[ältere eigene Texte im FFM-Archiv]

Liebe Leser*innen von ffm-online

Vor knapp neun Jahren, am 15. Februar 2012, ist FFM e.V. online gegangen, der erste Beitrag war dem Boats4People-Projekt gewidmet, das zwischen Sizilien und Tunesien unterwegs war. Die Arabellion und die Migration über das zentrale Mittelmeer blieben auch in den folgenden Jahren zentrale Themen. Im Zuge der Vorverlagerung der EU-Außengrenze nach Afrika sind allerdings Berichte zur Sahara mit den Schwerpunkten Mali und Niger mehr und mehr in den Fokus gerückt. Andere Facetten der europäischen Flucht- und Migrationspolitik wie die Binnenmigration im Schengenraum oder die sozialen Kämpfe Geflüchteter gegen ihre Verarmung konnten wir dagegen nur sporadisch dokumentieren.

Nun brauchen wir eine Denkpause und wir müssen unsere begrenzten Kräfte neu sortieren.

Exit Mali

Über Ursachen, Wirkungen und Motivationen des jährlich verlängerten Bundeswehreinsatzes in Mali informierten und diskutierten jeweils ein Vertreter der Informationsstelle Militarisierung und der Forschungsgesellschaft Flucht und Migration. Einig war man sich in der Forderung nach Beendigung der internationalen Militärmission MINUSMA und der Polizeitrainingsmission EUTM.

Mali: Der Terror der Modernisierung

MINUSMA ist Teil eines Teufelskreises von Modernisierung und Terror. Wenn wir von dem eigentlichen „Kapital“ in Mali und im Sahel ausgehen, von der Mobilität und dem Erfindungsreichtum der Jugendlichen, weiblich und männlich, dann sollte die Sicherung der Mobilität für diese Jugendlichen im Zentrum der Debatten stehen. Diese Mobilität, die es ja gegen alle Widerstände gibt und auf die zu beziehen wir besser lernen müssen, ist Voraussetzung für die Entwicklung eines sozialen Horizonts jenseits von Patriarchat und Gewalt.