Marokko: Flüchtlingsboot mit 15 Toten entdeckt

Seit mehreren Tagen wird befürchtet, dass ca. 70 subsaharische Boat-people auf die Überfahrt von Nador nach Spanien umgekommen sind. Am gestrigen Samstag fand die marokkanische Marine ein Flüchtlingsboot mit 15 Toten und 53 Überlebenden. Eine klare Aufklärung über Abfahrtsinformationen und Vermisstenmeldungen erfolgt weder von marokkanischer noch von spanischer Seite, obwohl Caminando Fronteras und WatchTheMed Alarmphone zahlreiche alarmierende Informationen an die zuständigen Stellen und an die Öffentlichkeit gegeben haben. Laut IOM sind in diesem Jahr 631 Menschen bei der Überfahrt nach Spanien umgekommen.

Italien: Über 400 Geflüchtete kommen in 24 Stunden mit eigenen Booten an

Über 400 Boat-people haben Italien in 24 Stunden aus eigener Kraft, mit eigenen Mitteln erreicht. Auf dem Schiff, das in Pozzallo ankam (siehe ffm-online) waren sogar 264 Passagiere. Mindestens 20 Menschen sollen auf der dreitägigen Überfahrt gestorben sein. Unter den Angekommenen waren 43 Frauen und 37 Minderjährige, davon 7 Babys.

Libyer lassen 12 Boat-people im Meer zurück, Fischer retten sie

Die ca. 120 Boat-people, die vom WatchTheMed Alarmphone und den drei Seenotrettungs-NGO-Schiffen signalisiert worden waren, wurden von einem libyschen Schlepper vor der Ölplattform Bouiri gerettet, später dann aber an die libysche Küstenwache übergeben, die sie zurück nach Libyen deportierte. Zum Schluss schlitzte die libysche Besatzung des Schleppers aber noch das Schlauchboot auf und überließen 12 Boat-people ihrem Schicksal im Wasser. Spanische Fischer retteten sie, wie Open Arms mitteilt. Die NGO-Schiffe waren zu weit entfernt.

Niger: US-Basis für bewaffnete Sahel-Drohnenflüge verzögert sich

Der Bau der US-amerikanischen militärischen Drohnenbasis bei Niamey im Niger verzögert sich um ein halbes Jahr und soll erst in Mitte 2019 als Start- und Landeplatz bewaffneter Drohnen über Libyen, Mali, Niger und dem Tschad genutzt werden können, wie eine algerische Nachrichtenagentur unter Berufung auf Air Force Times meldet. Dann sollen auch alle laufenden US-Drohnenprogramme, die bereits jetzt von Niger aus die Sahelzonen überziehen, dort konzentriert werden. Der Bau der Basis soll 100 Mio. Dollar kosten.

Algier: Strassenblockade wegen ertrunkener Harragas

Die 10 algerischen Harragas, die vor der Küste Sardiniens ertrunken sind, stammen wie die drei Geretteten aus dem Viertel Raïs Hamidou in Algier. Angehörige und Anwohner*innen blockierten die Überlandstraße Nr. 11, um auf das Schicksal der Harragas und das fehlende Engagement des algerischen Staats bei der Aufklärung der Schiffskatastrophe aufmerksam zu machen. Der Bürgermeister versuchte, die Proteste vor Ort zu beschwichtigen.

Misrata: Flüchtlingsschiff gestürmt, Verletzte ins Krankenhaus oder ins Lager

Um 11:41 Uhr haben libysche Bewaffnete das Flüchtlingsschiff gestürmt, auf dem sich über 70 Boat-people verbarrikadiert hatten. Sie hatten erklärt, dass sie eher sterben als zurück in die libyschen Lager wollen. Vor der Stürmung war eine Delegation hochrangiger Botschaftsvertreter der Herkunftsländer an das Schiff herangetreten, um die Geflüchteten zum Aufgeben zu überreden.