„For Central Americans, Fleeing to Europe May Beat Trying to Reach U.S.“

Die New York Times kündigt nach dem Trump-Mexiko-Deal eine Zunahme der Migration aus Zentralamerika nach Europa an, insbesondere nach Spanien und Italien. Da – abgesehen von Belgien – die meisten EU-Staaten Verfolgung durch Bandenkriminalität nicht als Asylgrund anerkennen, werden die meisten als Visa-Overstayers in Europa bleiben.

Marokkanische Jugendliche auf dem Weg nach Europa

In einer ausführlichen Reportage der niederländischen Zeitung NRC Handelsblad zeichnet Koen Greven den Weg marokkanischer Jugendlicher nach, die versuchen, Europa über die spanische Enklave Melilla zu erreichen. Ihre Reise, so schreibt er, endet immer öfter in den Niederlanden, obwohl ihre Asylanfragen dort keine Chance haben. Der Autor hat diese Jugendlichen in Fez, Melilla, Brüssel und Heerhugowaard getroffen.

Informationssperre der italienischen und spanischen Küstenwache über Boat-people

Obwohl nach wie vor Boat-people nach Europa kommen, verbreiten die spanische und die italienische Küstenwache in den sozialen Netzwerken keine Informationen mehr über sie. Jegliche Spur einer humanitären Krise im Mittelmeer ist gelöscht. Dies ist das Ergebnis einer Recherche, die Euronews anhand der Tweets der Seenotrettungskräfte durchgeführt hat, um zu veranschaulichen, wie sich deren Rückzug aus der Rettungszone in ihren Kommunikationsstrategien niederschlägt. Lediglich die griechische Küstenwache stellt weiterhin Informationen über die Rettung oder die Festnahme von Migranten bereit.

„Die Unsichtbaren“

Fast zwei Drittel der gut 65 000 Menschen, die im letzten Jahr, überwiegend von Marokko aus, in Spanien gelandet sind, haben keine Antrag auf Asyl gestellt – sie sind untergetaucht. Gut die Hälfte dieser Personen stammte aus Marokko (13.076), Guinea (13.053) und Mali (10.340). Doch um Asyl in Spanien bat nur jeder zehnte Migrant aus Marokko und nur jeder zwanzigste aus Guinea oder Mali.

Italien, Spanien: Anlandende und Ertrunkene werden statistisch nicht mehr erfasst

Aufmerksame Fischer, Bürgermeister*innen und Aktivist*innen stellen in Italien und Spanien fest: Boat-people, die aus eigener Kraft die Meerespassage schaffen, werden nach Polizeikontrollen registriert und in die Hotspots gebracht, aber ihre Ankunft wird nicht mehr den Rathäusern, den kommunalen und staatlichen Statistik-Ämtern und erst recht nicht den nachfragenden Aktivist*innen gemeldet. Und mit dem erzwungenen Abzug der berichtenden Quellen aus den maritimen Todeszonen weiss man zwar vom massenhaften Ertrinkenlassen, aber man kann es wegen fehlender statistischer Quellen abstreiten. Eine „europäische Lösung“ zeichnet sich ab.