Balkanroute: Illegale Rückführungen von Italien nach Slowenien

Seit Mitte Mai schiebt Italien auf Anordnung des Innenministeriums wieder Migrant*innen nach Slowenien ab, die über die Balkanroute nach Triest gekommen sind. Zu diesem Zweck wurde die Grenzpolizei um 40 Agenten verstärkt. Dies hat die Associazione per gli Studi Giuridici sull’Immigrazione (ASGI) in einem offenen Brief bekanntgemacht. In einem Interview mit VITA bezeichnet Gianfranco Schiavone, Vizepräsident von ASGI, die Abschiebungen, die ohne vorherige Prüfung der Einzelfälle erfolge, als illegitim und fordert deren sofortige Beendigung. Bei den Migranten handelt es sich überwiegend um Geflüchtete aus Pakistan und Afghanistan.

„Slovenia Plans New Barriers at the Border while Pushbacks and Violence Continue Across the Balkans“

On Tuesday 14 March, Slovenia announced a plan to establish 40 kilometers of fence to stop the entry of people moving though the Balkan route. According to a recent report published by the Border Violence Monitoring Network (BVMN), the situation along the borders of the Balkans is alarming.

Bosnien: Videointerviews mit Migranten an der Grenze zu Kroatien

Kurz nach der Räumung des provisorischen Lagers in Vučjak, Bosnien Herzegowina sind Aktivist*innen von Zic.it nach Bihać gefahren und haben dort vor allem junge Migranten angetroffen, die täglich versuchen, über die Grenze nach Deutschland, Italien, England, Frankreich oder Spanien zu gelangen. In den Interviews berichten sie von ihren Erfahrungen bei dem Versuch, nach Kroatien zu gelangen. Sie stoßen auf zwei natürliche Grenzen: auf der einen Seite den Gebirgspass in der Nähe der Stadt Bihać, und auf der anderen Seite den Flussübergang in der Nähe von Velika Kladuša, einer Stadt an der nördlichen Grenze von Bosnien.

„Vučjak könnte Todesfalle werden“

Nach wie vor sitzen über 700 Menschen auf der ehemaligen Müllhalde fest. Es gibt kein fließendes Wasser und nur sporadisch Strom, die sanitären Anlagen sind in einem katastrophalen Zustand. Die einfachen Zelte boten im Sommer etwas Schutz, jetzt, bei Minusgraden, Schnee und Regen, sind die auf der blanken Erde schlafenden Migranten beißender Kälte und Feuchtigkeit ausgesetzt.