FFM-Texte

  • Die Bundesregierung bereitet einen zusätzlichen Einsatz der Bundeswehr in Mali vor. Ziel ist die Beteiligung an einer von Frankreich geplanten Operation („Opération Tacouba“), in deren

  • In einer Expertise für die EU-offiziöse „Fondation Robert Schuman“ vom 18.11.2019 zieht der Wissenschaftler Léonard Colomba-Petteng eine vernichtende Bilanz der EUCAP Sahel Niger Mission. Er

Aktuelles

  • Auszüge aus einem Kommentar von Kenan Malik in The Guardian Central to the EU’s strategy over the past decade has been the outsourcing of immigration control, paying countries from Libya to Sudan, from Niger to Turkey, to deter potential migrants to Europe. In this process a new form of imperialism is emerging, whereby rich nations, in the name of protecting their borders from migrants, trample all over the borders of poorer neighbours. Niger, on the southern edge of the Sahara, is now, in the words of one European ambassador, “the southern border of Europe”. Whereas immigration controls are usually about stopping people entering a country illegally, the new imperialism requires African nations to prevent people leaving their territory if they might be coming to Europe. It’s the 21st century’s version of the Berlin Wall slung across the African continent. […] What is really being outsourced, as Mali’s former presidential candidate Aminata Traoré observes, is “violence and instability”. Europe has turned migrants into commodities to be haggled over in a brutal new marketplace. It presents its policies as “a response to criminality”, a recent report on EU strategy notes, but in reality it is “fuelling predatory and criminal behaviour by generating perverse incentives in ‘partner’ countries”. The EU does not particularly care who its “partners” are, so long as they willing to stop migrants reaching the Mediterranean. Sudan’s former president, Omar al-Bashir, overthrown in a military coup this year, has been indicted by the international criminal court for war crimes in Darfur. His regime was part of the “Khartoum process”, an EU initiative to cut off the migrant route from the Horn of Africa. One of the most effective instruments in policing migrants is Sudan’s Rapid Support Forces (RSF) paramilitaries. Until 2013 they were known as the Janjaweed, a vicious militia that pursued almost genocidal violence in Darfur. Earlier this year, the RSF was responsible for massacres against anti-government protesters in Khartoum. It also plies its trade on behalf of the EU. Nor does the EU particularly worry about whom its “partners” lock up, so long as they lock up potential migrants to Europe. In the Sahel, 80% of migration is not to Europe but is regional, involving people who for decades have moved around an area in which borders are naturally porous. Militias and security forces don’t care to sift through different kinds of migrants, so all become targets for the new kidnap and detention industry. The result is the disruption of traditional trade routes, growing economic instability and rising discontent – feeding the desire for migration. The EU turns a blind eye to the treatment of detainees, too. The Guardian | 30.11.2019

  • SARAJEWO taz | Als die Menschenrechtsbeauftragte des Europarats, Dunja Mijatović, nach Abschluss ihres Besuchs in dem Flüchtlingslager Vučjak bei der bosnischen Stadt Bihać am Dienstag ein Resümee zog, war ihr die Erschütterung über das Gesehene anzumerken. Nach wie vor sitzen über 700 Menschen auf der ehemaligen Müllhalde fest. Es gibt kein fließendes Wasser und nur sporadisch Strom, die sanitären Anlagen sind in einem katastrophalen Zustand. Die einfachen Zelte boten im Sommer etwas Schutz, jetzt, bei Minusgraden, Schnee und Regen, sind die auf der blanken Erde schlafenden Migranten beißender Kälte und Feuchtigkeit ausgesetzt. Vertreter des Roten Kreuzes, der International Organization for Migration (IOM) und von Ärzte ohne Grenzen schlagen seit Wochen Alarm. „In Vučjak schlafen die Menschen jetzt in diesen kalten Zelten. Unsere Schuhe versinken im Schlamm“, berichtet der deutsche Journalist Dirk Planert. Seit Juni vergangenen Jahres hatte er in Vučjak Nothilfe geleistet, wurde dann wegen nicht autorisierter Hilfstätigkeit aus dem Land ausgewiesen und ist jetzt wieder zurückgekehrt. […] Anfang November beschloss der Stadtrat die Auflösung des Lagers in Vučjak. Aber wohin sollten die Migranten gehen? Zwar schafften es in den letzten Monaten Hunderte von ihnen trotz des harten Vorgehens der kroatischen Sicherheitskräfte durch die Grenze zu schlüpfen und nach Kroatien und damit in die EU zu gelangen. Doch ebenso schnell rückten Hunderte Migranten nach. Für den Journalisten Dirk Planert gibt es keine Alternative: Man müsse den Migranten in Vučjak jetzt mit Zelten, Essen und Öfen helfen. TAZ | 04.12.2019

  • Die französische Polizei hat ein Flüchtlingslager mit rund 600 Menschen aus Tibet aufgelöst.

  • Ungefähr 150 Boat-people unterschiedlicher Nationalitäten waren von Gambia zu den Kanarischen Inseln aufgebrochen. In Küstennähe fuhren sie bis Nord-Mauretanien und wendeten dort zu den Kanarischen Inseln. Vor Nuadibu sollen sie am heutigen 04.12.2019 auf ein Riff aufgelaufen sein. Ein Teil der Überlebenden schaffte es, bis zur mauretanischen Küste zu schwimmen. Erste angeschwemmte Tote wurden bereits begraben.

Schwerpunkte

Mittelmeer

Mittelmeer

Migrationsbewegungen über das Mittelmeer, Seenotrettung

Sahel

Sahel

Externalisierung der EU-Grenzen, EU-Intervention, soziale Aufbrüche

MENA

MENA

Mobilität, Repression und soziale Aufbrüche nach der arabischen Revolution

Schengen-Migration

Schengen-Migration

Kampf an den Binnengrenzen, informelle Migrationsbewegungen

Aus dem Archiv

Das Mittelmeer als Raum der Abschreckung
Der lange Sommer der Migration
FFM-Hefte

Fortführung der Internet-Seite Migration Control

Die Internet-Seite migration-control.taz.de soll in naher Zukunft durch die FFM e.V. unter dem Namen migration-control.org weiter geführt werden. Schwerpunkt der Seite bleibt die Dokumentation der Externalisierung der EU-Grenzen und die Aufrüstung diktatorischer Regimes in der Nordhälfte Afrikas. Vor der Übernahme muss die Seite aktualisiert, ins Französische übersetzt und technisch neu gestaltet werden. Das kostet Geld, das wir als FFM e.V. alleine nicht aufbringen können. Deshalb sind wir auf der Suche nach Menschen, die das Projekt wichtig genug finden, um es auch finanziell zu unterstützen.

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