Tschad: „Der Marschall und die Menschen­rechte“

Frankreich und die EU stützen unter dem Deckmantel der Terrorabwehr die korrupte Regierung im Tschad. Die Liste massiver Menschenrechtsverletzungen des Regimes von Präsident Déby ist lang – und Europa sieht weg. Auf der Agenda steht die vermeintliche Bekämpfung der islamistischen Terroristen. Eine Operation im April 2020 namens „Colère de Bohoma“ am Tschadsee wirft besonders viele Fragen auf – wurden hier überhaupt Boko-Haram-Kämpfer getötet oder unbeteiligte Dorfbewohner in Gefangenschaft genommen?

„Task Force Takuba nimmt die Arbeit auf“

Am 27. März 2020 verabschiedeten die Regierungen von Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Frankreich, Mali, Niger, den Niederlande, Norwegen, Portugal, Schweden, Tschechien und des Vereinigten Königreichs eine politische Erklärung, in der sie sich für die Schaffung einer Task Force innerhalb der von Frankreich geführten Operatione Barkhane aussprachen. Neben den erwähnten Ländern haben auch Belgien, Dänemark, die Niederlande sowie Portugal Truppen zugesagt.

„Zone der Zäune“

Die Räumungen ab dem 10. Juli haben (siehe u.a. hier) die migratorische Geographie Calais stärker verändert als jeder andere staatliche Intervention der vergangenen drei Jahre. Das vielleicht charakteristischste Symbol dieser Veränderung ist das, was eine Lokalzeitung kürzlich als Verbunkerung der Zone Industrielle des Dunes bezeichnet hat. Dort, wo bis vor einem Monat mehrere informelle Camps in ihrer Summe den Jungle of Calais bildeten, ist nun von Zäunen gesicherte Leere.

„Sommer der Passagen“

Über 4.000 Menschen sind seit Jahresbeginn auf über 300 kleinen Booten durch den Ärmelkanal nach Großbritannien eingereist. Vierzig Prozent der Passagen erfolgte seit dem 1. Juli, über 1.000 allein im Juli. Wenn die Situation anhält, werden in diesem Sommer so viele Passagen gelungen sein wie im gesamten Zeitraum seit der Etablierung der Kanalroute im Herbst 2019. Dies markiert einen bisherigen Höhepunkt der channel crossings und lassen die Dynamik dieser bislang wenig beachteten innereuropäischen Migrationsroute zu Tage treten.