 10.000 Exemplaren gedruckt und am 10. Dezember 2018 von vielen Verbänden, Initiativen und Projekten, aber auch im Handel kostenlos verteilt werden, um möglichst viele Menschen zu erreichen.

In den vergangenen 25 Jahren sind mehr als 35.000 Menschen auf der Flucht nach und in Europa ums Leben gekommen.

Zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2018 wollen wir die Liste der Toten (die belegten Fälle) in Buchform herausgeben. Zusammengestellt wurde die Liste von der Organisation UNITED for Intercultural Action in Amsterdam. Die meisten Toten sind ohne Namen verzeichnet. Überlebende haben uns einige Namen genannt, die wir einfügen. Wir wollen die Menschen, die sie waren, dem Vergessen entreißen, um das Ausmaß dieser Tragödie besser zu fassen zu bekommen – und der Debatte um Flucht und Tod wieder ein menschliches Antlitz geben.

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Das europaweite Netzwerk UNITED for Intercultural Action mit Sitz in Amsterdam führt die Liste der belegten Fälle der auf der Flucht nach und in Europa gestorbenen Menschen seit 1993. Die Organisation führt die Liste unter dem Titel der „Asylsuchenden, Geflüchteten und Migrant*innen, die aufgrund der restriktiven Politik der Festung Europa zu Tode kamen“. UNITED besteht aus 550 Organisationen aus 48 europäischen Ländern – die Unterstützung dieser Organisationen macht es möglich, die Liste weiterzuführen.

Wesentlich zur Sichtbarmachung und Veröffentlichung der Liste trägt seit 2007 die türkische Künstlerin Banu Cennetoğlu bei. Sie hat die Veröffentlichung der deutschen Ausgabe beim Berliner Tagesspiegel 2017 und der englischen Ausgabe beim britischen Guardian 2018 angeregt und möglich gemacht. Und sie hat die Liste in viele Städten Europas, zuletzt in Liverpool während der Biennale für Zeitgenössische Kunst, plakatieren lassen.

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